Doris Knecht
| 01/07
| Arbeit & Wirtschaft
| Kunst & Kultur
| Kurier-Kolumne
Während sich die Rumänen scheint’s nur schwer von der Sitte trennen können, Schweinen zum Jahresausklang rituell den Hals abzuschneiden, tut sich die SPÖ mit den Studiengebühren hart: ja, nein, vielleicht oder vielleicht ein bissl? Die Rumänen haben es vergleichsweise leicht (und die Schweine sagen: mulţumesc!), denn ab dem neuen Jahr verbietet die EU den beliebten Brauch. Die Sozialdemokraten aber müssen sich selbst überlegen, ob sie einer Koalition mit der ÖVP eine ihrer heiligen Kühe opfern wollen. Oder nicht. Oder nur ein bissl . . . Das Schulterscherzl vielleicht oder eine saftige Wade. Das neue Jahr wird es weisen.
Da dieses neue Jahr noch so
frisch ist, und weil einige noch mit Kopfschmerzen ein wenig am alten laborieren, wollen auch wir es noch nicht ganz vergessen. Und uns einiger seiner lachhafteren Seiten erinnern: Auch 2006 war diesbezüglich auf den Journalismus Verlass.
Im KURIER etwa wurde der erste Preis für den, ähm, ungescheitesten Titel einstimmig an folgende Zeile vergeben: „Keine Spur von amputiertem Bein“. Applaus und Jubel, wenngleich unbekannt ist, ob das Bein zwischenzeitlich einen C.S.I.-verwertbaren Abdruck hinterlassen hat. Ebenfalls in der journalistischen Notaufnahme erspähte der „Hohl“-Spiegel die Titel „Internist nimmt Patientin aus“, und „Tödliches Gebräu tut Kindern gut“.
In der Süddeutschen Zeitung selbst gefunden dagegen eine kleine Philosophie von zeitloser Schönheit, vorgetragen vom betagten Rock-Musiker J.J. Cale: „Ich sag’ euch, was Geschichte ist: Der Wind kommt von rechts, und am nächsten Tag kommt er von links. Das ist Geschichte.“ So simpel ist das. Und so gesehen wird auch das Jahr 2007 garantiert Geschichte machen; womöglich schon heute.