Doris Knecht
| 05/07
| Arbeit & Wirtschaft
| Kurier-Kolumne
| Prost Mahlzeit
| Schuld und Sühne
Na klar ist der Einzelhandel gegen den deutschen Vorschlag einer „Fettsteuer“: Damit sollen künftig Lebensmittel belegt werden, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass immer mehr Menschen, sprechen wir’s gelassen aus, fett und fetter werden. Wär’s ein individuelles Problem wär’ s ja keins, aber es ist längst ein gesellschaftliches, das das allgemeine Gesundheitskonto erheblich belastet. Weil halt so viele Krankheiten damit zusammenhängen, wieviel wovon die Leute essen.
So argumentieren natürlich auch die Gegner der Fettsteuer: Liegt ja nicht an den Lebensmitteln an sich, an Schokolade und Chips, liegt an den Leuten, die es bei deren Verzehr über- und bei der Fettverbrennung untertreiben. Und das stimmt natürlich.
Aber es sind ja sowieso alle Einzelmaßnahmen per se sinnlos. Notwendig wäre: Ein gesamtgesellschaftliches Bekenntnis zu einer besser ernährten, gesünderen Bevölkerung. Eine weitreichende von Politik, Handel, Industrie und Medien getragene Initiative, die in absolut alle Bereiche dringen müsste: effizient dringen müsste. Was heißt: von der Kinderkrippe bis ins Altersheim müsste die Dreifaltigkeit Evaluierung, Aufklärung, Veränderung wirksam werden. Ein Ruck müsste durchs Volk gehen.
Weil es zum Beispiel nichts bringt, wenn Kinder im Unterricht lernen, wie man gesund lebt und dann in der Kantine Schnitzi, Cola und Schokoriegel snacken und zuhause vorm Fernseher oder Computer zu Abend essen.
Allerdings: Bei vielen Leuten wohnt das Bewusstsein nun mal im Portemonnaie. So gesehen ist eine Fettsteuer vielleicht eine sinnvolle Maßnahme. Aber eben nur eine unter vielen koordinierten.