Doris Knecht
| 02/07
| Beschwerden
| Kurier-Kolumne
| Schuld und Sühne
Das W gefällt mir nicht, ich finde, das W ist zu groß. Das W sollte massiv kleiner sein oder überhaupt: weg. Das W ist im Vergleich zu den Ziffern zu dominant, finde ich, und lästig ist es auch, speziell in der Provinz, wo einen das W immer sofort als Gscherten ausweist, wurscht ob man qua Geburt eine Gscherte ist, oder ob einen nur die Wohnadresse dazu gemacht hat. Das W finde ich diskriminierend; auf das W werde ich verzichten. Oder vielleicht, dass ich’s ganz mini, hinter dem Endbuchstaben aufmale, so klein, dass es von Weitem wie ein Punkt aussieht? Oder ich könnte das Wappen ein bisschen kleiner machen, schön mittig rücken und das W darunter picken. So könnt’s gehen.
Der blaue Balken muss aber weg; den finde ich überhaupt nicht schön. Dieses Yves-Klein-Blau ist doch haargenau diese Saison schick und dann erträgt diese Kreischfarbe niemand mehr. Steht auch keinem. Und es passt mit dem Rot-weiß-rot von den Rändern oben und unten null zusammen und mit dem Lack von meinem Auto sowieso nicht. Wenn, dann müsste das Blau viel dunkler sein; so ein edles Nachtblau vielleicht, aber eigentlich ist blau auf so einem kleinen Ding einfach eine Farbe zuviel, also weg damit. Die Sternchen kann man ja rot machen und schön verteilen. Und das Weiß müsste mehr ins Elfenbeinige tendieren... nein, Eierschale! Ja, Eierschale ist gut.
Weil wenn der Haider ungestraft an seinen Ortstafeln rumbasteln darf, kann mir das doch bei meinen Autokennzeichen keiner verbieten. Mein Kennzeichen nämlich. An meinem Auto. Und beim Haider wird auch nicht wirklich eingeschritten, wieso also bei mir. Und falls doch... Dann gründe ich unter meiner Adresse einfach einen kleinen Freistaat: In meinem Land kann ich mein Kennzeichen ja gestalten wie ich will. Oder.
wunderbare idee
wie das dann aussehen kann, ist hier zu betrachten:
http://manschindler.twoday.net/stories/3364783/