Doris Knecht
| 04/07
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Es ist natürlich klar, warum der Bund, warum Infrastrukturminister Werner Faymann auf stur schaltet: Wer einmal nachgibt undsoweiter. Und wer sagt: In Bregenz ist die Situation aber speziell, da muss eine Sonderregelung her, der schafft einen Präzedenzfall. Andererseits: Es nicht zu tun, ist auch verheerend. Im speziellen Fall (und richtig, ich bin gerade in der Gegend) für Bregenz.
Bregenz ist eine Naturstadt (der Bodensee, die Berge), eine Kulturstadt (Festspiele, Kunsthalle) und eine Autotransitstadt, und letzteres wollen die Bregenzer, nona, unbedingt ändern.
Und das könnte man: Das enorme Verkehrsaufkommen in Bregenz entsteht durch die Vignettenpflicht im Pfänderautobahntunnel, der im Transitverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz eine wichtige Rolle spielt. Bevor sich die PKW-Fahrer, die die österreichische Autobahn sonst gar nicht benutzen wollen, wegen einer Fahrt von wenigen Kilometern eine Zehn-Tages-Vignette um Euro 7,60 kaufen, weichen sie, logisch, lieber auf die mautfreien Straßen aus, die durch Bregenz und die Umlandgemeinden führen. Während andere Städte mit Citymauten autofrei gemacht werden, lotst man im Ländle die Autos von der Autobahn, durch Bregenz und die Dörfer. Danebener geht’s kaum.
29.000 Unterschriften wurden dagegen gesammelt, die Vorarlberger Bundesräte schlugen einen Pfändertunnel-Mautbefreiungspilotversuch vor, die Grünen wollen sowieso Roadpricing statt Vignette und der jetzige Bundeskanzler Gusenbauer zeigte sich vor den Gemeinderatswahlen 2005 angetan von der Idee einer Tagesvignette, kann sich aber jetzt nicht mehr erinnern. Minister Faymann verspricht: eine zweite Tunnelröhre. Wieder mit Vignettenpflicht. So unlöst man Probleme.