Dazu -
>und die schokoladeesser für die kindersklaven, die an der elfenbeinküste kakao ernten, und die orangensafttrinker für die kids, die hier auf brasilianischen plantagen zu tode geschunden werden
- würd ich gern einwerfen: Das musst Du nicht, Schokolade und O-Saft aus fairem Handel gibts mittlerweile in jedem halbwegs sortierten Supermarkt, ist nur eine Frage der Konsumentscheidung - aber Koks mit Fair-Trade-Siegel? Eben.
V
schnell, selbstbewußt, aggressiv, zielstrebig und unermüdlich!
mit einem wort: jungdynamisch, das sind die gefragten eigenschaften.
von nix kommt nix.
und: böses, böses kokain!
liebe vera, ohne deine konsumgewohnheiten zu kennen vermute ich dass dein ganz normaler täglicher einkauf auch bei hohem anteil an fairtradewaren mehr übel auf der welt finanziert als der gelegentliche konsum von kokain, es sei denn du lebst komplett deglobalisiert am und vom selbstversorgerbiobauernhof. und leider ist das zitiert UNO-büro, das nicht viel mehr ist als ein außenposten der US-drogenbehörde DEA, für die misere wesentlich mehr verantwortlich als die von ihr denunzierten konsumenten. die wissen schon, warum sie vom eigentlichen problem ablenken wollen, glaub mir.
Lieber Klaus,
die Institutionenkritik unbenommen, da bin ich keine Expertin, aber das ad-personam-Argument ist ein Holler. Wenn ich als Konsumentin statt der Rauschdroge Kokain die Rauschdroge Grüner Veltliner konsumiere, dann stütze ich durch meine Nachfrage vielleicht die Wachauer Weinwirtschaft, aber nicht die internationale organisierte Kriminalität. Die Branchen Waffen- Menschen- Drogenhandel sind alle nachfragegetrieben, und auf diese Mitverantwortung darf man den Nachfrager schon amal zart aufmerksam machen, denk ich.
Und mein ganz normaler täglicher Einkauf finanziert garantiert nicht so viele Übel. Da lässt sich nämlich mit so einem Haushaltbsbudget schon einiges in Richtung Gutmenschentum bewegen.
Ist aber halt nicht so bequem wie die Verantwortung für das eigene Konsumverhalten bei den bösen Machteliten abzugeben.
Nix für ungut,
v
liebe doris, tschuldigung, aber das ist ärgerlich. nämlich dieses drogenkonsumenten-bashing. ja, koksen ist sehr gefährlich und sehr ungesund, auch wenn kokain zum unterschied von heroin, nikotin und alkohol nicht körperlich abhängig macht. aber warum sollen erwachsene menschen nicht gefährlich und ungesund leben dürfen, solange sie andere damit nicht gefährden?
und wenn man kokainuser für drogenkriege verantwortlich macht, muss man konsequenterweise handyuser für den krieg im kongo zur rechnenschaft ziehen, wo millionen menschen unter anderem für billiges coltanmetall für die mobilfunkindustrie starben, und die schokoladeesser für die kindersklaven, die an der elfenbeinküste kakao ernten, und die orangensafttrinker für die kids, die hier auf brasilianischen plantagen zu tode geschunden werden, und und und...
oder man erkundigt sich bei experten in den drogenexportierenden ländern (oder liest z.b. von robert lessmann: "zum beispiel kokain" bzw. "drogenökonomie und internationale politik"), um zu erfahren, dass der drogenkrieg ein von wirtschaftlichen und politischen eliten gewollter krieg und die prohibition lediglich ein mittel zum machterhalt ist. das elend des kokabauern in bolivien, der von der uno zum terroristen gestempelt wurde, das elend der favelabewohnerin in rio de janeiro, die von der polizei zum abschuss freigegeben ist, das elend des asylwerbers in wien, dem legale arbeitsmöglichkeiten versagt sind und das elend des psycherls, das seine suche nach dem schnellen glück nicht auf die linie kriegt, das lässt sich nicht mit moralistischer ächtung mildern: it's economy, stupid.