23.09.06

Das war ein verdienter Sieg

Doris Knecht | 09/06 | Kunst & Kultur | Kurier-Kolumne | Prost Mahlzeit | Schuld und Sühne | Zuerich

Es war ein harter aber gerechter Kampf, als Donnerstag Abend am Wiener Sportklub-Platz schweizer und österreichische Literaten gegeneinander  Fußball spielten. Und es geschah etwas für dieses Land  Extraordinäres: Wir demütigten die Schweizer mit einem verdienten 7:1.
Nein, ich habe nicht mitgespielt, und ich neige   nicht  zu blödpatriotischer Fremdsieganeignung: Der Triumpf gebührt allein den Herren Literaten um Kapitän Georg Bydlinsky, die vor begeistertem Publikum großartige sportliche Leistungen er-brachten. Ich habe zur österreichischen Chancenmaximierung nur getan, was ich konnte: indem ich  das fast vollzählige Schweizer Team - einen von denen kenn ich zufällig - am Abend vor dem Spiel  nach einem Empfang des Schweizer Botschafters ins *Wolf" verzahrt habe, wo die sich dann bis Sperrstund mit  Bier und Rotwein glücklich niedergetschechert haben. Um circa ein Uhr früh hat der gute *Wolf"-Wirt die Siegeschancen der Österreicher weiter optimiert, indem er alle Schweizer auf einen Schnaps eingeladen hat. Anderntags nahm dann irgendwer in der Pension, in der die Schweizer nächtigten, frühmorgens einen Presslufthammer in Betrieb; das war aber nicht ich.
Es war ein schönes Auftaktspiel für die Euro 08, die Österreich und Schweiz ja zusammen veranstalten, und zwar hoffentlich, wie die Initiative *Doppelpass"   mit diesem Spiel und einer Menge anderer Ideen anregen will, nicht nur auf rein sportlichem Gebiet.
Also, mehr oder weniger sportlich: Wie ich zwischen einem grünen und einem roten Stadtrat auf der Tribüne Tor um Tor bejubelte, zeigte ein schweizer Autor  eine schöne  Schwalbe und stand dann nicht gleich auf. Hat der sich jetzt was getan,  sagte einer der Stadträte. Ich aber wußte: Hat er nicht. Der war nur  müde. 

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» 30.09.06 07:47

Na ja, die Autorin saß nebenbei erwähnt, mit dabei, zusammen mit der Schweizer Restdelegation der Mannschaft im "Wolf". Ob eine ähnliche Auswirkung des fröhlichen Abends auf Ihr Schreiben auszumachen ist - analog zu unserer Spielqualität - kann nicht mit Bestimmtheit bewiesen werden...
Mit Kickergruß, wieder aus Zürich.
Urs Heinz Aerni

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