Doris Knecht
| 09/07
| Kurier-Kolumne
Leserin Eva F. brauchte ein neues Handy, und wünschte dafür möglichst wenig zu bezahlen, womöglich gar nichts. Sie wurde fündig auf der A1-Homepage, wo ihr um 0,- Euro ein vernünftiges Handy angeboten wurde. Allerdings bekommt man, das war Eva F. schon klar, im Leben nichts umsonst: Damit ihr A1 ein Handy schenkt, musste Eva F. zumindest ein Fünf-Euro-Paket dazu kaufen. Man bot ihr die Wahl zwischen einem A1 Fun Paket (nein), einem A1 Info Paket (nicht notwendig), einem A1 Internet Paket (brauchte sie nicht), einem A1 TV Paket (gleichfalls).
Also entschied sich Eva F. für das A1 Erotik Paket und durfte sich prompt und ohne vorher über ihre sexuellen Vorlieben befragt worden zu sein über, wie sie schreibt, „hunderte scharfe Bilder von den heißesten Girls“ freuen.
Nun ist Eva F. weder ein Mann mit originellem Vornamen noch lesbisch, weshalb sie, wenn sie schon ein Erotik-Paket bestellt, doch eher an scharfen Fotos heißester Kerle interessiert wäre. Aber damit rechnet man bei A1 mobilkom Austria offenbar nicht: Erotik ist offenbar Männersache.
Natürlich stellt sich die Frage, ob sich ein Handy-Netz-Provider auch als Dealer von Pin-Up-Fotos verstehen soll. Und wenn ja, ob es allen Kundinnen und Kunden der Mobilkom behagt, dass die Mobilkom in der Sexindustrie mitmischt, in dem sie deren Produkte aktiv weiterverkauft, so dass man als A1-Telefonierer gleichzeitig auch Sexarbeit fördert und so weiter: Das kann jeder A1-Kunde nur für sich selbst beantworten.
Aber wenn A1 schon Erotik-Pakete anbietet, dann müssten die wenigstens auch auf Hetero-Kundinnen zugeschnitten sein. Soviel Gleichberechtigung muss sein. Findet jedenfalls Eva F.