Doris Knecht
| 02/07
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Der Abgeordnete Josef Broukal lacht gerade über die Blasmusik, nichts zu lachen hat er dagegen mit der Post, ein Schicksal, das er mit vielen anderen Österreichern teilt.
Das Primärproblem mit der Post ist ja: Das Prinzip Bürgergesellschaft perlt an ihr ab. Der verärgerte Postkunde kann die Sache nicht selbst in die Hand nehmen, Lobbyismus, Kolumnismus, Kapitalismus: ist der Post dudeldei, gibt ja keine Alternative. Das ermöglicht ein Unternehmensprinzip, in dem Kunden gegen Angestellte ausgespielt werden und Angestellte gegen Kunden, und am Ende weiß meistens einer nicht, wohin mit seinem Ärger.
Der Abgeordnete Broukal zum Beispiel wohnt im 14. Bezirk und ist, wie der Medienkonsument weiß, tagsüber recht berufstätig. Es geschieht also, dass Broukal, wenn die Post ihm Pakete und eingeschriebene Briefe zustellt, nicht daheim ist, wofür die Post die Hinterlegung erfunden hat, nur dass in Broukals Fall die Briefe im Postamt 1140, die Pakete aber im Postamt 1142 hinterlegt werden. Dazwischen liegen zwei Kilometer, die sich Broukal gern ersparen würde, weshalb er vor einiger Zeit schriftlich anfrug, ob es nicht möglich wäre, Briefe wie Pakete bei 1142 zu hinterlegen. Er erhielt einen etwas zynischen Antwortbrief: Dessen Verfasser bedankte sich dafür, dass Broukal sich so viele Gedanken über die Post mache und verwies auf postinterne Probleme, tja, leider, mit freundlichen Grüßen.
So holt Broukal seine Briefe weiterhin bei 1140 ab, seine Pakete aber bei 1142, und könnte der Post noch elf weitere Briefe schreiben, einer schärfer als der letzte, nur lassen die Erfahrungsberichte zahlreicher anderer Postkunden vermuten, dass das die Antwortqualität nicht optimieren würde. Oder dass sich gar was ändert... haha. Hahahahaha.