29.07.07

Das totale Stanitzl

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Zwei wichtige Jubiliäen prallen dieser Tage aufeinander: Zum 30. Mal jährt sich der Tag, an dem der amerikanische Schnell-Bräter McDonalds den Österreichern den ersten Burger verfüttert hat, zum 60. Mal jenes Datum, an dem Arnold Schwarzenegger zum ersten Mal den Saund des steirischen Idioms vernahm.
Die Wechselwirkung dieser gleichermaßen invasionären Ereignisse ist offensichtlich: Die Amerikaner schickten uns die gebratene, plattgemachte Kuh zwischen zwei halben Weckerln, wir ihnen eine Eiche auf zwei Beinen, die mittels  Über-Brat-Technik alles plattmachte. Die Amerikaner zeigten uns, wie  man ohne körperliche Strapazen die  Oberarmplastik (und  den Restkörper) mit Eigenfett maximiert, Arnold strapazierte die Körper filmböser Amerikaner (und Unamerikaner) maximal kraft seines plastischen Oberarms.
Die Amerikaner brachten uns bei, wie man  Menschen durch Totaleinsatz von Stanitzln voller fettiger Pommes in lebende Birnen verwandelt, Arnie zeigte den Amerikanern, wie man, auch behelfs steirischer Äpfel, zum totalen menschlichen Stanitzl wird. McDonalds lehrte uns, wie man die individuelle Herstellung gemeinsamer Mahlzeiten und deren Verzehr  in privaten Räumen durch schnelle aushäusige Verpflegung ersetzt, Arnold Schwarzenegger verzehrte.... hm, da reißt mir jetzt die Assoziationskette ab.
Aber beide setzen nun zur Weltoptimierung auf die Steirerfabe Grün:  Gouverneur Schwarzenegger möchte Kalifornien zum grünsten Bundesstaat der USA machen, McDonalds die horizontale Expansion des Individuums mit grünem Salat und anderem Gesundangebot stoppen. Steirische Äpfel sind, vermute ich mal, auch dabei.
27.07.07

Kampfhahn im Dienst

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Am sehr heißen Dienstag letzter Woche besuchte Frau G. das Döblinger Bad, kühlte sich mit ihrer Tochter im Wasser ab und beobachtete, wie ein etwa 50-jähriger Mann vom Beckenrand sprang: fraglos eine Regelverletzung. Ein Bademeister habe sofort wild gepfiffen, was der Mann, weil er mit zweien seiner Kinder beschäftigt war und weil im Döblinger Bad permanent gepfiffen werde, nicht auf sich bezog. Worauf der Bademeister auf ihn zugestürzt sei und ihn übel beschimpft habe,  bist du derisch und so weiter.
Der Mann entstieg  dem Wasser, erklärte höflich, er habe nicht gewusst, dass der Pfiff ihm galt, und er werde nicht gerne so angebrüllt: was er  verbrochen habe. Der Bademeister habe sich wie ein aggressiver Kampfhahn (Kopf vor, Schultern zurück, Brust raus) vor den Herrn gestellt und, diesen duzend, weiter gebrüllt,  worauf in Frau G. der Verdacht keimte,  die offensichtlich persische Herkunft des Herrn könnte von Belang sein. Dieser forderte den Bademeister zu Respekt auf, sowie ihn nicht zu duzen. Da verwies ihn der Bademeister des Bades, was der Mann, der für sich und seine Familie eine Monatskarte hat, zu ignorieren trachtete, worauf er, seine österreichische Frau und die drei Kinder, eines ein Baby, von Bademeistern umzingelt wurden, bis die Polizei eintraf.
Obwohl  Frau G. und andere Badegäste gegen diese Ungerechtigkeit und die Respektlosigkeit des dafür scheints berüchtigten Bademeisters protestierten, wurden Mann, Frau und die verstörten Kinder nach einer ergebnislosen Konsultation des stv. Bad-Managers aus dem Freibad entfernt.
Die Entschuldigung der Verantwortlichen bei der Familie sollte sehr angemessen ausfallen.
26.07.07

Freut euch, Leute

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Gute Nachrichten, endlich. Schöne, harmlose, aufmunternde Sommerloch-Nachrichten. „Erstmals Kugelgürteltier in Schönbrunn geboren“! Ja. Kein Pandababy, aber trotzdem. Erstmals Kugelgürteltier in Schönbrunn geboren: Da steckt doch nicht nur eine positive Neuigkeit drinnen, nein, die von bad news gemarterten Leser können sich an gleich drei Fühl-gut-Aspekten erwärmen und erfreuen.
Erstens: Kugelige Bäuche und  Babys, das findet  jeder spannend. Immer wieder ertaunlich, aber: Jede noch so semirelevante Schnepfe wird plötzlich doppelt bis 3,5 Mal so  interessant, wächst ihr plötzlich ein Wamperl: Da will jeder wissen, was genau drin ist und auch, was sonst noch wächst: Wird sie so blad wie Salma Hayek oder bleibt sie so ein Knochengeschepper wie Dings? Bäuche sind super, Babys ebenfalls, und wenn grad keine VIP-Frauen niederkommen, tun’s auch exotische Tiere.
Weil zweitens: Was ist ein Kugelgürteltier? Nie gehört, aber Wikipedia weiß wie meistens Bescheid: Kugelgürteltiere (Tolypeutes) (...) sind die einzigen Gürteltiere, die sich im Bedrohungsfall zu einer Kugel zusammenrollen können. Aha! So! Danke. Wird man sich nächstens im Tierpark genauer anschauen müssen.
Weil es ja, drittens, in Schönbrunn erstmals so ein verkugelbares Baby-Gürteltier gibt, also ein total exklusives Kleintier praktisch. Und wenngleich Kugelgürteltierjunior kein Minipanda und kein Knut ist, ein kuscheliges, haariges süßes Babytier ist es allemal. Außerdem: Eisbären kann bitte jeder. Kugelgürteltiere dagegen... Und wartet nur, bis die Pandas endlich zuschlagen: Das werden gute, richtig gute  Nachrichten. Da kann der dicke Knut aber einpacken.
22.07.07

Was auch passiert

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Vorher: alles wunderbar. Saubere Waggons,  freundliche Schaffner, die auch nett zu kleinen Kindern sind, eine ÖBB, wie man sie sich wünscht. Nachher: alles wunderbar. Saubere Waggons, freundliche Schaffner, die nett zu kleinen Kindern sind, eine ÖBB, wie man sie sich wünscht.
Leider muss dazwischen der Bahnhof St. Anton großräumig abgeriegelt werden. Gefahrengutunfall. Die Reisenden im OEC Gessner Werkstoffe werden nach einer kurzen Pause am Bahnhof Langen darüber informiert, dass der Zug  nicht  weiterfahren kann. Schienenersatzverkehr also: Busse werden in in 20 bis 30 Minuten am Bahnhofvorplatz  starten.
Sowas kann passieren. Was aber garantiert ebenfalls passiert, wenn sowas passiert:  Schlagartig verschwindet das gesamte Zugpersonal, das man um Hilfe bitten könnte, weil man alt oder gebrechlich ist oder allein mit  kleinen Kindern  und entsprechendem Gepäck reist. Mittlerweile vermute ich, dass es in jedem OEC geheime Panikräume fürs Personal gibt, in denen sich dieses, kaum tritt etwas Unvorhergesehenes ein, sofort verbarrikadiert. Alle weg.
Drei Busse fahren schließlich über den Arlberg, und nicht zufällig sitzen alle Reisenden mit  Kindern im letzten, weil sich die Reisenden ohne Kinder mit faszinierender Rücksichtslosigkeit an bepackten, alleinreisenden Eltern, die ihre Kinder im Gewusel nicht verlieren wollen, vorbeidrängeln. Nicht nur kein Schaffner, niemand bietet  Hilfe an. Erst  als wir bei Schnann an einem überwachsenen Schotterweg ausgeladen werden, über den man zum wartenden Zug gelangt, packt ein Mann zu. Dann hilft eine Frau. Danach ist, bis auf 90 Minuten Verspätung, alles wieder wunderbar.
20.07.07

Spiel schön weiter

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Eine Woche lang wurde der allgegenwärtige Vorarlberger Rasenmäher-Soundtrack von der Welt-Gymnaestrada übertönt, jetzt ist Sonntag, alles still, alle weg, enjoy the Silence. Die Gymnaestrada ist vorbei, was mir Recht ist, nachdem mich die Mimis eine Woche lang gezwungen haben, jeden Nachmittag punkt vier den örtlichen Marktplatz aufzusuchen, um dort bis lange nach Sonnenuntergang internationalen Gymnastiktruppen jeglichen Alters bei der Ausübung ihres Lieblingshobbies beizuwohnen. Eh sehr schön, aber ungefähr am vierten Tag hatte ich Gwen Stefanis bei Jazzgymnastikern über die Maßen beliebtes „Wind It up“ einmal zu oft gehört und sehnte den Sound of Rasenmäher heftig zurück. Am fünften Tag konne ich es keine Stunde länger ertragen, zwischen der Kletterluftburg und dem Kletterfelsen des Alpenvereins zu stehen, und meinen Kindern dabei zu zusehen, wie sie sich in langen ... weiter lesen ...
20.07.07

Glück im Selbstversuch

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Jetzt möchte ich auch mal übers Wetter schreiben. Über die Hitze und wie sie einen auf den Rüccken wirft.  Und wie Menschen dazu bringt, echt schlechte Witze zu machen. Oder ich schreibe über den Zusammenhang von Wetter und Glück, was sich ein bisschen aufdrängt, weil  eben wieder so einer Glücksindex veröffentlicht wurde, und danach sind die  unglücklichsten Bewohner Europas jene Lettlands... nein, Estlands! (Vermutlich , weil die Esten von westlichen Idioten ständig mit den Letten verwechselt werden. Himmel,  war der jetzt schlecht.  Weil: die Hitze!)
Die Wahrheit ist aber, dass ich noch immer nicht im 38grädigen Wien, sondern ganz im Westen sitze , der recht moderat mit 29 Grad beheizt wird. Mitunter tue ich das auch in einem Gastgarten  (ein Selbstversuch zur   Erforschung des Wetter-Glücks-Zusammenhangs sozusagen), und weil wir gerne  mehr Gesellschaft hätten, beschließe ich, den alten Schulfreund E. anzurufen.
Bloß ist in diesem Wirtshaus das Telefonbuch unauffindbar, also wird die One-Auskunft konsultiert, wo ich zuerst darüber informiert werde, dass mich dieser Anruf 1,35 Euro kostet. Wenn’s denn sein muss. Dann kriege ich einen freundlichen Herrn ans Telefon, dem ich E.’s Vor- und Nachnamen buchstabiere, die der dann, und das passiert mir nun schon zum wiederholten Mal, nicht findet. Worauf ich meine Mutter anrufe, die den E. ohne Weiteres aus dem Vorarlberger Telefonbuch blättert; und  auch auf herold.at ploppt der E., wie ein weiterer Selbstversuch später zeigt, beim ersten Eingeben auf. Und  zwar kostenlos. Da frage ich mich natürlich, wofür ich die 1,35 bezahlt habe. Das Wort „Nepp“ drängt sich ziemlich  auf.
19.07.07

Das Ätschibätsch-Prinzip

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Leserinnen und Leser zeigten sich mehrfach verwundert über meine gestrige Kolumne,  in der ich Anstoß daran nahm, dass viele Familien  offenbar zu Unrecht bezogenes Kindergeld zurückzahlen müssen. Die Leser plädierten an mein Rechtsbewusstsein: Ich nähme schließlich auch keinen Taschendieb in Schutz, wenn dieser die 50 gestohlenen Euro zurückgeben müsse, warum also diese Familien.
Richtig; aber der Taschendieb weiß, dass er im Unrecht ist, die Gesetze über die Aneignung fremden Eigentums sind klar. Die meisten der inkriminierten Familien allerdings  wußten aufgrund komplizierter Vorgaben nicht, dass sie ein Gesetz verletzen. Bzw. sahen  sich durch eine Weisung des damaligen Sozialministers Haupt aufgefordert, das mit der Zuverdienstgrenze nicht so genau zu nehmen. Hier wurde von Politikern  ein rechtlicher Graubereich   geschaffen, auf den sich viele Bürger dann  verirrten, was nun im Ätschibätsch-Prinzip plötzlich hart bestraft wird:  Ein Vertrauensbruch, wie ich meine, weil verbockt hat das die Politik. Eine Amnestie wäre deshalb nur logisch.
Was anderes. Worüber ich brüte, seit ich eine entsprechende Meldung in im KURIER las: Finde ich es gut, dass die  Richterin im BAWAG-Prozess sich unmittelbar vor dessen Beginn mit Reich, Schön und Wichtig bei der „Starnacht am Wörthersee“  zeigt? Zwei Tage gehirnt, und, nein, finde  ich nicht gut. Mir wärs lieber, die Richterin  würde sich privat bedeckt halten und den Eindruck vermeiden, sie nutze diesen wichtigen Prozess und die damit verbundene Prominenz als Eintrittskarte in die Klatschspalten. Das stärkt  das allgemeine Vertrauen in die Justiz nicht: Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre.
18.07.07

Haben oder nicht haben

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Jetzt sollen 250 Familien dafür büßen, dass ein Gesetz, an dem mehrere Ministerinnen und Minister herumgedoktert haben, nicht funktioniert hat. Die Minister sind alle nicht mehr im Amt, aber die aktuelle Familienministerin, die vermutlich auch  nicht ewig im Amt sein, aber dann durch  die Ex-Amtswürde eher keinen finanziellen Schaden erleiden wird,  will jetzt mal zeigen, dass sie übrigens nicht nur lustig ist. Sondern  wenn nötig, auch mal ordentlich durchgreifen kann, total ohne Rücksicht auf ihre Beliebtheitswerte.
Boah, ist die tapfer. Und mei, ist die arm, denn die Ministerin weine, sagte die Ministerin, manchmal aus Verzweiflung ihren Ministerschreibtisch nass, und daran sieht man, dass die schon ein Herz hat, gell.
Ja, Kdolsky kann nichts für das  Gesetz, das so misslungen ist, dass ein Gutachten schon vor Jahren davor warnte. Aber sie kann etwas dafür, dass es durch akkurate Exekution nun Unglück über viele  Familien bringt.  Ach, es werde zu keinen Härtefällen kommen, versicherte die Ministerin, für  die 5000 Euro weniger vielleicht keine Härte und nur den Verzicht auf zwei, drei  hübsche Kleider und ein paar Friseurbesuche bedeuten: Für die meisten Familien sind  5000 Euro weniger eine echte Härte. Und ein Unglück.
Auch wenn durch die Rückzahlung keine Kinder, wie die kinderlose Ministerin in ziemlich unangebrachtem Zynismus meinte, verhungern werden: 5000 Euro sind  zwei bis vier Familienurlaube, 50 Kinderfahrräder, 200 bis 300 Paar Kinderschuhe, Kindergartengeld für  fast zwei Jahre, gut 20.000 Windeln, Kindergewand für Jahre.
Damit haften  Bürger, Familien, Kinder für missratene Gesetze. Die Politiker, die sie verbrochen haben, haften nicht.
15.07.07

Wiener Ignoranten

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Die Vorarlberger sind beleidigt auf die Wiener, aber puhh. Das Ländle-Zentralorgan Vorarlberger Nachrichten widmete gestern dem Grant auf die Wien und vor allem auf den  Küniglberg  (neben beängstigenden Überschriften: „Ärzte stehen stets Gewehr bei Fuß“) einen guten Teil der täglich mehrseitigen „Gymaestrada“-Berichterstattung.
Denn darum dreht sich der Vorarlberger Zorn: um die „Gymnaestrada“, hierzuländle  gerne korrekt „Welt-Gymnaestrada“ genannt, was die globale Relevanz des Ereignisses betonen soll. Die allerdings, wie ein VN-Kolumnist bitter beklagt, von Rest-Österreich „praktisch ignoriert“ werde, und zwar vor allem von den „großen österreichischen Tageszeitungen“, wenngleich seine Behauptung, am Donnerstag hätten diese über das Weltturnfest „keine Zeile“ berichtet, erwiesenermaßen unrichtig ist, denn der KURIER hat, sowohl hier als auch im Sport. Sssso.
Und hier jetzt gleich noch einmal, denn die Vorarlberger Verärgerung ist verständlich: Die „Gymnaestrada“ ist ein perfekt organisierter Riesenerfolg und mobilisiert nicht nur die 22.000 Teilnehmer aus aller Welt, sondern  abertausende begeisterte Einheimische,  die die zahlreichen Vorführstätten täglich stürmen
Aber für den ORF am Küniglberg ist das Ländle halt sehr weit weg:  So brach man etwa die vom Landesstudio Vorarlberg übertragene glanzvolle Gymnaestrada-Eröffnung einfach ab und berichtet abseits vom Regionalprogramm so gut wie gar nicht über die Veranstaltung. Selbst der sonst stets bis fast zur Bewußtlosigkeit besonnene Landeshauptmann Sausgruber ist verzürnt: Die restösterreiche Ignoranz sei „absolut unerfreulich“. Dem kann man beipflichten.

13.07.07

Nichts als Gewinner

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Vorarlberg, wo ich mich gerade aufhalte, vibriert unter der Gymnaestrada, und was soll ich sagen, es ist total nett. Natürlich bietet es sich meinereiner erst einmal an, billige Witze über diese einwöchige internationale Gymnastik-Treffen zu machen, über kanadische Hopskinder und dänische Rentnerinnen in Stretch-Gewand, die in Fussballstadien und auf Dorf-Bühnen Rhythmusgefühl und Gelenkigkeit bis an den Rand ihrer Möglichkeiten strapazieren.
Aber wenn man vor einer dieser Dorf-Bühnen steht, ist es gar nicht zum Witzeln: Es ist erstaunlich; es ist beeindruckend, es macht Freude, Menschen dabei zuzusehen, wie sie gemeinsam etwas herzeigen, das sie lange zusammen geübt haben. Da applaudiert man richtig gern. Es macht allen Freude, denen oben und denen unten, und Dauerregen hin oder her: Vor der Bühne ist es  immer voll.
Etwa 22.000 Teilnehmende aus 56  Ländern übernachten derzeit in vorarlberger Schulzimmern auf Luftmatratzen, um tagsüber zu zeigen,  was sie daheim monatelang trainiert haben. Das Netteste an der Veranstaltung: Sie  ist wettbewerbsfrei. Und sie funktioniert wahrscheinlich gerade deshalb so gut, weil sie ganz ohne Wettbewerbe auskommt: Es geht bei der Gymnaestrada  nicht darum, wer die Schnellste, der Beste, die Biegsamste, der Perfekteste ist, es geht nicht um Millimeter und Hundertstelsekunden, es herrscht kein Leistungsdruck. Niemand verliert, alle miteinander gewinnen.
Das führt zu entspannten Gesichtsmuskulaturen bei den Beteiligten, zu guter Stimmung im Publikum und zu schwer beeindruckten Kindern, die auf Bierbänken stehen und staunen und sowas auch können wollen. Gut so. Heute gehen wir wieder hin.
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