Doris Knecht
| 07/07
| Kunst & Kultur
Gute Nachrichten, endlich. Schöne, harmlose, aufmunternde Sommerloch-Nachrichten. „Erstmals Kugelgürteltier in Schönbrunn geboren“! Ja. Kein Pandababy, aber trotzdem. Erstmals Kugelgürteltier in Schönbrunn geboren: Da steckt doch nicht nur eine positive Neuigkeit drinnen, nein, die von bad news gemarterten Leser können sich an gleich drei Fühl-gut-Aspekten erwärmen und erfreuen.
Erstens: Kugelige Bäuche und Babys, das findet jeder spannend. Immer wieder ertaunlich, aber: Jede noch so semirelevante Schnepfe wird plötzlich doppelt bis 3,5 Mal so interessant, wächst ihr plötzlich ein Wamperl: Da will jeder wissen, was genau drin ist und auch, was sonst noch wächst: Wird sie so blad wie Salma Hayek oder bleibt sie so ein Knochengeschepper wie Dings? Bäuche sind super, Babys ebenfalls, und wenn grad keine VIP-Frauen niederkommen, tun’s auch exotische Tiere.
Weil zweitens: Was ist ein Kugelgürteltier? Nie gehört, aber Wikipedia weiß wie meistens Bescheid: Kugelgürteltiere (Tolypeutes) (...) sind die einzigen Gürteltiere, die sich im Bedrohungsfall zu einer Kugel zusammenrollen können. Aha! So! Danke. Wird man sich nächstens im Tierpark genauer anschauen müssen.
Weil es ja, drittens, in Schönbrunn erstmals so ein verkugelbares Baby-Gürteltier gibt, also ein total exklusives Kleintier praktisch. Und wenngleich Kugelgürteltierjunior kein Minipanda und kein Knut ist, ein kuscheliges, haariges süßes Babytier ist es allemal. Außerdem: Eisbären kann bitte jeder. Kugelgürteltiere dagegen... Und wartet nur, bis die Pandas endlich zuschlagen: Das werden gute, richtig gute Nachrichten. Da kann der dicke Knut aber einpacken.