Doris Knecht
| 04/07
| Kurier-Kolumne
| Mensch & Tier
Auf der kleinen Grünfläche in der Nähe meiner Wohnung kann ich jetzt manchmal am späten Nachmittag ein paar Mädchen beobachten, Zehn-, Zwölfjährige, die dort ihre Hamster und Meerschweinchen aus ihren Käfigen lassen: Es ist ein Gelächter und Gequieke und Herumgespringe, und es macht Freude, ihnen zuzusehen.
Das war letztes Jahr noch nicht. Letztes Jahr war diese Grünfläche ein Hundeklo, übersät von Kothaufen, kein Kind hätte dort spielen können. Wenn man von dieser winzigen Grünfläche auf ganz Wien schließt, könnte man sagen: es ist ein bisschen besser geworden. Leider beobachte ich nach wie vor gelegentlich den Herrn mit dem Geländewagen, der kommt immer angefahren, parkt sich vor der Grünfläche ein, macht die Heckklappe auf, lässt seinen Hund aus dem Wagen und dann in die Wiese springen, dann lehnt er sich lässig an sein Auto und schaut seinem Hund zu, wie der die Wiese kackt, und der Herr ist völlig immun gegen alle Vorschläge, die mit Aufheben und Entsorgen zu tun haben: Einmal hat er gesagt, er zeigt mich an, wenn ich ihm noch länger deppert komme.
Aber bei der jungen Frau, der ich letztes Mal zugerufen habe, ob sie das bitte aufheben kann, hab ich mich entschuldigt, denn das hatte sie bereits, sie hielt ihr volles Sackerl sin der Hand: Verzeihung, hab ich nicht gesehen! Das fällt mir auch auf, dass immer mehr Hundebesitzer ein Sackerl mithaben und es auch benutzen. Auch das war letztes Jahr noch nicht.
Deshalb ist das keine Kolumne über rücksichtslose Hundebesitzer, sondern über brave, verantwortungsvolle. Und ich mache es jetzt mal wie meine Freundin K., die Hundehalter immer mit ihrem großen Lächeln anstrahlt und sagt: „Danke, dass Sie das aufheben!“ Sehen Sie mich strahlen: Danke, dass Sie das aufheben.