Wie man auf ein Kind schießt?“ greift Leser Hannes P. die im Titel meiner Dienstagskolumne formulierte Frage auf: „Ganz einfach – anlegen und abdrücken.“ Zum Glück waren nicht alle Reaktionen so beängstigend. Aber es ist eindeutig eine Konfliktfrage, welche Sorte Kinderlärm wo und wann wie zumutbar ist.
Besonders die Geräusche von Kindern in den Freibereichen der Wohnhäuser, in denen das Schicksal sie aufwachsen lässt, sind massiven Betrachtungsschwankungen ausgesetzt, und klar: Die Schichtarbeiterin reagiert auf Kindergebrüll im Hof naturgemäß sensibler als der Vater zweier aufgeweckter Kleinkinder.
Wiederholt las ich aber: Wohnen Sie doch mal im Gemeindebau /am Spielplatz /überm Ballkäfig! Wozu ich schon anmerken möchte, dass das G‘riß um Gemeindewohnungen offenbar so groß ist, dass dafür, so las ich gestern, sogar Wiener-Wohnen-Mitarbeiter bestochen wurden. Die meisten Leute ziehen also aus freien Stücken in eine günstige Gemeindewohnung. Die Überraschung darüber, dass es dort Nachbarn, auch junge, gibt und dass sie Anzeichen von Vitalität zeigen, scheint mir ähnlich originell, wie jene von Leuten, die mit Glück eine Wohnung am Park gefunden haben, und sich dann darüber wundern, dass daraus Parkbesuchergeräusche erklingen.
Worauf sie ihr Leben fortan der Aufgabe widmen, Polizei und Behörden auf die Nerven zu gehen, um diese Geräusche zu unterbinden. Dieser Logik folgend könnten alle, die an einer Straße zu wohnen kommen, fortan versuchen, den Autoverkehr unterm Fenster wegen Unerträglichkeit wegzuklagen… Eben. Fortsetzung folgt jedenfalls..