24.06.07

Es liegt was im Park

Doris Knecht | 06/07 | Kurier-Kolumne

Da schau her. Die machen also tatsächlich ernst. Und die kennen kein Erbarmen: Ich sitze am Rande des Burggartens und muss beobachten, wie harmlose Jugendliche und ermattete Touristen  gnadenlos vom Rasen verscheut werden.
Denn während die städtischen Parkrasenflächen nun für die naherholungsbedürftige Bevölkerung zum Besitzen und Beliegen freigegeben wurden, will man in den Bundesgärten ab jetzt   verstärkt gegen das Betreten der Grünflächen vorgehen. Und  wie ich sehe, schrecken die Wächter des Bundesrasens  nicht davor zurück, mit schwerem Gerät gegen unbefugte Rasensitzer vorzugehen: Die setzen doch tatsächlich Wasserwerfer ein.
Nein, Schmäh. Es ist der schwülste Tag des Jahres, der Tag, an dem später noch ein schreckliches Gewitter über der Stadt losbrechen wird. Aber noch brennt die Sonne wie blöd auf den Burggarten und die Gärtner stellen  Wassersprenger auf den Rasen, damits ihn nicht  verschmurgelt. Später bauen sie die Rasensprenger wieder ab, und das  Volk nimmt wieder Platz, einzeln und in Gruppen, da drüben sitzt sogar eine Lehrerin im Kreis kleiner Schüler, und soweit ich das beobachten kann, bleiben sie alle unbehelligt.
Soweit ich das beobachte, schmeißt momentan aber auch niemand mit Müll und Flaschen um sich, was der Grund für die neue Rigorosität  sein dürfte. Stimmt, ich habe selbst schon einmal den Burghauptmann angerufen, weil im und um den Sandkasten im Burggarten  massig Bierflaschenscherben lagen. Bloß werden die durch ein Rasenbetretverbot nicht weniger, außer man hängt noch ein Bankerlbesitzverbot dran. Aber dann könnte man den Park gleich schließen,  und das ist auch keine Lösung.
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