01.03.07

Wie man eine Frau befriedigt

Doris Knecht | 03/07 | Arbeit & Wirtschaft | Beschwerden | Frauen / Männer | Kinder und andere Mitbewohner | Kurier-Kolumne

Kürzlich lief eine dieser vielgelobten dänischen Krimiserien, in denen die Polizisten und Polizistinnen, während sie brutale Morde bearbeiten, ständig Beziehungsprobleme besprechen, mit Einsamer-Wolf-Ermittlern und schicken, hantigen Polizeichefinnen. In dieser hatte  der  Einsame Wolf  eine Affäre mit der schönen Ermittlerin, und die  Polizeichefin stand vor der Pensionierung. Also nahm sie sich die schöne Ermittlerin zur Brust und machte ihr klar, dass sie gute Chancen auf ihre Nachfolge habe, aber sie solle sich doch endlich einen soliden Kerl finden und sich ein paar Kinder machen lassen, denn „in diesem Job kannst du nur Karriere machen, wenn du auch einen Ausgleich hast“.
Soll heißen: glückliches Familienleben und berufliche Selbstverwirklichung, das macht man am besten gleichzeitig. Da schlenkert unsereins natürlich mit den Ohren, weil: sapperlott! Ist das überhaupt erlaubt? Die Frage drängt sich auch angesichts der Leserbriefe zur deutschen Krippendebatte gestern im KURIER auf, in denen fast durchwegs die Ansicht vertreten wurde, ein Kind, das die ersten drei Lebensjahre nicht ausschließlich von seiner Mutter (zur Not: vom Vater) betreut werde, nehme irreparablen Schaden. Was die Kinderpsychologie nicht bestätigt.
Gesellschaftlicher Konsens herrscht dagegen darüber, dass nicht genug Kinder geboren werden und der Kinderwunsch der jungen Frauen dringend irgendwie angezwirbelt werden sollte... aber wie? Viele fänden es halt immer noch am pragmatischsten, wieder allen Frauen ein unbezahltes Vollzeit-Hausfrau-und-Mutter-Modell als total befriedigend schmackhaft zu machen, das spart Steuergeld und  Arbeitsplätze. Aber, wie auch CDU- und ÖVP-Frauen klar machen: Die 1950er Jahre sind nicht nur lange vorbei; sie sollen es auch bleiben.
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