23.12.06

Lassen wir es, wie es ist

Doris Knecht | 12/06 | Frauen / Männer | Kurier-Kolumne

Die Themen suchen sich die Zeit oft schlecht aus; so kurz vor Weihnachten würde ich gern was  Besinnliches, Versöhnliches schreiben. Halt, versöhnlich geht: Diese Woche und diese  Kolumne waren von Kindergelddebatten und Einkommensbericht dominiert, und ich verzürnte die Hausfrauen. Die Wut ist  groß, und das tut mir leid:   Ich wollte niemanden beleidigen oder verletzen, ich entschuldige mich.
Nein, ich will keine Gräben zwischen Frauen und Müttern, Hausfrauen und berufstätigen Müttern aufreißen. Ich will darüber reden. Ich will... Vorschlag. Spielen wir ein Denkmodell durch, das Modell Lassen-wir-doch-alles-wie-es-ist.
 Lassen wir es doch, wie es ist. Fordern wir nicht ständig Utopisches, nützt eh nichts, macht nur schlechte Stimmung. Sagen wir: Männer sind das stärkere, wichtigere Geschlecht, sollen sie die Bestimmer sein, an besseren Positionen sitzen, höhere Löhne bekommen, sich nicht mit Haushalts- und Kinderkram beschäftigen müssen. Akzeptieren wir, dass die Natur den Frauen die Rolle der Gebärenden zugeteilt hat, der Helfenden, der Fürsorgenden, der Abhängigen, der Schwächeren, der Duldenden. Nehmen wir das hin. Diskutieren und streiten wir nicht mehr; es war nicht so gemeint. Lassen wir es wie es war. Denkmodell Ende.
Wenn wir das nicht wollen (worüber ich  mir  nicht mehr ganz sicher bin), müssen wir etwas dagegen unternehmen, Männer und Frauen, Politik und Unternehmer. Müssen wir umdenken, verändern, streiten, denn nicht alle werden das goutieren. Wenn wir nicht wollen, dass es so bleibt, müssen wir, harte Arbeit, dafür sorgen, dass es besser wird.
Ein „frohes Fest“geht sich noch aus: frohe Weihnachten, happy Chanukka wünsche ich, und schöne Feiertage. Streitfreie, hoffentlich.
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