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| 11/06
Kurier-Kolumne
Es ist mir klar, wie techologiefeindlich und modernismusskeptisch das klingt, aber ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche so wenig wie möglich fernsehen sollten. Am besten, ja, lachen Sie mich ruhig aus, am besten gar nicht. Sie sollten wenn möglich nicht computerspielen. Sie sollten keine Splattermovies sehen und keine Killergames spielen. Drastische Darstellungen von Tod und Gewalt, Anleitungen für virtuelles Misshandeln, Foltern und Töten können für Heranwachsende nicht gut sein; und falls es ihnen, wie einige Psychologen behaupten, nicht schadet, falls es sie, wie viele Soziologen meinen, nicht zu Amokläufern oder Menschen macht, die zu Gewalt ein unkomplizertes Verhältnis haben: Zu besseren, klügeren, offeneren
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Der Bständig ist immerhin passé. Das Lokal ist verwaist, der Bständig hat sich in die Wipplingerstraße umquartiert, das konveniert viel vorteilhafter: An den Kohlmarkt, zwischen Burberry und Breguet, hat der Bständig wirklich nicht mehr gepasst.
Nun ist der Kohlmarkt fest in Luxushand; gestern eröffnete endlich – ENDLICH! – Bulgari: ohne Bulgari war Wien ja kaum mehr zu ertragen. Nach London, Paris oder Madrid musste man jetten, wenn man dringend Manschettenknöpfe um 3100 oder eine Sonnenbrille um 368 Euro brauchte, unzumutbar ist sowas und glücklicherweise jetzt Geschichte. Der Kohlmarkt ist nun endlich soweit komplett, bis auf das leere Bständig-Lokal, aber dieser Minderleister-Schandfleck, dieses Fanal
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Zuerst wird das Papier erzeugt: schweres schneeweißes Papier, dafür benötigt man Rohstoff und Energie. Das Papier wird in eine Druckerei gefahren (Energie, Umweltbelastung), bedruckt, geschnitten, gefaltet, geklebt (Energie, Druckfarbe, Klebstoff, Abfall), dann mit bedruckten weißen Adressetiketten beklebt (Energie, Druckfarbe, Kleber Abfall), sortiert (Energie), in die Poststellen gefahren (Energie, Umwelt), sortiert und vom Postboten in mein Brieffach gelegt.
Dem ich es dann entnehme: Ein großes, adressiertes Kuvert mit grünem Rand und dem orthografienostalgischen Warnhinweis „Stop!“, das ein weiteres grüngerandetes Kuvert mit Warnhinweis („Bis hierher und nicht weiter!“) enthält, das ein weiteres Kuvert mit
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Viel Unglück musste geschehen, aber allmählich scheint die Gesellschaft für das Leid misshandelter und bedrohter Frauen sensibilisiert zu sein: Sie greift jetzt ein und schafft weitere Möglichkeit en, rechtzeitig eingreifen zu können. Unter Justizministerin Gastinger wurde das Anti-Stalking-Gesetz verabschiedet, ein schrecklich notwendiges Instrument: Denn schon an dritter Stelle – nach sexueller und physischer Gewalt – kommen beim Frauennotruf Hilferufe von Frauen, die Bedrohungen ausgesetzt sind.
Diese Bedrohung ist furchtbar real: Auch heuer wurden wieder mehrere Frauen von ihren Ehe- und Ex-Ehemännern ermordet. In der KURIER-Redaktion brennt immer eine Kerze neben dem Foto jener beliebten Mitarbeiterin, die im Sommer ermordet wurde: Ihre zwei Kinder
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Früher hat man geil gesagt, oder cool oder lässig, heute sagt man sexy. Es ist jetzt vieles sexy: sexyness beschränkt sich längst nicht mehr auf Anwendungen im erotischen Kontext: Gegenstände können sexy sein, Gebäude, ganze Städte. So konstatierte kürzlich der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, die deutsche Hauptstadt sei „arm aber sexy“. Cool.
Das hat man auch in Wien gehört. Gilt Wien doch international als schöne Stadt – aber geil, cool, lässig oder gar sexy sind nicht die Adjektive, die in Reiseführern in Zusammenhang mit der Wienerstadt gebracht werden: Immer nur Schnitzel, Fiaker und Mozart, stets bloß Kaisers hier und Sissi dort, ewig gnä Frau hin und küss die Hand her, aber sexy: nie.
Offenbar dachte nun der Finanzstadtrat, dass man das ändern müsste, dass Wien auch anders und viel cooler konnotiert sein sollte, ging tapfer voran und sprach bei einer Budgetdebatte die Worte, Wien sei „sexy aber nicht arm“. Wohl weil es ihm sehr gefiel, wie das Wort sexy
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| 11/06
Falter-Kolumne
Der Lange zum Beispiel gehört nicht zu den letztes Mal hier bemühten Matulesken, Gott seis in jeder Hinsicht gedankt, außer im Zusammenhang mit Rohrzangen u.ä. Der Lange hat zu den üblichen männerkonnotierten Feierabendexpressionismen eine eher kulturrelativistische Einstellung. Das Bubenmädchen hat eine Belohnung für ich weiß nicht mehr was verdient und wünscht sich einen Matchbox-Audi, der Lange geht los und kommt mit einem Matchbox-Subaru zurück. Audis habe es keine gegeben, das sei aber fast das Gleiche. Ja, insofern es auch vier Räder hat: Das Bubenmädchen natürlich plärr, und mit was, mit Recht. Sogar mir, die ich zu unserem Auto ein extrem unverspanntes Verhältnis pflege (fährt es: gut, fährt es nicht: Taxi), ist der Unterschied zwischen einem Audi und einem Subaru klar, und Entschuldige, Langer, aber das kannst du echt nicht bringen. Wieso nicht, es ist eh blau. Blau?, du redest wie ein
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Ärger mit der Post hat dieser Tage praktisch ein jeder. Am Postamt wartet man ewig (mit etwas Spezialglück am falschen Schalter), daheim geht das Brieffach über, oder das Brieffach ist kaputt, oder im Brieffach liegt kein Paketabholaufforderungsschein, was man aber erst bemerkt, wenn man von dieser oder jener Firma kontaktiert und informiert wird, dass das verschickte Paket wegen fortgesetzter Nichtabholung soeben retour gekommen sei: Das passiert mir momentan immer wieder gern.
Dem Leser H. passiert etwas anderes. Denn Montags erhält der Herr H. immer wieder seinen abonnierten KURIER nicht. Auf dem KURIER steht sein Name, und wenn man eine Tageszeitung abonniert, bezahlt man vor allem auch dafür, dass man diese Tageszeitung, so man
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| 11/06
Falter-Kolumne
Weil ich letztes mal gesagt habe, ich bin ähh 40 (sehen Sie? Es geht schon viel leichter): Grad bin ich auf das neue NoMeansNo-Album gestoßen, das sagt dir jetzt nix, Bubi, aber Ihnen vielleicht schon, weil, eben: die müssen doch auch schon 60 sein, beziehungsweise, die waren doch schon an die 50 wie wir 25 waren, aber nach wie vor: keine Gnade. Absolut keine Gnade. Nicht ein Mikrogramm Altersmilde. Man muss das bewundern. Ich jedenfalls bewundere das, wie diese Herren Kanadier an ihrer Jugendmaxime festgehalten haben, dass Musik sehr laut, sehr schnell und unglaublich knüppelig zu sein hat, TFTFTFTFTF, unabhängig von der Zahl der Lebensjahre ihrer Erzeuger. Mild ist man, wie ihr 2004er-Album zeigt, höchstens mit Lausern, die das sowieso nie kapieren werden. Das Cover zeigt das Foto eines krakeligen Toilettengrafitis: „How fucken old are NoMeansNo? Give it up Grandaddys!“ Aber: No paseran, Buberls; und sowas gefällt mir natürlich. Immer schön renitent und deppert bleiben, die Herren; auch wenn ich zugebenermaßen auch meistens lieber Weicheier-Musik höre, also im Vergleich zum NoMeansNow-Sound jetzt. Während der Lange, wie ich letztens Damenabend hatte, draufkommen mußte, dass er den Lebensabschnitt, in dem er Zombiefilme tolltolltoll fand, auch schon vor längerem verlassen hat.
An jenem Damenabend zeigten sich die Grenzen meiner Akzeptanz geriatrischer
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Einmal davon sprechen, dass man die stärkere Tabuisierung des Rauchens begrüßen würde, weil man es, nun ja, vorzöge, lieber nicht mehr nach Fremdrauch zu stinken, wird man gleich von Eigenverantwortungsfetischsten angefallen.
Weil, um Himmels Willen! Mit dem Gutheißen so einer Idee protegiere man doch die Beschneidung der Freiheit des Menschen, sich nach eigenem Gutdünken zu runinieren! Geselle sich also jetzt ebenfalls zu den gemeinen Selbstverantwortungsräubern! Vor allem auch zu den Totalregulierern!, die durch den Brutaleinsatz von Vorschriften, Verboten und Gesetzen das naturgegebene menschliche Gespür für gut und böse, für richtig und falsch, für vernünftig und
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Herr M. brauchte neue Reisepässe für seine beiden Kinder und begab sich auf ein Bezirksamt. M. hatte sich zu diesem Zweck von der Arbeit frei- und die Kinder für einen Tag aus der Schule genommen. Um neun Uhr früh zogen sie im Wartesaal eine Nummer: 521. Eine digitale Anzeigentafel informierte darüber, dass im Augenblick die Nummer 475 an der Reihe war: Das konnte dauern, M. beschloss, die Wartezeit zu nutzen und ging mit den Kindern ein Handy kaufen. Eine Dreiviertelstunde später kehrten sie zurück, die Tafel zeigte die Nummer 476.
Herr M. und seine Kinder verließen den Wartesaal für eine weitere Stunde, fanden bei der Rückkehr die Nummer 479 vor, begannen zu rechnen und
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Mittlerweile habe ich 120.000 Zigaretten nicht geraucht. Das ergibt, wenn ich mich nicht verrechnet habe, einen 120 Meter hohen Zigarettenschachtelturm; das ist, Moment, das muss ich schnell googeln: genau doppelt so hoch wie der Nordturm des Stephansdoms. Tut es mir leid, dass ich den Inhalt dieses Turms nicht angezündet und in meine Lungen eingesaugt habe? Nein. Tuts mir leid, dass ich für das Ruinieren meiner Gesundheit nicht auch noch freiwillig mehr als 21.000 Euro bezahlt habe? Nein, so blöd war ich nur lange genug: Dann nicht mehr, und zwar zum Glück.
Rauchen ist idiotisch, lebensgefährlich und es stinkt, und ich begrüße alle sozialpolitischen Ansätze, die Leute dazu zu bewegen, es zu lassen. Und die Jugendlichen dazu zu kriegen, es gar
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Es gibt schlechtere Anlässe, den österreichischen Umgang mit Homosexuellen zu überdenken und zu korrigieren. Ein schlechterer Anlass wäre zum Beispiel noch ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes, ohne dessen frequenten Tadel ein Homosexuellen-Diskriminierungsunrechtsbewußtsein hierzulande ja praktisch undenkbar ist.
Jetzt droht „Bruno“. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen plant Österreich mit „Bruno“ ähnliches anzutun wie Kastachastan mit seinem Welterfolg „Borat“, indem er die „Ali-G.-Show“-Figur eines schwulen, österreichischen Lifestyle-Journalisten, der Nazis verehrt, durch einen abendfüllenden
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Vielleicht liegt es ja gar nicht an meiner Ignoranz, dass mir jetzt auf Anhieb kein literarisches Werk neuseeländischer Provenienz einfällt. Filme: ja. Bands: ja. Romane: nein. Vielleicht liegt es daran, dass dem geschriebenen Wort in Neuseeland nicht allzuviel Respekt entgegengebracht wird. Das schließe ich aus einer Nachricht aus dem Land mit den vielen Schafen: Neuseeländischen Schülern ist nämlich ab sofort erlaubt, in Ihren Schulaufsätzen SMS-Kürzel zu verwenden. Zerstörte, zerhackte Wörter die im SMS dazu dienen, die Handyrechnung niedrig zu halten und den SMS-Tipp-Daumen nicht über Gebühr abzunützen. Welchen Sinn solche Wort- und Satzfragmente hätten die in Neuseeland schon mehr als genug. Schriftsteller dagegen...
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| 11/06
Falter-Kolumne
Wie wir kürzlich auf diesem Kindergeburtstag eingeladen waren, kam ich neben einer Mutter zu sitzen. Nona. Wir plauderten so. Man ist ja höflich, man will ja nicht schon beim Anschnitt des Geburtstagskuchens den schlechten Eindruck hinterlassen. Den schlechten Eindruck hinterlass ich lieber später, wenn die braven Mütter schon heimgegangen sind, während man selbst gerade mal deutlich eine Meinung formuliert, zu zu zu, ich weiß nicht: zu Elitekindergärten, zu den Koalitionsverhandlungen, zur Fischqualität in Wien, zu Müttern ohne Makel. Ja, zu Müttern ohne Makel, weil in irgendeinem Magazin hat immer grad eine wieder ihre fleckenlose Entspanntheit hergezeigt: ach, drei, vier Kinder, Haushalt und Beruf, das schafft man mit einem bisschen guten Willen, etwas Organisationstalent und vor allem ganz, ganz viel Liebe doch wie nix. Die zwei bis drei Kindermädchen und/oder Euromillionen, die der Gatte jährlich heimträgt, bleiben unerwähnt, weil die haben mit der Gelassenheit nichts zu tun, denn so eine Gelassenheit kommt von innen, wissen Sie: von ganz, ganz innen.
Aber noch plaudern wir höflich; die Mutter neben mir ist sogar derart höflich, mich zu fragen, was ich so mache. Ich sags ihr halt, und sie sagt, ach Sie sind die?, und dass sie das manchmal liest, und mich, also jetzt vom Foto her, gar nicht erkannt hätte. Das ist schon ok, aber nicht ok ist, dass sie dann sagt, aber, naja, auf dem Foto sei ich halt doch wohl EINIGE Jährchen jünger als jetzt. Ich zeige ein fleckenloses gelassene-Mutter-Lächeln und sage jaja, stimmt, haha. In Wirklichkeit ist das Foto knapp zwei Jahre alt und ich bin ehrlich gesagt, schockiert, weil ich offenbar akkurat die Realität
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Manchmal ist diese Stadt viel netter als ihr Ruf. Manchmal gehen ihre Bewohner auf so freundliche Weise miteinander um, dass man sich kurz ganz woanders wähnt: Das soll Wien sein? Wien ist doch muffig, grantig, patzig und oft richtig gemein. Wien ist doch nicht nett.
Aber vorgestern ist es mir, das könnte Ihnen jetzt gefallen, nicht gelungen, mein Auto in diese Parklücke einzupassen; die war entschieden zu kurz für meine einparktechnischen Möglichkeiten, aber ich hatte es entschieden zu eilig, um noch drei Runden um den Block zu cruisen. Zefix! Da stand ein Mann vor dem Haus, wartete auf jemanden, schaute mir zu und hätte sich, weil wir in Wien sind, ganz normal schadenfreuen können, ein bisschen den Kopf schütteln, die Augen himmelwärts verdrehen, derlei. Aber er deutete mir, das Seitenfenster runterzukurbeln, und
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Wieder mal das Kleingedruckte nicht gelesen. Sehr wohl, belehrt mich der Post-Pressesprecher nach der gestrigen Post-Kolumne, enthalte die Post-Broschüre Informationen darüber, wer mit der Reparatur meines Hausbrieffaches (so heißt das nämlich: Brieffach. Nicht Briefkasten. Briefkästen sind große gelbe Einwurfboxen im öffentlichen Raum.) dran ist. Stimmt: Für Brieffach-Reparatur ist jetzt Hauseigentümer oder -verwaltung zuständig, nur das Kaputtmachen besorgt weiterhin der Postler. Oder der Werbemittelverteiler, aber der darf bei mir nicht ran.
Denn für das Hausbrieffach (obwohl. Im Brief zur Post-Broschüre, ist konsequent von Briefkasten die Rede, wo doch zweifellos
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Dann hat der K. aus H. gemailt, das Problem sei ja nicht die Institutionenkritik als solche. Das Problem sei, dass die Kritik an der Instititution in Wien die Eigeninitiative praktisch vollständig substituiere. In Wien erwarte man sich Rund-um-die-Uhr-Wunscherfüllung durch die Institutionen, vor allem Post, Bahn und Stadtverwaltung. Das sei doch absurd.
Der K. führte an, wie der Bewohner des pragmatischen norddeutschen H. nicht lang rummotschgere, sondern sich das gewünschte Bankerl halt selber in den Grünstreifen stelle oder, wenn’s die Stadt nicht macht, eigenhändig eine absperrbare Fahrradhütte vors Haus zimmere. Gute Idee, sag ich, und empfehle hier die zahlreiche Nachahmung, weil ich gerne wissen würde, was passiert, wenn
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Jetzt wissen wirs: Europa habe, sagt der Vorsitzende des UNO-Büros für Drogen und Kriminalität, Antonio Maria Costa, ein Kokainproblem. Weltweit sei der Kokainkonsum rückläufig oder stabil, in Europa nimmt er zu. Ist halt so eine schicke Droge, dieses Kokain.
Ist eine Idiotendroge, dieses Kokain. Ist, muss man mal sagen, eine der dümmsten, gefährlichsten und destruktivsten Drogen. Trotzdem: Verboten zwar, aber sozial wenig geächtet.
Im Unterschied zu, jetzt nur zum Beispiel, Heroin. Böses, böses, BÖSES Heroin! Macht die jungen Menschen total kaputt! Man muss sich nur mal das soziale Elend der Fixer-Wracks am
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| 11/06
Prost Mahlzeit
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Der Czernin Verlag lädt zur
Buchpräsentation
Doris Knecht
So geht das!
Wie man fidel verspießert
Es lesen: Martin Blumenau, Florian Klenk, Wolf D. Prix, Christian Schachinger, David Schalko, Dirk Stermann, Armin Wolf
Musik: DJ Chris Duller
am Freitag, 3. November 2006, 20.00 Uhr
im Kiosk , Schleifmühlgasse 7, 1040 Wien
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| 11/06
Falter-Kolumne
Es ist doch so, sagt der Lange: Die meiste brutale Musik verliert nach einiger Zeit ihren Schrecken, schleift ihre Härten ab und verbrüdert sich irgendwann mit deinem Gehör, nur nicht Slayer und Mama Falkner. In einem Experiment, wie lange Eltern es aushalten, das pädagogisch Wertvolle über das schier Unpackbare zu stellen, legen die Kinder mal wieder ihre Hits von vor dem dritten Geburtstag auf: Sie spielen von Samstag früh bis Samstag spät ohne Unterbrechung die „63 Kinderlieder. Gesungen und gespielt von Pauline Falkner“. Aufgenommen vor zehn Jahren von ihrem Buben Hans-Peter, dem Attwenger, dem Narrischen, dem Elternquäler, der die Auswirkungen seiner jugendlichen Unbedachtheit allerdings schon demnächst von seiner eigenen Zweijährigen in ihrer ganzen Gnadenlosigkeit zu spüren bekommen wird. (Mit vier, Hansi, kann sie den CD-Player dann übrigens schon ganz allein bedienen.) Mama Falkner und ihrer schönen, hohen Stimme kann man nichts vorwerfen, ja, die Anschaffung der „63 Kinderlieder“ (fishrecords / hoanzl) muss man sogar empfehlen, jedenfalls
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Und nachdem Geena Davis die Welt vor einem Atomkrieg bewahrt hat, geht sie rüber in den Kinderflügel des weißen Hauses und liest ihrer jüngsten Tochter eine Gute-Nacht-Geschichte vor. „Ist jetzt alles wieder gut, Mami?“, fragt das Kind, und während sie das Licht ausmacht, sagt Mrs. President, „ja, Mausi, jetzt ist alles wieder gut.“ Denn Mami hat den Planeten gerade nochmal gerettet, das Böse in die Schranken gewiesen, dem Guten zum Sieg verholfen und jetzt gute Nacht und schlaf schön.
Sowas geschieht natürlich nur im Fernsehen, in Sat1, wo in „Welcome Mrs. President“ US-Präsidentin Mackenzie Allen immer Dienstag Nacht beweist, dass es durchaus möglich ist, Kinder und Weltherrschaft unter einen
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Es könnte, meinte ein ÖVP-Parlamentsmitglied nach Abbruch der Koalitionsgespräche dem KURIER, ein falscher Eindruck bei der Bevölkerung entstehen: „Die weiß ja nicht, was ein U-Ausschuss ist, und sagt: Wenn wir nichts zu verbergen haben, warum dann kein Ausschuss?“ Und als kleiner Teil dieser Bevölkerung würde ich mal sagen: tja, das stimmt.
Denn viele dumme Bürger glauben tatsächlich, so ein Untersuchungssaussschuss werde eingerichtet, um etwas zu untersuchen: Also, im Fall des Eurofighter-Ausschusses, zu klären, wer warum und wie die Entscheidung gerade für den Eurofighter traf, und ob es eine Ausstiegsmöglichkeit gibt, die den Steuerzahler nicht über Gebühr belastet. Da erweist sich wieder die Kluft zwischen Wählern
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| 11/06
Kurier-Kolumne
Schimpft mich gestrig, heißt mich technologiefeindlich, unterstellt mir ein gestörtes Verhältnis zur Moderne: Aber Computerspiele machen mir Angst. Genauer, die Computerspielerei, wie sie Besitz von Menschen ergreift, wie sie in der Lage ist, Menschen von der Realität zu entfremden. Wie sie ihnen den Eindruck vermittelt, die Teilnahme an dieser altmodischen und technologisch ziemlich überholten Realität sei nicht verpflichtend, wo es doch eine schöne Auswahl an weit attraktiveren neuen Realitäten gibt, ganz easy per Konsole zu bedienen.
Ein neues Online-Rollenspiel nennt sich extrem folgerichtig „Second Life“ und ermöglicht es den Mitspielern, sich
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