Doris Knecht
| 09/07
| Kurier-Kolumne
Auf der Zusendung einer Parfümerie wird mir gratis eine „buntstiftbunte Beauty-Bag“ als Einkaufsbonus versprochen, wenn ich nächste Woche dort einkaufe, was bedeutet, dass ich nächste Woche dort nicht einkaufe. Ich habe nämlich bereits je ein buntes Gratis-Kosmetiktascherln von einer französischen und einer japanischen Kosmetikfirma, drei vom „Bodyshop“ und eins vom Drogeriemarkt, ich weiß schon nicht mehr, wohin mit all den Tascherln, die ich unbestellt bekommen habe.
Weiters besaß ich kurz eine Liegedecke samt Polster aus einem grauslichen, ausschlagerzeugenden Kunststoffgewebe, das mir ein Versandhaus ungefragt zugeschickt ha: Soeben musste ich ein weiteres Geschenk von dort abwehren, eine billige braune Schnürsamt-Jacke made in China. Ich will keine Schnürlsamtjacke, ich will nur, was ich bestellt habe und nichts dazu.
Aber das ist heutzutage praktisch unmöglich. Zur DVD gibt’s eine Badetasche, zum Waschmittel eine Dose, zur Sonnencreme einen Weichspüler, am Malbuch pickt vermutlich bleihältiges chinesisches Spielzeug, das für gewöhnlich keinen Tag übersteht. Zahllose Shampoo- und Creme-Pröbchen purzeln so lange in meinem Badezimmer herum, bis sie sich nach Jahren zu zähem Wachsderivat verhärtet haben und ich sie endlich wegschmeiße.
In den 80er Jahren protestierten Konsumenten gegen überflüssige Verpackungen, indem sie das Zeug massenhaft im Supermarkt zurück ließen. Seither gibt es Zahnpasta ohne Karton und Knisterfolie. Wäre vielleicht eine Möglichkeit, auch das Bonus-Klumpert loswerden.