Nette Meldungskoinzidenz: Restaurants in Hongkong belegen ihre Gäste jetzt mit Strafen, wenn sie nicht aufessen. Während Nichtaufessen für den österreichischen Durchschnittsmann offenbar von Vorteil wäre: Der schaffte es soeben, gleich hinter dem Griechen, auf Platz 2 der dicksten Europäer. 50,8 Prozent der heimischen Männer sind laut Eurostat, dem statistischen Amt der EU, übergewichtig.
Allerdings hat die Hongkong-Maßnahme nichts mit dem BMI der Hongkonger zu tun, sondern mit Müllvermeidung: 700 Tonnen Speisereste fallen in den Restaurants täglich an, die möchte man lieber incorporieren.
Auch die heimische Männerbladheit hat mit Müllvermeidung zu tun: Mit vermeidbarer Müllaufnahme, denn übergewichtig werden die Leute – und jedes vierte österreichische Kind – nun mal deshalb, weil sie zu viel ungesundes Zeug aufessen und zu viel fernsehen.
So ein Satz generiert stets gut gemeinte Belehrungsmails des Inhalts, dass das schlechte Zeug halt auch das billige Zeug, Übergewicht folglich ein Minderprivilegiertenproblem sei. Nur wer es sich leisten könne, habe auch Zugang zu vernünftigen Nahrungsmitteln.
Der Legende vom Kaloriat widerspricht jetzt aber erstens die Eurostat: Denn in ganz EU-Europa sind die Männer durchschnittlich dicker als die Frauen, egal ob arm oder reich. In Österreich etwa sind die Frauen EU-durchschnittlich sogar am dünnsten.
Zweitens ein kleiner Billa-Preisvergleich: 1 kg Pommes Frites: € 2,92, 1 kg Chips € 2.80, 1 kg Erdäpfel € 0,85. 1 Tiefkühlpizza € 2,29, 1 kg Karotten € 0,89. 1 kg Schwedenbomben € 9,91, 1 kg Bananen € 1,99. Gesund essen kostet nicht mehr, weniger fernsehen gleich gar nichts. Da geht es nicht ums Können; da geht es ums Wollen.