Doris Knecht
| 06/07
| Kurier-Kolumne
| LiLäLa (Liste lässlicher Laster)
Lassen Sie uns heute wieder die Liste Lässlicher Laster ergänzen, diesmal um einen saisonabhängigen Punkt aus dem Segment des Geruchsmanagements. Es handelt sich, wenn ich die LiLäLa korrekt memoriere, um Eintrag 4, nach Auf-den-Boden-spucken (1), Müll-herumliegenlassen (2) und Urinieren außerhalb dafür vorgesehener Örtlichkeiten (3), welches uns ja nächstes Jahr während der Euro besonders intensiv beschäftigen wird.
Aber jetzt, tada!, begrüßen wir auf Platz 4 der LiLäLa: geruchsbarrierefreies Kampfschweißeln in bebauten Gebieten.
Denn die Deodisziplin lässt zu wünschen übrig, das lernen Benützer öffentlicher Verkehrsmittel jedes Frühjahr, besonders, wenn sie ein jähes Bremsmanöver im Gedränge nasevoran in eine an einem Haltegriff baumelnde feuchte Achselhöhle befördert: Gnade!!!
Nun lässt sich das Transpirieren bei Temperaturen über 30 Grad kaum vermeiden, aber mit der Verhinderung und Bekämpfung der dabei entstehenden Gerüche haben sich schon die alten Ägypter und später ganze Industriezweige erfolgreich beschäftigt. Leider hat sich die Erfindung des Deodorants bis heute nicht lückenlos herumgesprochen. Beziehungsweise: Noch immer gibt es Menschen, die der Meinung sind, sie seien der eine Naturgünstling, dessen Schweiß auch nach einem langen Arbeitstag bei 35 Grad konsequent nach Rosen duftet. Dafür gibt es einen einfachen Geruchsselbsttest: Handrücken 30 Sekunden lang an der eigenen nackten Achsel reiben, unter die Nase halten. Deo erwerben, anwenden, Beliebtheitswerte maximieren.
Hören Sie Ihre Mitreisenden, Ihre Kolleginnen, Ihre Mitleidenden in der Schlange am Postschalter rufen: Danke, Sie! Danke, dass Sie jetzt auch ein Deo benutzen.