Doris Knecht
| 07/07
| Kurier-Kolumne
Am sehr heißen Dienstag letzter Woche besuchte Frau G. das Döblinger Bad, kühlte sich mit ihrer Tochter im Wasser ab und beobachtete, wie ein etwa 50-jähriger Mann vom Beckenrand sprang: fraglos eine Regelverletzung. Ein Bademeister habe sofort wild gepfiffen, was der Mann, weil er mit zweien seiner Kinder beschäftigt war und weil im Döblinger Bad permanent gepfiffen werde, nicht auf sich bezog. Worauf der Bademeister auf ihn zugestürzt sei und ihn übel beschimpft habe, bist du derisch und so weiter.
Der Mann entstieg dem Wasser, erklärte höflich, er habe nicht gewusst, dass der Pfiff ihm galt, und er werde nicht gerne so angebrüllt: was er verbrochen habe. Der Bademeister habe sich wie ein aggressiver Kampfhahn (Kopf vor, Schultern zurück, Brust raus) vor den Herrn gestellt und, diesen duzend, weiter gebrüllt, worauf in Frau G. der Verdacht keimte, die offensichtlich persische Herkunft des Herrn könnte von Belang sein. Dieser forderte den Bademeister zu Respekt auf, sowie ihn nicht zu duzen. Da verwies ihn der Bademeister des Bades, was der Mann, der für sich und seine Familie eine Monatskarte hat, zu ignorieren trachtete, worauf er, seine österreichische Frau und die drei Kinder, eines ein Baby, von Bademeistern umzingelt wurden, bis die Polizei eintraf.
Obwohl Frau G. und andere Badegäste gegen diese Ungerechtigkeit und die Respektlosigkeit des dafür scheints berüchtigten Bademeisters protestierten, wurden Mann, Frau und die verstörten Kinder nach einer ergebnislosen Konsultation des stv. Bad-Managers aus dem Freibad entfernt.
Die Entschuldigung der Verantwortlichen bei der Familie sollte sehr angemessen ausfallen.