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| 07/06
| Beschwerden
Sehr geehrte Kundin! Sehr geehrter Kunde!
Herzlichen Dank für Ihr Mail! Ihr Mail ist in der Servicestelle der ÖBB-Personenverkehr AG angekommen und wird einem/einer SachbearbeiterIn zugewiesen. Die Post unserer Kunden ist uns wichtig. Wir werden Ihr Mail möglichst rasch beantworten. Da allerdings vor der Beantwortung meist Recherchen notwendig sind, bitten wir Sie um etwas Geduld!
Mit freundlichen Grüßen
ÖBB-Personenverkehr AG
Anregungen/Kritik
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| 07/06
| Mode & Design
Die Hitze und ihre Folgen auf die Ästhetik im öffentlichen Raum: Was dürfen Männer alles zeigen?
Es gibt wichtigere Sachen, über die man jetzt schreiben könnte. Über den Krieg im Libanon, die vielen toten und verletzten Zivilisten, die zerstörten Existenzen. Über die in den USA entstehende öffentlich abrufbare Sexualtäter-Datenbank. Über eine hübsche Russin, die für ihren schönen Gesang eine österreichische Staatsbürgerschaft geschenkt gekriegt, während gleichzeitig Wissenschaftler aus Österreich ausgewiesen und Familien gnadenlos auseinandergerissen werden. Über Elisabeth Gehrers Drohung, als Wissenschafts- und Unterrichtsministerin auch der nächsten Regierung zur Verfügung zu stehen. Über Erwin Pröll, der immer noch nicht genug Haiderei in der Regierung hatte und über eine Fortsetzung von schwarz-orange halluziniert. Über den neuesten Skandal im Radsport und ob man Doping nicht einfach erlauben sollte.
Trotzdem diesmal: Männer in zu kurzen Hosen. Männer in Socken und Sandalen. Männer in labberigen T-Shirts. Männer ohne labberige T-Shirts, mitten im
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Never get lost in Copenhagen
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| 07/06
| Mensch & Tier
Honzo sagt, wo Natur ist, muss man sie auch zulassen, aber mir reichts jetzt. Sie sollten mal meine Beine sehen, also lieber nicht. Rot, verbissen, verschwollen; was total gelegen kommt, jetzt, wo man sich alle Tage im Bikini präsentieren muss. Wo ich sitze und liege, werde ich von Ameisen gebissen. Sie sind überall. In Wald und Wiese: gut, soll sein. Auf meinem Balkon: gerade noch okay. Zwischen den Polstern auf der Balkon-Bank: hmmm. Im Bett: nein. Auf meinem Schreibtisessel: Es reicht.
Überhaupt, und das richtet sich an die Evolutionsbiologinnen unter meinen Lesern, weil früher wars doch so. Da haben doch nur die roten Feuerameisen gebissen, vor denen war man auf der Hut, das brannte, das juckte, aber die schwarzen waren harmlos. Die taten nichts. Aber jetzt sind auf einmal die schwarzen die üblen Giftbeisser, ja, es scheint überhaupt keine harmlosen Ameisen mehr zu geben, den Ameisen scheint die Evolotion seit den Neunzehnsiebzigern jeglichen Pazifismus und alles devote
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| 07/06
| Stadt/Land
Dann seien doch Sie mal sichtbar post 30 und sitzen in einer nicht unbelebten ländlichen Gegend an einem Freitagabend an einer Bushaltestelle. Die Blicke aus den vorbeifahrenden Autos können Sie sortieren: zu kreditunwürdig für ein Auto, zu blöd für den Führerschein, zu feig, um betrunken heimzufahren. Oder: letztes Mal dabei erwischt worden. Dass man aus der Stadt kommt und lieber öffentliche Verkehrsmittel benutzt, auch wenn man gar nicht muss, kann sich dort draußen keiner vorstellen. Im Bus sitzen dann auch praktisch nur Jugendliche, Kleinkriminelle und Mitbürger mit Migrationshintergrund und ein Betrunkener, der periodisch vom Sitz fällt. Später steigt noch eine Blasmusikantin mit faszinierenden Waden zu, die fährt, wie mir bald klar wird, zur Arbeit, denn in Feldkirch ist Weinfest, was weit önologischer klingt, als es ist: Es geht hier keineswegs um die Qualität des verkosteten Weins, sondern um die dem Individuum gerade noch zumutbare Menge.
Begleitend spielen in der Fussgängerzone alle Blasmusiken des Rheintals gleichzeitig, wenngleich nicht dasselbe, und weil das noch nicht schlimm genug ist, wird mir auch noch
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| 07/06
| Presse-Kommentar
Die Beliebtheit des Finanzministers wirft ein schlechtes Licht auf das Politikverständnis der Österreicher.
Wer Karl Heinz Grasser ist, was Grasser tut, wie Grasser die Welt sieht, woher Grasser kommt und wohin Grasser will, wie Grasser sich selbst großartig findet und wie Grasser sich das Dasein richtet, vor aller Augen, wie er die Unwahrheit sagt und es nachher ungeniert als Missverständnis darstellt: Das hat so ein schamlose Dreistigkeit; man tut sich schwer, eine Metaebene zu finden, von der aus man Grasser kritisieren könnte. Denn was willl man kritisieren? Dass sich ein Politiker, nimmt, was er kann? Und wer will ihn kritisieren? Neidige Journalisten? Neidige Politikerkollegen? Eine neidige Opposition?
Mit großer Selbstverständlichkeit agiert Grasser nach dem Prinzip, dass nur eine Instanz ihn richten könne: die Wähler. Und dass er sich keine Sorgen zu machen und sein Auftreten und Handeln nicht zu überdenken braucht, so lange die Wähler es nicht tun. Und richtig, sie tun es nicht.
Das ist beängstigend. Die Homepage-Affaire, der empörende
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| 07/06
| Schuld und Sühne
Die Kinder sind fünf Tage bei Oma in den Ferien, und selbstverständlich machen wir all die Sachen, die Erwachsenen in Anwesenheit ihrer Kinder streng verboten sind: Wir sitzen jeden Tag schon um halbsieben in Unterhosen vor dem Fernseher, zupfen mit fettigen Fingern Pizza und Cheeseburger aus dem Karton und schauen uns acht bis

zehn Folgen von „
Curb your Enthusiasm“ in Serie an. Ja, geil. Es geht da um Larry David, einen „
Seinfeld“-Produzenten mit ungesundem Hang zur Rechthaberei, und in Anbetracht eines Konflikts um einen Liegestuhl im Kongressbad ein paar Tage zuvor, konstatierte ich beunruhigende Parallelen zu meiner eigenen Charakterkonstruktion. Ja, ich hab den Streit angefangen. Ja, ich war im Unrecht, obwohl andererseits wirklich alle Welt weiß, dass ein Liegestuhl ohne Badetuch ein freier Liegestuhl ist, egal ob er zwischen zwei akut bewohnten Liegestühlen eingekeilt ist oder nicht. Ja, die beiden dummen Schnepfen hatten Recht, als sie sich den Liegestuhl, kaum dass ich mich für zwanzig Sekunden von ihm entfernte, wieder
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| 07/06
| Presse-Kommentar
Mit ihrem „nein“ zum Ortstafelkompromiss zeigt die SPÖ, dass sie kurz vor der Wahl doch noch aufgewacht ist.
Zwei Ereignisse prägten diese Woche innenpolitisch; das eine erwartbar, das andere weniger. Der Termin für die Nationalratswahlen – 1. Oktober – wurde bekanntgegeben, und: die SPÖ stimmte gegen den Ortstafelkompromiss.
Das kommt einigermaßen überraschend, denn erst vor wenigen Tagen hat Bundespräsident Heinz Fischer in der ORF-„Pressestunde“ die von Jörg Haider und Wolfgang Schüssel ausbaldoverte Ortstafel-Lösung als „vorsichtig positiv“ beurteilt. Allerdings war das, bevor den Slowenenverbänden klar wurde, dass sie von Haider mit der Öffnungsklausel über den Tisch gezogen und von Schüssel dazu benutzt worden waren, sein
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| 07/06
| Freunde

Das ist Florian Klenk, der beste Journalist Österreichs, derzeit beschäftigt bei der
"Zeit". Er hat auch einen Blog: so elegant wie interessant. watch it:
www.florianklenk.com
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| 07/06
| Arbeit & Wirtschaft
Die Wohnungen, in die ich dieser Tage eingeladen werde, sind dazu angetan, die ungutesten Aspekte meiner eh schon beklagenswerten Tierkreisdisposition zu herauszuarbeiten. 150 qm Architekten-Neubau mit Riesenterrasse und grünem Rieseninnenhof, 200 qm Loft mit Terrasse und Garten, 400 qm Altbau mit einer Art Privat-Au. Neid. Willauch. Warumhabendiewasichnichthabe. WarumistdasSchicksalsogemeinzumir. Das Übliche. Aber das Wohnen mit Wiese steht im Moment nun Mal in meiner Prioritätenliste ganz oben; hat

wohl was mit der Hitze zu tun und damit, dass mir die Kinder alle Tage zur Kenntnis bringen, dass sie auch so einen Garten wollen wie der Jakob und die Fritzi, nicht nur so einen popeligen kleinen Balkon wie wir. Einen Gar-ten. Ja, ich habs kapiert. Mir steht der Sinn allerdings mehr nach einer Wochenendhütte am Land, in der richtigen Natur sozusagen, und Honzo
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| 07/06
| Presse-Kommentar
Rainhard Fendrich will jetzt Volksschüler dazu benutzen, sein kaputtes Image zu reparieren. Eine „Geschmacklosigkeit“ nannte es die „Presse“ schon gestern völlig zu Recht: Rainhard Fendrich möchte in Zukunft ein Anti-Drogen-Aushängeschild werden und soll dergestalt auf wehrlose Volksschüler losgelassen werden. Da ist man direkt froh, dass man keine Kinder in der Unterstufe hat. Denn es ist recht ekelhaft, wie Fendrich kleine Kinder benutzen möchte, um sein durch jahrelangen Kokainmissbrauch tüchtig angeknackstes Image zu reparieren. Vielleicht sollte er sich noch ein bis zwei kleine Kuschelhunde zulegen: Sowas kommt bei den reiferen Ladies auch immer gut an. Denn welchen Volksschüler interessierts, wenn Fendrich sagt: Kinder, tuts keine Drogen nehmen? Schon im Allgemeinem ist Fendrichs Vorbildfunktion unterdurchschnittlich; im Speziellen – als Idol oder auch nur Ansprechpartner für kleine Kinder – ist er vollkommen
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| 07/06
| Arbeit & Wirtschaft
Trotz des Ungemachs bezüglich seines Bulldingshundes lud der Herr Kabarettist den Langen und mich zur Feier seines Geburtstages. Und kürzlich erst hatten wieder mit irgendjemandem, der sie gleichmaßen großartig fand, über die großartige Möetly-Crüe-Bio „The Dirt“ gesprochen, da fanden wir, das sei für einen Kabarettisten mit Stil und Geschmack ein feines Präsent. Also überreichten wir das Buch mit so zittriger Vorfreude auf die unvermeidlich folgende Verzückung, als sei es ein Packen Fotos unserer Kinder. Erst als der Kabarettist das Geschenk enthüllte, fiel uns spontan ein, dass es der Kabarettist gewesen war, mit dem wir jüngst so begeistert über die schöne Möetly-Crüe-Bio konversiert hatten. Scheißpeinlich, wenn Sie mich fragen.
Dafür musste ich dann wieder mal erklären, warum ich denn immer so schiarch über mein Familienleben schriebe. Für alle, die neu dazugekommen sind: Weil der Unterhaltungswert der idyllischen Familie als solche unterirdisch ist. Weil Sie es in Wirklichkeit zero amüsant finden, Familien beim Miteinander-Liebsein zuzusehen. Weil Sie sich dagegen an
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Never get lost in Vienna