Doris Knecht
| 04/07
| Beschwerden
| Kinder und andere Mitbewohner
| Kurier-Kolumne
| Schuld und Sühne
Die Gesundheitsministerin sage, so war dieser Tage häufig zu lesen, dem jugendlichen Kampftrinken den Kampf an. Putziges Wortspiel, das man natürlich gerne in Bilder umgesetzt sehen möchte.
Welche Waffen wird Andrea Kdolsky dabei einsetzen? Wird sie, ähnlich wie bei ihrem Olla-Aktionismus, ein Schnapsglas über jeden Finger stülpen und sich dabei fotografieren lassen, wie sie diese Insignien der Trunksucht zerschmettert? Wird sie in Lokale mit jugendgefährdenden Billigschnaps-Angeboten gehen und den Wirten ihren Fusel ins Gesicht schütten oder sie ihn gar selber saufen lassen?
Oder geht sie am 13. April nach Markt Piesting in Niederösterreich ins Cafe Lehn auf die Party der JVP und des NÖAAB und löst dort ihren „Getränke-Bon für einen Cocktail“ ein, den man aus der Einladung ausschneiden kann? Wenn sie den vertrunken hat, kann sie weitere „Getränke um Euro 1,-“ konsumieren: falls sie nicht weiß, welche, hilft ihr ein kleines Foto, das drei Gläser zeigt, eins mit was rotem, fruchtigem, eins das ausschaut wie ein Mojito, bei dem man bei der Minze gespart hat, und eins, das stark einer Margarita ähnelt. Aber, halt, nein: Die Ministerin kriegt gar nichts, denn sie ist für die JVP/NÖAAB-Sause zu alt. Die Einladung gilt, wie fett vermerkt wird, „exklusiv für 13- bis 24-Jährige“.
Die Einladung wurde mir von der Mutter eines 13-Jährigen gemailt, der den Zettel nach Haus gebracht hat. Sie sei, schrieb die Frau, höchst irritiert davon, dass „eine Partei bereits 13-Jährige zu Saufgelagen einlädt“. Der Sohn jedenfalls habe die Einladung mit den Worten weggeschmissen, er fühle sich „zu jung für sowas“. Kluger Kerl. Wenn jetzt nur auch noch die JVP so gescheit würde: Vielleicht hilft ihr die Gesundheitsministerin mit einer putzigen Aufklärungskampagne dabei.