04.05.07

Sendung ohne Sendeplatz

Doris Knecht | 05/07 | Arbeit & Wirtschaft | Beschwerden | Kunst & Kultur | Kurier-Kolumne | Schuld und Sühne

Wenn jetzt noch ein paar Tausend unterschreiben, ist bald die Quote von „Mitten im Achten“ erreicht. Na, Witz, aber: Immerhin 1038 Unterschriften hat die „Petition ohne Namen“  im Moment beieinander,   ganz ohne mediales Getrommel.
Die Petition fordert, die Schlaumeier  ahnen es bereits, die Wiederaufnahme der „Sendung ohne Namen“. Die wurde nämlich soeben nach ihrer 114. Folge abgeschafft: Nicht wegen Erfolglosigkeit, nicht wegen mieser Quoten, nicht wegen  Abgenutztheit oder weil sie umstritten war, sondern aus dem offenbar einzigen Grund, dass die Sendung nicht  mehr ins neue ORF–Sendeschema passe.
Das ist schon möglich, aber natürlich eine interessante Begründung für die Absetzung einer Sendung, deren Grundprinzip sozusagen auf ihrer Contraschematik  basiert: Die „Sendung ohne Namen“ war immer auch die Sendung, die in kein Schema passt. Was genau ihren anarchischen Charme ausmachte, ihren Witz, ihr Überraschungsmoment: Dass in den 25 Sendungsminuten alles passieren konnte. Und meistens passierte ziemlich viel ziemlich schnell, was für gewöhnlich das  Gegenteil eines Garants dafür ist, dass das was geschieht, auch was Gescheites ist. Bei der „Sendung ohne Namen“ war es das aber praktisch immer.
Dafür gab es 2003 eine Romy, dafür wurde die Sendung beim New York TV-Film-Festival und in Luzern für eine Goldene Rose nominiert. Und das wollten am späten Abend immer noch bis zu 140.000 Menschen sehen. Was in etwa der  M.I.A.-Quote am prominenten Vorabend entspricht.
Jetzt wollen schon 1165 Unterschreiber die „Sendung ohne Namen“ zurückhaben. Und falls das neue ORF-Schema nicht dazu passt: Das stört die nicht.
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