Doris Knecht
| 06/07
| Kurier-Kolumne
Heute: Gemischtwarenladen. Erstens nämlich verstehe ich als kleines Lieserl Österreicher folgendes nicht: Warum setzt die Regierung einen Eurofighter–Ausschuss ein, lässt den rund um die Uhr arbeiten, Zeugen im Dutzend befragen, penibel recherchieren und schließt dann, eine Woche, bevor der Ausschuss seine Ergebnisse vorlegt, einen fragwürdigen Handel mit dem Eurofighter-Konzern ab? Wozu ein teurer Ausschuss, wenn er eh für die Würscht ist?
Zweitens: Liebe Gemeinde Wien, es ist überaus lobenswert, dass die MA 48 jetzt mit einer Extra-Eingreiftruppe gegen Müll-Sünder vorgeht, und dass die Hundstrümmerl-Liegenlasser endlichendlichendlich bestraft werden: spitze, wirklich; 1000 Dank. Aber muss diese Truppe Waste Watchers heißen? Und Kehrforce? Hier wird mit Wortmüll gegen Realmüll vorgegangen: irgendwie inkonsequent.
Drittens las ich gestern auf orf.on gut gemeinte Urlaubsratschläge einer Medienpädagogin. Ich bin ja extrem medienkritisch bis komplett dagegen, wenn es um den TV- und Computerkonsum von Kindern und Jugendlichen geht. Und diese Dr. Ingrid Geretschlaeger rät, die eigenen Ruhebedürfnisse nicht zu befriedigen, indem man im Urlaub die Kinder vor TV und Gameboy verräumt: einverstanden. Aber: Werde der Gameboy zuhause häufig benutzt, müsse er unbedingt mitgenommen werden. Warum? DVD-Player fürs Auto dagegen seien für sie „ein Horror“: Eltern sollten mit den Kindern lieber Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst spielen. Offenbar hat die Dame noch nie eine neunstündige Autoreise mit fadisierten Quengel-Kindern unternommen. Hätte sie, würde sie ihre Definition von Horror garantiert überdenken.
wieso (verdammt noch x) "teurer" Ausschuss?
wieso wird jetzt auch schon ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss mit dem neoliberalen Neusprech-Unsinn verpackt (, verdammt noch mal)???