Doris Knecht
| 08/06
| Beschwerden
| Kinder und andere Mitbewohner
| Mensch & Tier
Eins muss ich jetzt mal sagen, es ist besser geworden mit dem Hundedreck auf den Straßen, Applaus, anbetungswürdiges Brigittenauer Mütterrudel. Und Applaus für die sich vermehrenden Hundebesitzer, die beim Gassigehen demonstrativ ein Sackerl tragen, weil sie sich nicht dem Verdacht aussetzen wollen, sich der kriminellen Straßenverscheißung schuldig zu machen. Applaus für

den hübschen Herrn, den ich kürzlich dabei betrat, wie er das Trümmerl, das sein Hund vor unseren Kindergarten gesetzt hatte, unaufgefordert entfernte. Es zeigt sich: Das Unrechtsbewusstsein im Zusammenhang mit Hundekot steigt allmählich. Das ist gut; deshalb applaudieren wir hier auch dem Kollegen S., dem die Steigerung der Gacki-ins-Sacki-Moral in seiner Hund-und-Herrl-Kolumne ein stetes Anliegen ist. Und er hat, auch wenn ich die Windeln meiner Kinder immer selbst besorgt und bezahlt habe, Recht: Herr Bürgermeister, Frau Stadträtin, es müssen mehr Gackerlsackerl-Spender her, an jede Ecke eins, auch wenns stadtbildgestalterischproblematisch ist. Sie können ja einen Gackerlsacker-Spender-Wettbewerb ausschreiben, und dann wieder wen gewinnen lassen, der mit demselben Entwurf schon mal was anderes gewonnen hat, wie bei der Plakatkampagne, wo das Siegerhundefoto schon mal für
die Hundeführerschein-Kampagne verwendet wurde. Applaus! Na, sowas kann natürlich passieren.
Jedenfalls: Es wird besser. Jetzt hätte ich noch gern, dass alle Kampfhunde aus dem Stadtbild verschwinden, und zwar deshalb, weil Kampfhundbesitzer leider oft signifikant blöder sind als der Bevölkerungsdurchschnitt, wie sich kürzlich am Yppenplatz wieder mal zeigte; ja, sehr geschätzter Herr Kabarettist, Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. Aber was macht ein normaler Hundebesitzer, der mit seinem angeleinten Hund an einem alleine spielenden Kind vorbeigeht, das augenscheinlich Angst vor dem Hund hat, was es durch Weinen und Ich-hab-Angst-vor-dem-Hund!-Rufe ausdrückt? Ein halbwegs nicht depperter Hundebesitzer lässt nicht die Leine aus, damit der Hund an den Baum direkt neben dem verängstigsten Kind brunzen kann. Die Mutter natürlich Herzinfarkt, weil was, wenn dass Kind jetzt schreiend davonrennt. Und Hass, aber echt.
Ich weiß schon, was jetzt wieder kommt. Dass ich hysterisch bin und, wie Sedlacek behauptet, eine potentielle Hundevergifterin, wo ich jetzt mal einen kleinen Einwand anbringen muss, weil Moment. Wenn wer nicht mit Kindern kann, ok. Ich respektiere das. Sind nicht jedermanns Sache. Zwar hat keine meiner Töchter je wen gebissen oder wem vor die Füsse geschissen: Trotzdem muss niemand Kinder mögen. Solange die individuelle Abneigung gegen Kinder nicht zu struktureller Familiendiskrimierung führt, ist mir das wurscht.
Aber wehe, ich sag mal, dass ich Hunde nicht mag und Angst habe vor Kampfhunden, da bin ich gleich eine gestörte Soziopathin und gehör in eine Einrichtung. Da stimmt doch was nicht, also wirklich.
"weil Kampfhundbesitzer leider oft signifikant blöder sind als der Bevölkerungsdurchschnitt"
"oft" muß hier gegen "fast immer" getauscht werden
der Hund dient in diesen Fällen als Waffe und als Mittel gegen Minderwertigkeitskomplexe
in eine Großstadt gehören weder Autos noch Hunde