Doris Knecht
| 07/07
| Kurier-Kolumne
Die Vorarlberger sind beleidigt auf die Wiener, aber puhh. Das Ländle-Zentralorgan Vorarlberger Nachrichten widmete gestern dem Grant auf die Wien und vor allem auf den Küniglberg (neben beängstigenden Überschriften: „Ärzte stehen stets Gewehr bei Fuß“) einen guten Teil der täglich mehrseitigen „Gymaestrada“-Berichterstattung.
Denn darum dreht sich der Vorarlberger Zorn: um die „Gymnaestrada“, hierzuländle gerne korrekt „Welt-Gymnaestrada“ genannt, was die globale Relevanz des Ereignisses betonen soll. Die allerdings, wie ein VN-Kolumnist bitter beklagt, von Rest-Österreich „praktisch ignoriert“ werde, und zwar vor allem von den „großen österreichischen Tageszeitungen“, wenngleich seine Behauptung, am Donnerstag hätten diese über das Weltturnfest „keine Zeile“ berichtet, erwiesenermaßen unrichtig ist, denn der KURIER hat, sowohl hier als auch im Sport. Sssso.
Und hier jetzt gleich noch einmal, denn die Vorarlberger Verärgerung ist verständlich: Die „Gymnaestrada“ ist ein perfekt organisierter Riesenerfolg und mobilisiert nicht nur die 22.000 Teilnehmer aus aller Welt, sondern abertausende begeisterte Einheimische, die die zahlreichen Vorführstätten täglich stürmen
Aber für den ORF am Küniglberg ist das Ländle halt sehr weit weg: So brach man etwa die vom Landesstudio Vorarlberg übertragene glanzvolle Gymnaestrada-Eröffnung einfach ab und berichtet abseits vom Regionalprogramm so gut wie gar nicht über die Veranstaltung. Selbst der sonst stets bis fast zur Bewußtlosigkeit besonnene Landeshauptmann Sausgruber ist verzürnt: Die restösterreiche Ignoranz sei „absolut unerfreulich“. Dem kann man beipflichten.