Doris Knecht
| 07/07
| Kurier-Kolumne
Jetzt möchte ich auch mal übers Wetter schreiben. Über die Hitze und wie sie einen auf den Rüccken wirft. Und wie Menschen dazu bringt, echt schlechte Witze zu machen. Oder ich schreibe über den Zusammenhang von Wetter und Glück, was sich ein bisschen aufdrängt, weil eben wieder so einer Glücksindex veröffentlicht wurde, und danach sind die unglücklichsten Bewohner Europas jene Lettlands... nein, Estlands! (Vermutlich , weil die Esten von westlichen Idioten ständig mit den Letten verwechselt werden. Himmel, war der jetzt schlecht. Weil: die Hitze!)
Die Wahrheit ist aber, dass ich noch immer nicht im 38grädigen Wien, sondern ganz im Westen sitze , der recht moderat mit 29 Grad beheizt wird. Mitunter tue ich das auch in einem Gastgarten (ein Selbstversuch zur Erforschung des Wetter-Glücks-Zusammenhangs sozusagen), und weil wir gerne mehr Gesellschaft hätten, beschließe ich, den alten Schulfreund E. anzurufen.
Bloß ist in diesem Wirtshaus das Telefonbuch unauffindbar, also wird die One-Auskunft konsultiert, wo ich zuerst darüber informiert werde, dass mich dieser Anruf 1,35 Euro kostet. Wenn’s denn sein muss. Dann kriege ich einen freundlichen Herrn ans Telefon, dem ich E.’s Vor- und Nachnamen buchstabiere, die der dann, und das passiert mir nun schon zum wiederholten Mal, nicht findet. Worauf ich meine Mutter anrufe, die den E. ohne Weiteres aus dem Vorarlberger Telefonbuch blättert; und auch auf herold.at ploppt der E., wie ein weiterer Selbstversuch später zeigt, beim ersten Eingeben auf. Und zwar kostenlos. Da frage ich mich natürlich, wofür ich die 1,35 bezahlt habe. Das Wort „Nepp“ drängt sich ziemlich auf.