Doris Knecht
| 08/07
| Kurier-Kolumne
Wer eben vom Urlaub in den Bergen zurückkam, wo auf fetten Almen glückliche Kühe grasen, ist für die Meldung, dass „Heidi“ wieder ins Kino kommt, natürlich besonders empfänglich. Uiii! „Heidi“! Und zwar der mittlerweile uralte japanische Trickfilm von 1974, dessen Bilder noch immer jdes Kind kennt: Durch die 52 Folgen der Serie, die nach wie vor immer wieder im Fernsehen gezeigt wird
„Heidi“, der Spielfilm in schwarz-weiß und Schweizerdeutsch aus dem Jahr 1952, war der erste Film den ich als Kind je in einem richtigen Lichtspielhaus sah. Vielleicht, weil der Spielfilm trotz des bekannten Happy-Ends so eine schwere Traurigkeit verbreitet, waren mir schon als Kind das Buch von Johanna Spyri und die japanische TV-Version lieber: Die bunte Springlebendigkeit des Anime-Klassikers ist Kinderseelen einfach zuträglicher.
Auch deshalb freut Heidis Rückkehr ins Kino, und weil „Heidi“ mit minimalem Personal an gerade mal drei Schauplätzen eine große Geschichte samt hehrer Botschaft erzählt: dass Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Naturverbundheit, Zusammenhalt und ein Vertrauen in die Natur, Freunde und die eigenen Fähigkeiten am Ende das Glück bringen.
Die selbe Botschaft, die auch in den besseren US- Kinderfilmen wie „Cars“, „Monster-AG“ oder „Madagaskar“ transportiert wird: mit dem Unterschied dass die, „Heidi“ ist schließlich eine Schweizer Geschichte, auch noch ziemlich witzig sind. Humor können Schweizer halt nicht so; dafür braucht „Heidi“ kein Riesenbummbumm und keine Verfolgungsjagden: „Heidi“ ist so lieb und langsam, wie eine glückliche Kuh, die auf einer grünen Alm grast. Wie Urlaub fast.