Doris Knecht
| 10/06
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| Stadt/Land
Die Erwin-Wurm-Ausstellung im MUMOK angeschaut und festgestellt: eigentlich brauchst du im Leben nur eine sehr gute Idee. Erwin Wurm hatte drei, und die sind nicht nur gut, die sind großartig. Am großartigsten sind die „Instructions on how to be politically incorrect“, so gescheit deppert wär man selber auch gern mal. Seit der Kippenberger-Retrospektive hab ich mich in keiner Ausstellung mehr so gefreut wie jetzt beim Wurm. Die Kinder übrigens auch, wenngleich die natürlich das „Fat house“, das „Fat convertible“ und die Männer, die die Erde verschluckt haben, am tollsten fanden. Anschauen, unbedingt.
Danach hab ich mich gleich nochmal
gefreut; darüber, dass wir in Wien ein Museumsquartier haben, denn das ist, wenn einem die muquaimmanente Konflikterei mal drei Stunden lang wurscht ist, ein prima Ort, an dem sich extrem gerne aufhält: ein Platz nämlich.
Es gibt in Wien ja sonst kaum richtige Plätze, also Plätze im Sinne von: Platz haben. Der Stephansplatz ist ein Touristengewurl, die meisten anderen Plätze sind Parkplätze. Wenn Am Hof für einen kurzes Marktwochenende mal die Autos weggeräumt werden, bedauert man vor allem, dass das nicht immer so ist.
Insofern hatte auch Bezirksvorsteherin Stenzel eine gute Idee, als sie beschloss, Parkplätze für Anrainer zu schaffen. Fremdautos aus der City zu vertreiben oder sie darunter in teuren Garagen zu verstecken. Nein, die Innenstadt soll nicht nur denen gehören, die darin wohnen. Aber je weniger Autos dort Raum verstellen, desto brauchbarer wird sie für alle Wiener, die dort flanieren, auf Stadtmöbeln sitzen und ihre Kinder rennen lassen können, während sie was trinken – in Schanigärten. Die lassen Sie uns bitte: die brauchen wir zum Platz dazu, unbedingt.