28.02.07

Grüß Gott, Normalität

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 Nachdem ich hier einmal über den  völlig verständlichen Kinderwunsch homosexueller Paare geschrieben und auf dessen Erfüllung in absehbarerer Zeit gehofft hatte, rief mich anderntags ein Herr an. Der meldete sich mit Vor- und Nachnamen und erzählte dann engagiert, wie er früher, als er noch jünger war, immer „Warme gedroschen“  habe. Jetzt sei er für sowas leider zu  gebrechlich, was ich sehr begrüßte, bevor ich das Gespräch beendete.
Der ist noch immer da und sehr fit, der alte Schwulenhass.  Der zeigt immer noch ungeniert seine fiese Fratze, gerade wenn man denkt,  gleichgeschlechtliche Orientierung sei jetzt doch längst normal und gesellschaftlicher Konsens, weil doch eh jeder einen schwulen Bruder, Sohn oder Chef hat, eine lesbische  Freundin, Tante oder Kollegin. Aber wehe, die wollen  mehr, als nicht nur nicht mehr eingesperrt und nicht mehr verprügelt werden, zack, ploppt er wieder hoch, der alte Homo-Hass: Soweit kommts noch, dass die auch heiraten und Kinder haben dürfen wie alle anderen! Wo kommen wir denn da hin!?
Nach Europa, würde  ich mal sagen, und in die Normalität. 15 EU-Länder, die Schweiz, Norwegen und Grönland haben ihre homosexuellen Paare heterosexuellen rechtlich gleichgestellt: Österreich  nicht. Alle paar Jahre zeigt mal eine Ministerin schüchtern auf und sagt, äh, könnten wir nicht vielleicht: Worauf die ÖVP zuverlässig die traditionelle Familie bedroht sieht, und die ist allerdings allen möglichen Gefahren ausgesetzt, von denen aber die wenigsten von heiratswilligen Homosexuellen ausgehen. 
Aber jetzt: ÖVP-FamilienMinisterin Kdoslky wünscht sich eine rechtliche Gleichstellung Homosexueller „in allen Agenden“ und sieht in ihrer Partei keine Hindernisse.  Es geschehen noch Wunder. Vielleicht wird das  doch noch was mit der Normalität.
25.02.07

Wir basteln ein Taferl

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Das W gefällt mir nicht, ich  finde, das W ist zu groß. Das W sollte massiv kleiner sein oder überhaupt: weg. Das W ist im Vergleich zu den Ziffern zu dominant, finde ich,  und lästig ist es auch, speziell in der Provinz, wo einen das W immer sofort als Gscherten ausweist, wurscht ob man qua Geburt eine Gscherte  ist, oder ob einen nur die Wohnadresse dazu gemacht hat. Das W finde ich diskriminierend; auf das W werde ich verzichten. Oder vielleicht, dass ich’s ganz mini, hinter  dem Endbuchstaben aufmale, so klein, dass es von Weitem wie ein Punkt aussieht? Oder ich könnte das Wappen ein bisschen kleiner machen, schön mittig rücken und das W darunter picken. So könnt’s gehen.
Der blaue Balken muss aber weg; den finde ich überhaupt nicht schön. Dieses Yves-Klein-Blau ist doch haargenau diese Saison schick und dann erträgt diese Kreischfarbe niemand mehr. Steht auch keinem. Und es passt mit dem Rot-weiß-rot  von den Rändern oben und unten null zusammen und mit dem Lack von meinem Auto sowieso nicht. Wenn, dann müsste das Blau viel dunkler sein; so ein edles Nachtblau vielleicht, aber eigentlich ist blau auf so einem kleinen Ding einfach eine Farbe zuviel, also weg damit. Die Sternchen kann man ja rot machen und schön verteilen. Und das Weiß  müsste mehr ins Elfenbeinige  tendieren... nein, Eierschale! Ja, Eierschale ist gut.
Weil wenn der Haider ungestraft an seinen Ortstafeln rumbasteln darf, kann mir das doch bei meinen Autokennzeichen  keiner verbieten. Mein Kennzeichen nämlich. An meinem Auto. Und beim Haider wird auch nicht wirklich eingeschritten, wieso also bei mir. Und falls doch... Dann gründe ich unter meiner Adresse einfach einen kleinen Freistaat: In meinem Land kann ich mein Kennzeichen ja gestalten wie ich will. Oder.
23.02.07

So viel zum Kaloriat

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Nette Meldungskoinzidenz:  Restaurants in Hongkong belegen ihre Gäste jetzt mit Strafen, wenn sie nicht aufessen. Während Nichtaufessen für den österreichischen Durchschnittsmann offenbar von Vorteil wäre: Der schaffte es soeben, gleich hinter dem Griechen, auf Platz 2 der dicksten Europäer. 50,8 Prozent der heimischen Männer sind laut Eurostat, dem statistischen Amt der EU, übergewichtig.
Allerdings hat die Hongkong-Maßnahme nichts mit dem BMI der Hongkonger zu tun, sondern mit Müllvermeidung: 700 Tonnen Speisereste fallen in den Restaurants  täglich an, die möchte man lieber incorporieren.
Auch die heimische Männerbladheit hat mit Müllvermeidung zu tun: Mit vermeidbarer Müllaufnahme, denn übergewichtig werden die Leute  – und  jedes vierte österreichische Kind – nun mal deshalb, weil sie zu viel ungesundes Zeug aufessen und zu viel fernsehen.
 So ein Satz generiert stets gut gemeinte Belehrungsmails des Inhalts, dass das schlechte Zeug halt auch das billige Zeug, Übergewicht  folglich ein Minderprivilegiertenproblem sei. Nur wer es sich leisten könne, habe auch Zugang zu vernünftigen Nahrungsmitteln.
Der Legende vom Kaloriat widerspricht jetzt aber erstens die Eurostat: Denn in ganz EU-Europa sind die Männer durchschnittlich dicker als die Frauen, egal ob arm oder reich. In Österreich etwa sind die Frauen EU-durchschnittlich sogar am dünnsten.  
Zweitens ein kleiner Billa-Preisvergleich: 1 kg Pommes Frites: € 2,92, 1 kg Chips € 2.80, 1 kg Erdäpfel € 0,85.  1 Tiefkühlpizza € 2,29, 1 kg Karotten € 0,89. 1 kg Schwedenbomben € 9,91, 1 kg Bananen € 1,99. Gesund essen kostet nicht mehr, weniger fernsehen gleich gar nichts. Da geht es nicht ums Können; da geht es ums Wollen.

 

22.02.07

Wie man unvernünftig 50 wird

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Seinen 50. Geburtstag feierte Herbert Molin vorgestern ohne Gesülze und ohne Torte, sondern, wie es sich für einen wie ihn gehört, auf der Bühne seines Gürtellokals rhiz: mit einem nicht 100prozentig  peinlichkeitsfreien, vom Publikum gleichwohl heftig akklamierten Kurzauftritt seiner Band The Thorns. Natürlich haben sich die schon in den späten 1980ern aufgelöst, aber für  einen Anlass wie den 50er von Sänger Molin frischt man im Proberaum gern wieder mal drei oder vier Nummern auf.
Wie zuletzt beim 20. Geburtstag der Blue Box, die Molin Ende 1983 gemeinsam mit Partnern im 7. Bezirk eröffnete, und die entscheidend zum Erwachen Wiens, zur Verjüngung und Befindlichkeitsmodernisierung beitrug. Eine Wiener „Szene“ existierte davor ja nur in Mikrospuren:  mit und in der Blue Box, vom  Falter einmal als „New Wave-Hawelka“  bezeichnet, erblühte sie prächtig. Wienerisches wie zugereistes Jungvolk mit popkulturellen Ambitionen fand dort  seinesgleichen und formierte, unter tätiger Mitwirkung des hündisch respektierten Personals, Bands, Beziehungen, Kunst- und Kulturkollektive, Familien und, wie der Molin-50er zeigte, anhaltende Freundschaften.  Immer stabil mittendrin: Wirt Molin.
Seine Anteile an der Blue Box verkaufte Herbie Molin vor wenigen Jahren , die am Musiklokal B72 kürzlich ebenfalls: Das hatte  er in den 90ern, kurze Zeit nach dem rhiz, in den Gürtelbögen eröffnet. Auch bei  der popkulturellen Urbarmachung des Gürtels war Molin einer der ersten vor Ort.
Jetzt ist er also im Ehrenzeichenalter, wenngleich es ihm noch immer am würdigen Ernst mangelt.  Heute wird im Badeschiff noch einmal gefeiert, wieder mit unvernünftig lauter Musik und vermutlich wieder Torten- und Sülzefrei:  wie es einem wie dem Molin eben ansteht.
21.02.07

Kommt drauf an, was man draus macht

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Bei den Finks gibt man nicht so viel auf Formen, das weiß ich zu schätzen. Wir sind zum Essen eingeladen, und Fink öffnet in gestreiften Pyjama-Hosen, einem Footballshirt und einem saublöden Tirolerhut, und bis auf den Tirolerhut, der irgendwann auf den Kopf von Finks Tochter wechselt, ändert sich daran den ganzen Abend nichts. Finks Aufzug konterkariert schön das Finksche Heim, das man sich ungefähr als 1-Million-m2-Loft vorstellen muss, in dem alle 30 Meter ein Grüppchen ausgesucht schöner Möbel auf einem fantastischen Parkettboden herumsteht und so weiter; es treibt mir unschöne Neidwimmerl auf. Fink flackt auf seiner100-Meter-Küchen-Leder-Bank hinterm 100-Meter-Eichentisch, während die schöne Frau Fink kocht, hervorragend übrigens. lmmerhin ist die Akustik scheiße, das kalmiert mich ein wenig. Zudem knallt mir die Finksche immer noch eine Dose von diesem Paris-Hilton-Häppchenprosecco ... weiter lesen ...
21.02.07

Umverteilungssache Fasching

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Einmal gehts noch, dann ist der Fasching vorbei, und mir solls Recht sein. Mir tun die armen Verkäuferinnen leid, die ihr Geld im Fasching  in entwürdigenden Verkleidungen  verdienen müssen. Ich bin froh, wenn ich keine Kostüm-Gschnas-Einladungen mehr abwehren muss: Nein, ich verkleide mich sicher nicht, ich bin eh schon mein ganzes Leben lang unpassend angezogen, das muss genügen.   Es macht mir nicht aus, in der Bim keinen nudlfetten Clowns mit umgeschnallten Plastikbrüsten mehr zu begegnen. Ich habe nichts dagegen, wenn  Läden, Büros und Wohnung, (die Kinder bestehen darauf) endlich nicht mehr mit  gruselbunten Luftschlangen und Girlanden dekoriert sind, jedes Jahr haut mir das  komplett meinen mühselig zusammengerümpelten Einrichtungsstil zusammen: Könnte nicht endlich jemand eine  farblich weniger laute Faschingsdeko designen? Oder ist das ein Widerspruch in sich?
Außerdem: Der Fasching hat so etwas Trauriges, weil man weiß, dass die selben Leute, die sich gestern beim Gschnas so herrlich haben gehen lassen, jetzt wieder den ganzen Rest vom  Jahr die Popschbacken zusammenkneifen: vor der nächsten Weihnachtsfeier kommt von denen nichts Lustiges mehr,  garantiert nicht.
Andererseits ist das bei den meisten Leuten von Vorteil, dennoch wäre grosso modo vielleicht zu überlegen, den Fasching zu lassen und den eruptiven, überkonzentrierten Frohsinn und die auf ein paar Wochen zusammengestauchte Lockerheit  aufs ganze Jahr zu verteilen, das höbe sicher das allgemeine Laune-Niveau.  Die Ballsaison lappt sowieso längst vorn und hinten über den Fasching hinaus,   wäre also ungefährdet. Und  würde es wen stören, wenn sich  Kinder und Narren verkleiden, wann sie wollen, das ganze Jahr über? Also mich nicht.
18.02.07

Im dumme-Ansichten-Gewächshaus

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Irgendwas hat es,  da oben am Küniglberg. Irgendwas ist da. Weil so hoch liegt der Küniglberg ja auch nicht, dass man es der dünnen Luft zuschieben könnte, dass dort so viele Männer so dumme Ansichten über Frauen entwickeln. Es könnte eventuell daran liegen, dass so dumme Ansichten über Frauen, die ja immer mehr vom Aussterben bedroht sind, nur in so einer geschützten Werkstätte wie dem ORF gedeihen können.
Vielleicht ist ja der Künglberg-ORF so eine Art Dumme-Ansichten-über-Frauen-Gewächshaus, wo Dumme-Ansichten-über-Frauen-Gärtner, die außerhalb dieser Anstalt nur schwer vermittelbar wären, die dummen Ansichten gießen und  düngen, hegen und pflegen, wie man das mit bedrohten Pflanzen halt tut.
Manchmal macht einer der Gärtner den Fehler und präsentiert, weil er so stolz ist auf sein seltenes Pflänzchen, der Öffentlichkeit so eine dumme Ansicht über Frauen, und wird dann ausgelacht, beschimpft, es wird ihm der Vogel gezeigt oder sonst etwas total Ungerechtes. Wo die Öffentlichkeit doch lieber froh sein sollte, dass  es so einen Ort, eine Art gallischen Sicherheitstrakt gibt, wo noch jemand die  dummen Ansichten über Frauen vor der missgünstigen Außenwelt beschützt. Wo richtig dumme Ansichten über Frauen noch eine Chance haben, wo es noch Männer gibt, die sich ganz bewusst um dumme Ansichten über Frauen bemühen, überall  sonst verkümmern die dummen Ansichten über Frauen ja zusehends, gehen ein, sterben aus, da muss doch wer was unternehmen.
Zum Glück also schaut einer wie der ORF-Fernsehchefredakteur Karl Amon darauf, *dass förderungswürdige Frauen nicht überfordert werden und sich zu schnell entwickeln“. Jawoll! Der Mann verdient bitte einen Artenschutzorden, einen fetten, so ist es doch.
16.02.07

Tadellose Schenkentscheidung, Horvath

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 Der Horvath hat in seinem neuen Specksteintopf ein Kaninchen alla Cacciatore gekocht, von dem werde ich noch träumen. Mit Erbsen. Und selbstgemachten Nudeln. Die Nudeln macht der Horvath mit einem Gerät, das ich bei ihm bislang nicht gesehen habe: einer nagelneuen, zitronengelben Kitchen-Aid, sehr schick. Sehr schick, Horvath, sag ich, neu? Hab ich der Gattin zu Weihnachten geschenkt, sagt der Horvath, und das ist interessant, denn die Gattin ist berühmt für viele volkswichtige Fähigkeiten, und die Zubereitung von Nahrung gehört nicht dazu. Schicke Küchenmaschine hast du da gekriegt, sag ich zur Horvathischen, schon mal was damit gemacht? Nein, strahlt die Horvath, aber der Horvath! Du schenkst deiner Frau, die niemals kocht, eine Küchenmaschine?, sag ich zum Horvath. Ja, sagt der Horvath, und zwar weil: Letztes Jahr hab ich ihr Inline-Skates zu Weihnachten geschenkt, die hat sie noch kein einziges Mal benutzt, und vorletztes Jahr einen sauteuren Rock, den hat sie noch kein einziges Mal getragen, und heuer hab ich mir gedacht, schenk ich ihr doch was, das wenigstens ich brauchen kann, und sie hat ja auch was davon. Und wir auch, sag ich, und lob den Horvath sehr für seine Schenkentscheidung.
 Dann essen wir glücklich das Kaninchen (die Kinder glauben, es ist Huhn, essen aber trotzdem nichts davon), und führen ... weiter lesen ...
16.02.07

Ostentative Bösewichtelei

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Es ist dieser Tage schwer, dem frisch ausgelieferten Helmut Elsner zu entgehen – vor allem: der Faszination der Figur Elsner; des offensichtlichen Bösewichts Elsner.
Genau das beanstandet der Wiener „Zeit“-Redakteur Florian Klenk in einem Beitrag für den Österreicher-Blog der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ (http://blog.zeit.de/oesterreich): Klenk erinnert daran, dass Elsner  unschuldig ist, und zwar bis zu seiner Verurteilung durch ein Gericht, und er kritisiert, dass der ehemalige Bawag-Chef in den Politik- und Leserbrief-Seiten einiger Boulevardmedien als „Depp“, „Verbrecher“, „Bankenschädling“ und „Jämmerling“ bezeichnet wurde und wird. Das sei, meint Klenk, Medienjustiz.
Das Problem ist nur: Elsner hat sich  in den  Monaten, seit er verdächtigt wird, das Bawag-Desaster hauptverantwortet zu haben, so genussvoll als Bösewicht inszeniert, dass es schwer ist, ihn nicht als solchen zu begreifen. Er ignorierte die Verbitterung der getäuschten Bawag-Kunden, SPÖ-Wähler, Gewerkschaftsmitglieder, er ignorierte Vorladungen, entzog sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln der Justiz und führte stattdessen ungeniert und ostentativ unbeeindruckt sein Reiche-Leute-Leben in Südfrankreich weiter.  Er zeigte keinerlei Anzeichen von Bedauern, Einsicht oder gar Reue. Sein Billig-Luxus-Penthouse in der City und sein aufwändiger Lebensstil  waren ihm keine Erklärung wert. Er ist und war so offensichtlich nicht an der Aufklärung der Vorgänge rund um die Karibikgeschäfte der Bawag interessiert, dass die Idee, Elsner könnte unschuldig sein, tatsächlich wenig Chance hatte, sich in den Köpfen der Österreicher festzusetzen.  Am rücksichtslosesten vorverurteilt wurde Helmut Elsner vor allem von einem: Helmut Elsner.
14.02.07

Wie man Müll vermeidet

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Mail vom 30.1., 14.25 Uhr an die PR-Firma Hochegger/COM: Sehr geehrte Fa. Hochegger, bitte schicken Sie mir keine Presseaussendungen mehr. Herzlichen Dank! Doris Knecht. Mail vom 30.1., 16.16 Uhr, an presse@hochegger.com: Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe sie heute gebeten, mir keine Presseaussendungen mehr zu schicken und bitte Sie hiermit erneut darum: Bitte entfernen Sie meinen Namen aus Ihrer Mailingliste! Mit freundlichen Grüßen, D.K.
Mail vom 31.01., 10.38 Uhr an abmeldungen@hochegger.com: Sehr geehrte Damen und Herren, ich fordere Sie hiermit zum dritten Mal auf, mich von Ihrer Mailingliste zu entfernen und mir keine Aussendungen mehr zu schicken. Danke, mfg, DK. Mail vom 8.2. von presse@hochegger.com an doris.knecht@kurier.at: Anbei senden wir Ihnen eine aktuelle Presseinformation von... und so weiter.
Im Taumel meiner Niederlage gegen hochegger.spam erblicke  ich anderntags die Chance, wenigstens die Post in die Schranken zu weisen, denn zufällig betrete ich den Postboten dabei, wie er unadressierte Blätter von einem großen Stapel in jedes Brieffach  stopft,  auch in meins. „Sie!“, sage ich, „da steht 'Bitte keine unadressierte Werbung'!“ Der Postler aber erklärt mir, es handle sich bei  dem Blatt mit der Titelzeile "wien.at. Voller Elan für Wien",  keineswegs um Reklame, sondern um eine „amtliche Mitteilung“ der Stadt Wien: die müsse gesetzlich in jedes Fach.
Und da eine amtliche Mitteilung sicher wichtige Infos enthält, führe ich sie pronto der Lektüre zu und erfahre u. a., dass „unsere Stadt“ nun „in besten Händen“ sei, von „starkem Abschied“ (Rieder) und „steilem Aufstieg“ (Faymann). Ach ja, „Tipps & Tricks für weniger Abfälle in den Haushalten“ weiß das Blatt ebenfalls. Mir fiele da spontan auch einer ein.

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