Doris Knecht
| 07/07
| Kurier-Kolumne
Vorher: alles wunderbar. Saubere Waggons, freundliche Schaffner, die auch nett zu kleinen Kindern sind, eine ÖBB, wie man sie sich wünscht. Nachher: alles wunderbar. Saubere Waggons, freundliche Schaffner, die nett zu kleinen Kindern sind, eine ÖBB, wie man sie sich wünscht.
Leider muss dazwischen der Bahnhof St. Anton großräumig abgeriegelt werden. Gefahrengutunfall. Die Reisenden im OEC Gessner Werkstoffe werden nach einer kurzen Pause am Bahnhof Langen darüber informiert, dass der Zug nicht weiterfahren kann. Schienenersatzverkehr also: Busse werden in in 20 bis 30 Minuten am Bahnhofvorplatz starten.
Sowas kann passieren. Was aber garantiert ebenfalls passiert, wenn sowas passiert: Schlagartig verschwindet das gesamte Zugpersonal, das man um Hilfe bitten könnte, weil man alt oder gebrechlich ist oder allein mit kleinen Kindern und entsprechendem Gepäck reist. Mittlerweile vermute ich, dass es in jedem OEC geheime Panikräume fürs Personal gibt, in denen sich dieses, kaum tritt etwas Unvorhergesehenes ein, sofort verbarrikadiert. Alle weg.
Drei Busse fahren schließlich über den Arlberg, und nicht zufällig sitzen alle Reisenden mit Kindern im letzten, weil sich die Reisenden ohne Kinder mit faszinierender Rücksichtslosigkeit an bepackten, alleinreisenden Eltern, die ihre Kinder im Gewusel nicht verlieren wollen, vorbeidrängeln. Nicht nur kein Schaffner, niemand bietet Hilfe an. Erst als wir bei Schnann an einem überwachsenen Schotterweg ausgeladen werden, über den man zum wartenden Zug gelangt, packt ein Mann zu. Dann hilft eine Frau. Danach ist, bis auf 90 Minuten Verspätung, alles wieder wunderbar.