9.11.06

Mach doch mal selber (II)

Doris Knecht | 11/06 | Kurier-Kolumne

Wieder mal das Kleingedruckte nicht gelesen. Sehr wohl, belehrt mich der Post-Pressesprecher nach der gestrigen Post-Kolumne, enthalte die Post-Broschüre  Informationen darüber, wer mit der Reparatur meines Hausbrieffaches (so heißt das nämlich: Brieffach. Nicht Briefkasten. Briefkästen sind große gelbe Einwurfboxen im öffentlichen Raum.) dran ist. Stimmt: Für  Brieffach-Reparatur ist jetzt Hauseigentümer oder -verwaltung zuständig, nur das Kaputtmachen  besorgt weiterhin der Postler. Oder der Werbemittelverteiler, aber der darf bei mir nicht ran.
Denn für das Hausbrieffach (obwohl. Im Brief zur Post-Broschüre, ist konsequent von Briefkasten die Rede, wo doch zweifellos das Brieffach gemeint ist.  Das verwirrt mich.)  ist die Post nun nicht mehr zuständig, das will sie mit dieser Broschüre ein für alle Mal klarstellen.
Auch wenn die  Unzuständigkeitsbewußtseinsschärfung   etwas untergraben wird durch den Umstand, dass ein postgelben Folder in posttypischer Typo „Tipps und Infos“ für „Ihr neues Brieffach“ gibt, für das die Post nicht mehr zuständig ist. Psychologisch irgendwie unglücklich.
Im  Brief dazu erfreut mich die Post, „wenn Sie schon mal darüber nachgedacht haben, den Verzichtskleber von Ihrem Briefkasten zu entfernen“, mit einem „ganz besonderen Angebot“: ein „Rabatt-Gutscheinheft aus dem Handel im Wert von insgesamt EUR 60,-!“ Juhu!
Dazu drei Fragen: Hält mich die Post für blöd? Denn wer besorgt sich kompliziert mit frankiertem Rücksendekuvert ein „Bitte-keine-Reklame-Pickerl“, um das Brieffach Rabattmistfrei zu halten, und lässt sich dann von einem Rabattreklameheftl umstimmen? Und warum schert sich die Post um ein Pickerl auf etwas, für das sie gar nicht zuständig ist?
« Mach doch mal selber | Main | Gar nicht wie Wien »