Doris Knecht
| 12/06
| Arbeit & Wirtschaft
| Kinder und andere Mitbewohner
| Kunst & Kultur
| Kurier-Kolumne
Vor Weihnachten springt in den Menschen verlässlich der Altruismus-Detektor an, ortet in ihnen eine Anlage zum Gutsein, ein bisschen schlechtes Gewisses oder beides; dann tun sie Gutes oder spenden oder beides. Schlecht? Im Gegenteil: davon leben Hilfsorganisationen das ganze Jahr. Vor Weihnachten interessiert man sich zudem viel mehr als sonst für die Situation von Kindern; und zwar auch fremden. Schlecht? Nein.
Es gibt aber auch Leute, denen Wohl und Weh fremder Kinder das ganze Jahr über nicht egal ist, und die sich einfach so, obwohl sie eigentlich gar nichts damit zu tun haben, etwas überlegen, um das Wohl mehr und das Weh weniger zu machen.
Vor Weihnachten werden jetzt schon zum achten Mal Bilder zugunsten der Österreichischen Muskelforschung versteigert, u.a., um die
Einrichtung einer „Muskelklinik“ beim Preyer’schen Kinderspital zu unterstützen. Dieses Jahr wurden diese Bilder von 36 österreichischen Künstlerinnen und Künstlern – darunter Hubert Schmalix, Erwin Wurm und Fabio Zolly – gemeinsam mit 100 Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren geschaffen: die Arbeit in den Ateliers soll für alle ein ziemliches Erlebnis gewesen sein. Wobei sich, wie die Initiatorin des Projekts, Kunstvermittlerin Alexandra Grubeck, im Katalogvorwort bemerkt, „vor allem der Moment des rechtzeitigen Aufhörens als besonders heikel entpuppte.“ (Wer selbst Kinder hat, sagt hier: haha.)
Kommenden Montag wird im Wiener „Minopolis“ ab 19 Uhr alles versteigert. Davor, ab fünf, gibts ein Kinderprogramm (anmelden!
office@muskelforschung.at): man kann sich also gut unterhalten, gute Kunst anschauen, gute Kunst ersteigern und Gutes tun, oder alles auf einmal. Vorweihnachtliches Multitasking, sozusagen. Schlecht? Na.