Doris Knecht
| 11/06
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Zuerst wird das Papier erzeugt: schweres schneeweißes Papier, dafür benötigt man Rohstoff und Energie. Das Papier wird in eine Druckerei gefahren (Energie, Umweltbelastung), bedruckt, geschnitten, gefaltet, geklebt (Energie, Druckfarbe, Klebstoff, Abfall), dann mit bedruckten weißen Adressetiketten beklebt (Energie, Druckfarbe, Kleber Abfall), sortiert (Energie), in die Poststellen gefahren (Energie, Umwelt), sortiert und vom Postboten in mein Brieffach gelegt.
Dem ich es dann entnehme: Ein großes, adressiertes Kuvert mit grünem Rand und dem orthografienostalgischen Warnhinweis „Stop!“, das ein weiteres grüngerandetes Kuvert mit Warnhinweis („Bis hierher und nicht weiter!“) enthält, das ein weiteres Kuvert mit
Hinweis („Letzte Warnung!“) enthält, das einen Werbefolder enthält, der mir persönlich ein Angebot meinen Internetanschluss betreffend unterbreitet. Will ich nicht: Folder und einszweidrei Kuverts landen im Papiermüll, dann im Altpapier-Container, den Müllmänner in einen Müll-LKW (Energie, Umwelt) entleeren, den das Müllauto in eine Wiederverwertungsanlage fährt (Umwelt), wo es zerstört (Energie) und zu neuem Papier verarbeitet wird (Energie, Umwelt).
In der Rolle des Bösewichts diesmal: die Telekom, die ihren Internet-Kunden einfach eine email schicken und damit die Kosten für den ganzen Verschwendungs- und Verschmutzungsaufwand hätte sparen können.
In Paris wird es ab nächstem Jahr keine Plastiksackerl mehr geben, weil die zu jährlich 8000 Tonnen umweltbelastendem Müll werden. Bei uns ist ja noch nicht mal die Vorstellung eines Lebens ohne Plastiksackerl vorstellbar. Oder ein Nachdenken über, z. B., die Konsequenzen des Verschickens von lustigem Papier... It‘s economy, stupid! Asso. Ja, dann.