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Doris Knechtder doris-knecht-blog: geschriebenes, gefundenes, beschwerden, einwände, trost, rat, lob, tadel und was sonst so anfällt. aus: falter, kurier, presse, profil, tagesanzeiger, anderswo und der werkstatt.
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31.10.07

Nix aushöhlen, nix schnitzen.

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Geht mir der Kürbisterror auf den Geist. Ü-ber-all Kürbisse. Selbst  die Politik (in Person der BZÖ-Bildungssprecherin) strapaziert den Kürbis (hohl, eh klar) als Vergleichsobjekt  für die Schulreform  (boah! originell). Jetzt ist dann einmal gut.
Es ist ja prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, dass die Menschen Jahreszeiten, Saisonen, kirchliche und heidnische Feste feiernn: Das strukturiert einem schön das Jahr und macht die Kinder froh, weil es praktisch permanent Geschenke gibt. Und wahrscheinlich hatte das eine oder andere Jahresfest auch irgendwann einmal eine Bedeutung abseits totalen Konsumwahns.  Aber die zunehmende Exzessivität und Konformität des jeweiligen Zelebrationswahns wird immer unerträglicher und hat mit feiern sowieso nichts mehr zu tun. Außerdem beklagen die Kolleginnen K.  und H. zu Recht, dass das TV zu Halloween immer dieselben öden Teenie-Horror-Slasher-Sequels zeigt, die keiner mehr sehen will.
Ich plädiere (ich weiß schon: völlig umsonst) dafür, den Kürbis künftig wieder  strikt seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen: von Schweinen und Menschen  soll er verzehrt werden, und sonst nichts. Nix aushöhlen, nix schnitzen, nix beleuchten! Nur essen! Der Kollege T. ist zwar der Meinung, dass der Kürbis wie das Bärlauch ein entschieden überbewertetes, ja unnediges Nahrungsmittel sei, ich aber erlaube mir dennoch, die Kürbissuppe zu schätzen, und zwar folgende, frei nach Plachutta/Wagner:
Gehackte Zwiebel in Butter schmelzen, gewürfelten Kürbis anschwitzen, mit Mehl stauben, mit Suppe und Schlagobers aufgießen, eventuell bissl Ingwer dazu raspeln, kochen, salzen, pfeffern,  pürieren.
Der  Kürbis nervt garantiert keinen mehr.
30.10.07

Die muss man wecken

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Feine Nebenwirkung des Kinderschwerpunkts im ORF: Endlich darf man ungebremst tun, was Eltern (neben ausschlafen, nicht am Spielplatz sitzen und von prima Schulerfolgen informiert zu werden) fast am liebsten tun: hemmunglos über die Kinder reden. Kollegin R.sagt mir zwar, sie möchte lieber mehr über die Oma lesen, und den Gefallen tue ich ihr gern. Aber jetzt reden wir noch einmal über die Kinder, beziehungsweise über die, die für sie verantwortlich sind. Nachdem ich kürzlich über die Frage räsonierte, wer das Kinderwagerl schiebt, schrieb mir die junge Mutter Martina H. ein Mail, in dem sie darüber wunderte, „was andere Leute so wundert“. Denn sie, schreibt Martina H., sei mit einem Exemplar der Spezies Mann „gesegnet“, der seine Pflichten als Vater ganz selbstverständlich erfülle. Er sei zum Beispiel in der Lage, mit der drei Monate alten Tochter allein zum Kinderarzt zu gehen, was sowohl die mitwartenden Mütter als auch die Sprechstundenhilfe kaum glauben hatten wollen: „Sie sind ganz allein mit dem Baby hier?“ Ja, war er. „Und auch wenns viele nicht glauben wollen“, schreibt Martina H., „er ist ein ganzer Mann“, und sie wünsche „euch Mädels da draußen nur, dass Eure Männer endlich aufwachen.“ Das gefällt mir. Und wenngleich es sich mit eigener Erfahrung durchaus deckt, fürchte ich, dass die meisten Väter von selbst nicht aufwachen. Die muss man wecken. Die gehen dorthin, wohin man sie schiebt. Und so ein Mann ist oft weit weniger wendig als ein modernes Kinderwagerl – es kann also aufreibend werden. Aber: muss sein. Und am Ende lohnt es sich.

Boboville
Boboville - Residenz Verlag

28.10.07

Morgen fange ich wieder an

| Comments (1) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Traurig sei das, schreibt Leser Wolfgang S., wie sich  von ihm geschätzte Journalisten für „die modische Anti-Raucher-Vendetta“ einspannen ließen. Bloß kann ich eine solche nirgends erkennen: Je länger ich das Gezerre um das neue Tabakgesetz verfolge, desto hohnvoller grinst mich das Wort „Nichtraucherschutz“ an. Denn in der Tat scheint es bei diesem Gesetz immer mehr zu gehen, nicht die Nichtraucher, sondern die Raucher zu schützen: vor unzumutbaren Verhaltensänderungen,  vor Eingriffen in ihre persönliche Freiheit,  vor den Anmaßungen der Nichtraucher. 
Eine wirksame Nichtraucher-Lobby, der  nichtrauchende Kolumnisten sich in die Arme werfen könnten, kann ich leider nicht entdecken. Stattdessen muss man sich, wie so  oft,  wieder einmal alles selber machen und trottet einsam und ausgelacht hinter seinem Anliegen her. 
Die Raucher dagegen wissen eine starke Lobby hinter sich – die Gastronomen, die den bösartigen, gemeinen, herzlosen Nichtrauchern wieder einmal drastisch klar machten, was sie zu verantworten haben, wenn ihre durch und durch eigennützigen Anliegen tatsächlich politisch umgesetzt werden: 1000 Betriebsschließungen,  15.000 verlorene Arbeitsplätze.
Nein, da frage ich nicht, auf welcher Basis diese schockierende Prognose zustande kommt (ausländische Erfahrungen mit Rauchverboten stützen sie nämlich eher nicht). Nein, da überlege ich  mir, was ich tun kann, um  zu verhindern, dass  meine verantwortungslose Sucht nach guter Luft Existenzen zerstört, und die Sache ist klar:  Ich fange morgen wieder an zu rauchen. Und Sie, als verantwortungsvoller Mensch, sollten das auch tun.
26.10.07

Wie man sich selbst desauvouiert

| Comments (1) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Die Homepage der Österreichischen Raucherbewegung ist rauchnebelgrau unterlegt. Darüber prangt auf dunklem Grund  ein Zigaretten-Logo, rechts  ein Foto der rauchenden Marlene Dietrich. Dazwischen steht  in Runenschrift: „’Die deutsche Frau raucht nicht, sondern gebärt Kinder.’ Goebbels“.
Ein  rauchender Kollege, der auf die Homepage stieß, machte mich auf das Goebbels-Zitat aufmerksam,  und seither  rätseln wir, was die Raucherbewegung zur Verwendung eines  Zitats  von Hitlers Propagandaminister bewogen haben könnte. Und wie sie das meint.
Glaubt die Raucherbewegung, es mache ihr Anliegen richtiger, wenn  Sie es mit einer dementen Parole eines furchtbaren Nationalsozialisten konterkariert?  Will sie uns sagen, dass Raucher bessere Menschen sind, weil der schreckliche Joseph Goebbels rauchende Frauen pfui fand? Und soll das dann umgekehrt heißen, dass ich und alle anderen nichtrauchenden Mütter mit nationalsozialistischer Ideologie sympathisieren? Oder wie dürfen wir das verstehen? 
Die Sache,  eh schon total  vertrottelt,  wird noch kranker durch die Tatsache, dass Goebbels ja bekanntlich ein starker Raucher war. Macht ihn das nach den Prinzipien der Österreichische Raucherbewegung  – Rauchen ist supi, Nichtrauchen igitt und gemein, weil Raucher-Rechte-beschneidend – zu einem doch nicht gar so furchtbaren Menschen?  So oder so ist die Idee, ein Nazi-Zitat für den Transport welcher Botschaft auch immer zu verwenden, komplett gestört, und die   Österreichische Raucherbewegung desavouiert sich damit selbst. Was allerdings eh ok ist.
Da fällt uns ein, Hitler war bekanntlich Vegetarier... Meinerseel, sind wir froh, dass die Fleischhauerinnung nicht so dämlich ist.
25.10.07

Fettes Kind, krankes Kind

| Comments (1) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Der ORF, der derzeit auf allen Programmen einen Kinder-Schwerpunkt fährt, betitelt auf orf.on einen Bericht über eine britische Anti-Adipositas-Initiative: „Programm gegen fettleibige Kinder“. Das ist nun eine etwas fiese Unterstellung gegenüber den Briten, und natürlich anders gemeint. Auffällig ist aber, dass in England nun schon länger tätig etwas gegen das Übergewicht im  Kindesalter unternommen wird, vor allem an den Schulen.
Hierzulande, wo das Problem ungefähr dieselbe Dimension hat - ein Fünftel der Kinder ist übergewichtig  – nimmt man die Sache etwas lockerer. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich kürzlich in einer mit gutem Ruf behafteten öffentlichen Volks-und Mittelschule auf einen großen, prominent platzierten Limonade-Automaten stieß. So etwas gehört einfach verboten.
Das scheint aber, wie eine Auskunft im Unterrichtsministerium ergibt, nicht so einfach zu sein: Denn Unterrichtsministerin Schmied bemüht sich zwar gemeinsam mit der Gesundheitsministerin in diversen Ernährungs- und Sport-Initiativen um die Gesunde Schule. Limo-Automaten entern die Pausenhallen aber offenbar im Rahmen individueller Sponsorverträge, mit denen die einzelnen Schulen ihr Budget aufbessern. Und wenn man die Wirtschaft die öffentlichen Bereiche mitfinanzieren lässt, dann will sie davon, das kann man der Wirtschaft nicht verdenken, auch  profitieren.
Aber hier geht es um die Gesundheit von Kindern:  Denn ein stark übergewichtiges Kind ist nicht nur ein armes Kind: Es ist auch ein krankes Kind  und  wird  früher oder später das Gesundheitsbudget belasten. Das kann den Limonadenherstellern egal sein: Der Allgemeinheit nicht.
24.10.07

Ich hab noch einen anderen Fink

| Comments (0) | 10/07 | Falter-Kolumne

Der Fink: Fink, der Freund, Fink, der Spinner, smst am Samstag, als ich mir grad ein Brot schmiere, er will am Dienstag jassen, ich soll das organisieren. ich sms ihm mit klebrigen Fingern zurück: kann di leider nicht, mi auch nicht, gleichfalls nicht mo und do, sorri. Aber die Woche darauf kann ich jeden Tag, und das sms ich dem Fink. Dann sms ich dem Fink gleich hinterher: außer mi! Der Fink smst mir zurück: spitze, er kann fast immer. Also sms ich, während ich mein Ei löffle, dem Benni, wie´s bei ihm am Dienstag in einer Woche ausschaut, und der Benni smst, dass er in Spanien gerade dem warmen Meer entstiegen ist, was ich meiner Meinung nach nicht zu wissen brauche, und Dienstag super. Dann rühre ich einen Palatschinkenteig zusammen, und der Fink smst, also der Mittwoch wär ihm doch lieber, und ich smse, während die Butter

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24.10.07

Ich muss mal vor die Tür

| Comments (1) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Ich ging wieder einmal ins phil letzte Woche, da war Buchpräsentation. Also eigentlich war die Buchpräsentation schon vorbei. Und als ich die Gumpendorferstraße entlang auf das phil zumarschierte, sah man schon aus der Ferne eine große Leutetraube   vor der Tür stehen, und ich dachte mir, sapperlott, für dieses Buch interessieren sich aber mächtig viele Leute. Das Buch, ein schönes Buch, war aber nicht der Traubengrund, denn die Leute, die heraußen standen, taten das nicht, weil drinnen schon voll war, sondern weil sie rauchen wollten. Das phil, beliebtes Szenelokal mit integierter Buch- und Altinterörhandlung, ist, zum Schutz der Bücher und Möbel,  schon seit einiger Zeit rauchfrei. Was ich freudig begrüße, aus vielerlei Gründen, die allesamt damit zusammenhängen, dass ich schon länger nicht mehr rauche.
Allerdings macht es, wie der Abend im phil zeigte, eine einigermaßen stringente Unterhaltung am Tisch praktisch unmöglich, weil die meisten meiner Bekannten noch rauchen, und zwar tüchtig rauchen, also ständig mit entschuldigendem Grinsen aufspringen und vor die Tür rasen, wo sie in andere Gespräche verwickelt werden. Man sollte sich als Nichtraucher in Nichtraucherlokalen also besser von Vornherein die Gesellschaft anderer Nichtraucher sichern. Oder es darf einem nichts ausmachen, grundlos vor der Tür zu stehen. Wo die Konversationen allerdings jetzt, wo es empfindlich kälter wird, auch  an anschwellendem Stringenzmangel leiden. Puhh, kalt, muss rein.
Immerhin kommt man auf diese Weise an so einem Abend mit vielen Leuten ins Gespräch: Einige davon unterrichten einen, dass sie beabsichtigen bald mit dem Rauchen aufzuhören, wegen diesem permanenten Gerenne. Na bitte, schön.
23.10.07

Der Zug könnte voll sein

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Die Oma war zu Besuch und fuhr nach ein paar Tagen wieder heim in die Provinz. Mit der Bahn. Und wie das mit alten Damen oft so ist,  war es der Oma ein Anliegen, dass man rechtzeitig zum Bahnhof fährt. Es könnte einen Stau geben, man könnte keinen Parkplatz finden, der Haupteingang des Bahnhofs könnte zugemauert sein, die Schlange vor dem Schalter  bis zum Cafe Westend  reichen. Die ganz normalen Dinge also, mit denen Provinz-Omas in der Großstadt jederzeit rechnen. Und: der Zug könnte voll sein.
So bestieg man den Zug eine gute halbe Stunde vor dessen Abfahrt, was natürlich bei der Platzsuche von Vorteil ist, vor allem, weil die Oma grundsätzlich kein Geld für Platzreservierungen verschwendet. Braucht man ja nicht, wenn man rechtzeitig da ist.
Im  Abteil zeigte sich, dass auch andere Omas so denken, allerdings wurden die insgesamt fünf alten Damen, die sich über einen Korridorwagen verteilten, diesmal stark verunsichert. Denn es handelte sich um einen deutschen ICE mit elektronischen Anzeigen über jedem Platz, und auf jeder waren die Worte zu lesen: Ggfs für Sitzplatzreservierung vergeben. Man kann sich vorstellen, was solche Worte bei einer Oma  auslösen: Unruhe, Angst, Herzbeschwerden: Was, wenn jemand mit einer Reservierung kommt und es gefällt ihm genau mein Platz? Werde ich dann dieses Platzes verwiesen? Und muss, öffentlich gedemütigt,  die ganze Fahrt stehen?
Die Pressestelle der ÖBB bestätigt den neuen Reservierungsmodus und rät,  künftig doch einfach 3,50 Euro in eine Platzreservierung zu investieren. Aber sowas kommt für unsere Oma einfach nicht in Frage.
21.10.07

Im Babykreuzer

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Mit dem Zwillingswagen, bräuchte ich ihn noch, wäre ich gerade so durch die Ausstellung gekommen: Aber vermutlich nicht ohne das eine oder andere historische Exponat von „Baby an Board“ zu touchieren. Die eben eröffnete Schau im Wien Museum zeigt den Kinderwagen als mobiles Stadtmöbel im Wandel der Zeit; und hinsichtlich mancher Ungetüme aus den 20er und 30er Jahren man muss sagen: Danke liebe Zeit fürs Wandeln.
Obwohl, in den Fünfzigern war’s  noch ärger, da haben sich einige Kinderwagen-Designer (proximativ: männlich) gedacht, lass uns das Ding doch tieferlegen und stromlinienförmig machen wie einen amerikanischen Straßenkreuzer. Die Babykreuzer hatten dann bis zu 25 Kilo, waren für ihre Lenker (verlässlich: weiblich) kaum zu steuern, und passten  knapp durch eine Tür. Auto, Bim, Stiegen: keine Chance. Plus: Hexenschussgefahr! Dabei gab es erstaunlicherweise schon um die Jahrhundertwende „zusammenklappbare Sportwagen“ wie die Zeitschrift Gartenlaube 1907 vermerkte: Die setzten sich aber  erst mit den Autos der  Sechziger durch.
Väterliches Schieben dagegen wurde erst auf Wunsch der Frauenbewegung in den 70ern modern: 100prozentig mehrheitsfähig ist es  nach wie vor nicht. Noch immer kenne ich Väter, die sich eher von ihren Kindern trennen würden, als diese im Wagerl zu schieben; die  Männlichkeitsverlustpanik ist riesig. Zum Glück tun es immer mehr Väter mit Stolz, was die Frage aufwirft: Sind Städte jetzt kinderwagerlfreundlicher und Wagerl  wendiger weil jetzt auch viele Frauen  Stadtplaner und Designer sind? Oder weil immer mehr Stadtplaner- und Designermänner selbstverständlich Wagerl schieben?
18.10.07

Rot wie die Schweiz

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Als wäre der nicht ungruselige Schweizer Wahlkampf nicht schlimm genug, hat sich das Schicksal neuen Kummer für die Eidgenossen ausgedacht, und dieser betrifft seine Fahne. Nicht Flagge; in der Schweiz heißt es: Fahne. Und das Schweizer Volk ist bekanntlich ein überaus fahnentreues: Es zeigt sein weißes Schweizerkreuz auf rotem Grund  her, wo es kann her. Hisst es auf dem Hausdach, hängt es vom Balkon, schmückt damit Taschenmesser, Taschen, Tassen, Raststätten, Schoggi und Babystrampler. Der Schweizer hat seine Fahne wirklich  lieb.
Ist natürlich auch eine besonders schöne Fahne:  prägnant,  farblich eindeutig,  unverwechselbar, quadratisch (als einzige Fahne der Welt) und so schlicht, dass jedes Kind sie zeichnen und jeder Chinese sie nähen kann, zumindest ungefähr: „Das Wappen der Eidgenossenschaft ist im rothen Felde ein aufrechtes, freistehendes weisses Kreuz, dessen unter sich gleiche Arme je ein Sechstheil länger sind als breit“, gab der eidgenössische Bundesrat am 12. November 1889 vor.
Was er nicht vorgab: den genauen Ton des rothen Feldes. Hier nun droht dem Schweizer Ungemach, denn  das  Schweizer Rot soll jetzt gesetzlich  definiert werden, und dann gibt es nur noch ein vorschriftsmäßiges Fahnenrot: Schluss mit Himbeer-, und Erdbeer-, Feuerwehr- und Unfähr-Rot. Wobei bislang unbekannt ist, welche Bußen der Schweizer bei Verstößen gegen das Rot-Gesetz zu gewärtigen hat. Plus, es tritt die neue Rot-Vorschrift  erst nach der Euro 08 in Kraft.
Schade eigentlich: Man hätte zu gerne gesehen, wie die Schweizer Polizei die Tribünen durchschreitet und falschrote Fahnen beschlagnahmt. Tja.
17.10.07

Wir Autogrammjäger

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Prinzipiell sind einmal alle Ministerinnen und Minister zu preisen, von denen man nur im Amtszusammenhang zu hören bekommt: Danke, dass wir weder über Ihre Beziehungskrisen, noch über Gewichtsprobleme, noch über Vorlieben beim Sucht- und Nahrungsmittelmissbrauch informiert werden. Und danke auch, dass Sie uns nichts weiter von sich zeigen als Ihre professionelle Fassade: keine nackten Schenkel, keine Brustbehaarung, keine Inneneinrichtungsmalheure und auch nicht die Ultraschallbilder  ungeborener Verwandter.
Ich weiß schon, dass andere darüber anders denken: Des Volkes Neugier am privaten Politiker ist unermesslich, weshalb es zu den sportlichsten Aufgaben des Boulevards gehört, die professionelle  Außenhaut von Regierungsmitgliedern möglichst effizient zu durchdringen. Aber: Widerstand macht, wie auch das Beispiel Außenministerin  zeigt,  symphatisch und glaubwürdig. Denn Minister sind ja keine Popstars, sondern, wenn auch mit dem Nebeneffekt  der Prominenz, bestellte und  mit wichtigen Aufgaben betraute Diener des Staates. Je ernsthafter und uneigennütziger sie sich diesen widmen, desto besser.
Umso überraschenderes Rand-Detail einer KURIER-Geschichte: Die Außenministerin signiert bereitwillig Autogrammkarten. Und wir spekulieren einmal, dass das nicht die Idee dieser ansonsten vorbildlich zurückhaltenden Person war, sondern vermutlich ministerieller Usus.
Interessant. Denn so ein quasiprivates Signaturen-Präsent machen ja sonst Stars ihren Fans, als generöse Geste der Verbindlichkeit ihrem Publikum gegenüber. Sind Regierungsmitglieder jetzt doch Stars? Und wir Staatsbürger ihr Publikum? Hmm.
17.10.07

Was ich einmal werden will

| Comments (1) | 10/07 | Falter-Kolumne

Das Bubenmädchen ist übrigens immer noch eins. Das Mädchenmädchen trägt jetzt Leggins und Miniröcke, und wenn ich das Bubenmädchen frage: Soll ich dir auch mal sowas mitbringen?, dann weiß ich schon, was kommt, das Bubenmädchen lacht nämlich aus vollem Hals. Es lacht wie Peymann, wenn man ihm vorschlüge, ein Stück von Fellner zu inszenieren. Es lacht, als hätte jemand behauptet, Dichand würde jetzt Asylanten ins Land locken wollen. Es lacht von Herzen: Hahaha!, was für eine lustige Idee! Was für eine völlig abseitige Idee.
  Als ich unlängst meine schöne, lang nicht gesehene Freundin Klara wiedertraf, als wir uns ganz zufällig einen Abend lang feinstens unterhielten, und als Klara, die die Mimis vor zwei Jahren mal einen Abend lang erlebt hatte, nach dem Bubenmädchen fragte, da fiel mir erst wieder mal ein, dass ich ja eine kleine Transe

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16.10.07

Wie man das Rückgrat stärkt

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Little Monster, Unerträglich, helikopter, Truckolix,  Kreischendervogel und  asdfgh   haben auch heute wieder eine Meinung. Eine öffentliche: Auf den Online-Seiten von Medien, auf die jeder, maskiert unter einem Psyeudonym schlüpfen darf, um dort , als sei’s ein Kostümgschnas,  Sachen zu sagen, die man sich im richtigen Leben nicht sagen traut.
 Auch Zeitungen, die mit der besonders aufrechten Haltung ihrer Leser werben, fordern diese Leser dazu auf,  diese Haltung an den Garderoben ihrer Online-Foren doch einfach mal gegen ein Deckmäntelchen zu tauschen:  Darunter läßt sich anonym viel leichter Hass, Schimpf und Schande über Journalisten und die anderen Foren-Feiglinge  schütten,  darunter kann man  Ansichten haben,  die man unter richtigem Namen sicherheitshalber lieber nicht  vertritt.
Das alles geschieht unter dem heeren Anspruch der Meinungsfreiheit. Aber wie viel ist eine Meinung wert, hinter der niemand steht? Beziehungsweise Absender wie Fugazzi, Teutone, Panzer, Zapp Zarapp, Hairy Tongue, a grünes stricherl, G. Schwätz. Chinese des Schmerzes, Dekorhippe, ach ach, flitzpippl, fetznpupperl,  Ex-Katholik, Grande Saucisse oder  1000 Kopfläuse können nicht irren? Und, vor allem: wie frei ist diese Meinung?
Etwa so frei wie das neurotische Geschmiere auf Latrinen-Wänden. Beängstigend ist, dass die Anzahl dieser anonymen Entweichungen in manchen Redaktionen  als Gradmesser für die Relevanz eines Artikels gilt. Beim online-KURIER heißt es: Anmelden, mit Vor- und Nachnamen regisitrieren. Und dann los: Haben Sie eine Meinung,  und stehen Sie dazu. Das stärkt das Rückgrat.
14.10.07

In dieser Stunde der Enttäuschung

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Er wolle mir, mailte mir der freundliche Herr R. am Donnerstag um halb zwei, in dieser Stunde der Enttäuschung ganz viel Trost zusprechen. Danke, das kann ich brauchen. Weil: Es ist schon wieder passiert. Schon wieder hat Philip Roth nicht den Literaturnobelpreis gekriegt.
Seit Jahren sitze ich an jedem Literaturnobelpreis-Donnerstag ab halb eins am Computer und drücke hysterisch die Aktualisierungstaste, und um eins nach eins jaule ich Redaktionskollegen und Nachbarn in den Wahnsinn: Nicht  schon wiedaaaaa! Bereits letztes Jahr schickte mir der unbekannte Herr R. deswegen Trost per Mail, wenngleich  dieser  Trost vor Zynismus triefte und auch heuer trieft, denn R. teilt nicht meine Meinung, dass derzeit nur Roth den Nobelpreis verdient, und dass der Preis, solange Roth ihn nicht hat, praktisch wertlos ist.  Dabei ist Herr R. offenbar  überaus belesen, wenngleich er nicht, wie ich ob seiner Mailadresse  fälschlich annahm, bei der Nationalbibliothek arbeitet,  sondern bei der Nationalbank. Gefällt mir  aber umso besser. 
Aber! Schon wieder nicht Philip Roth! Was für eine Ignoranz!  Und wie es wohl Philip Roth geht! Aber wahrscheinlich denkt sich Roth auch heuer wieder, dass er, na gut,  die Zeit, in der er keine Literaturnobelpreisträger-Interviews geben und nicht nach Stockholm reisen muss, einfach nutzt, um halt noch ein fantastisches, hellwaches und vollkommen zeitgenössisches Meisterwerk zu schreiben, das die Jury ebenso ignorieren wird, wie alle fantastischen, hellwachen Roth-Meisterwerke zuvor.
Mit dem Megaphon will ich dieser Jury zurufen: PHII!!! LIPP!!! ROTH!!! PHII!!! LIPP!!! ROTH!!! Aber auf mich hört ja sowieso keiner.
12.10.07

Ein Gutes hat es

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Es war eine mächtige Menge, die am Dienstag abend für ein Bleiberecht demonstrierte:  Zwischen 5500 und 10.000  Menschen waren  einem Aufruf der Grünen gefolgt und  zogen vom Minoritenplatz über die Löwelstraße zum Michaelerplatz. Junge Menschen, ältere Menschen, viele Familien, keine Randalierer: Ganz normale Bürger, die beunruhigt  sind von der Tatsache, dass sie in einem Land leben, das auf der Basis eines hinterfragbaren Fremdenrechts gut integrierte Familien abschiebt und auseinanderreißt.
In einem Land, in dem mehr als 10.000 Asylwerber seit drei Jahren, und, wie der KURIER berichtete, mehr als 375 Menschen schon länger als zehn Jahre auf ihren Bescheid warten. Zehn Jahre! Das muss man sich mal vorstellen. Es mag Menschen geben, die sich durchaus Möglichkeiten denken können, diese Asylwerber daran zu hindern, in dieser Zeit Kinder zu bekommen, aber so tief sind wir zum Glück noch nicht gesunken – nur so tief, dass wir diese Kinder, für die Österreich Geburtsland und einzige Heimat ist, daraus verjagen.
Es gibt ein Gutes an der Debatte um  Arigona und die anderen Zogajs, um die Milics und um Frau Kryeziu, deren sechsjähriger Sohn abgeschoben werden soll:  Nie zuvor haben sich so viele Leute mit den Asyl- und Fremden-Gesetzen beschäftigt, die in bei uns wirksam sind. Viele setzen jetzt ein Zeichen, dass sie mit diesen Gesetzen nicht einverstanden sind.  Andere fordern konsequenten Vollzug: Wozu einem einfällt, wie  ein gewisser Landeshauptmann  Ortstafel-Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes  ignoriert, ohne dass ein Innenminister durchgreift oder von Erpressung spricht. Aber das ist wirklich etwas ganz anderes.
11.10.07

Bringt mir den Kopf von Klaus S.

| Comments (0) | 10/07 | Falter-Kolumne

Ziemlich unglückliches Timing für diese Kolumne. Drei Wochen trag ich die Geschichte schon im Notizbuch herum, und jetzt, wo sie mir wieder unterkommt, ist der Zeitpunkt weniger als semioptimal. Denn was ich jetzt nicht wissen kann – ob Thomas Glavinic am Montag Abend den Deutschen Buchpreis erhalten haben wird (was ich nicht glaube; ich denke, die Juroren wollten ihn nur necken) – wissen Sie jetzt schon; zumindest könnten Sie es wissen, Ignorant, Sie. So oder so ist Glavinic augenblicklich der heimische Schriftsteller-Shooting-Star, der eine, der jetzt ein Zeitfenster lang alles darf, zu allem eine Meinung haben soll und sich nichts gefallen zu lassen braucht, der eine, den jetzt alle schon immer volle super gefunden haben wollen, echt immer schon. Und das ist ok, denn sein neues Buch ist gut, wenngleich es mich mit dem vorherigen trotzdem nicht zu versöhnen vermag.
  Als ich Glavinic kürzlich backstage im Rabenhof kennenlerne, ist er gerade sehr ungut zu sprechen auf den Herausgeber des „Datum“. Der „Datum“-Herausgeber hat ihm offenbar ... weiter lesen ...
11.10.07

Was ist schön?

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Jemand aus der Runde wollte das sehen, also wurde kurz das TV angestellt: Gerade rechtzeitig, um live dabei zuzusehen, wie   Direktor Peter Noever im Rahmen der „Vienna Design Weeks“ den „Solar Tree“ vor seinem Museum für angewandte Kunst  enthüllen ließ. Und heilige Scheibe, ist der schiarch.
So schiarch, dass die Runde spontan in Gekreisch ausbrach,  nach Schiarchheitsvergleichen japste und sich schließlich darauf einigte, dass die neue Laterne vor dem MaK circa so schiarch ist wie diese 70er-Jahre Glasfaserlampen, Sie wissen schon, diese buschigen, knallig leuchtenden Igel-Dinger, die auf den Fernsehern unsere Eltern oder Großeltern verstaubten und die man ja nicht anfassen durfte.
Natürlich lautet die Frage: Was ist schön? Und wer bestimmt, was wir schön finden sollen? Noever findet aus vielen Gründen die Straßenbeleuchtung, die ihm die Stadt vors Museum montiert hat, nicht schön: Die Kandelaber machen künstlich auf historisch und beschwören ein nostalgisches Alt-Wien, das das  moderne Wien allmählich überwinden sollte. Es gibt, da hat Noever völlig Recht, genug  Altes, Geschichte atmendes in  dieser Stadt, mehr Neues; Zeitgenössisches muss her.  Viele großartige Designer designen, das will die „Vienna Design Week“ schließlich zeigen,  in dieser Stadt viel prächtiges, modernes Design. Ver- und anwenden müsste man es halt; auch und gerade dort, wo es vermeintlich dissonant auf das Alte trifft.
Der knallige  MAK-Laternen-Busch wurde von einem Londoner Stardesigner entworfen: Noever hat ihn in seiner bezaubernd querulantischen Art durchgesetzt und findet  ihn gewiss aus vielen Gründen schön. Als wir auf dem Heimweg  daran vorbeifuhren, fiel uns aber keiner ein.
10.10.07

Preiset die Öffis

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Entschuldigung, falls es Sie schon nervt, aber die Wiener Linien beschäftigen uns noch ein wenig. Denn  nicht alle Leser sind einverstanden mit meiner Durchsagen-Kritik. Einige finden es schön, dass ich wohl keine anderen Sorgen habe (hab ich, aber die sind überwiegend nicht mehrheitsfähig). Andere, zum Beispiel Lorenz S., finden, es gebe wahrhaft Schlimmeres, über das ich mich beschweren sollte, z. B., dass manche Leute  sich  während der Fahrt mit dem Messer die Nägel maniküren. Mei. Ne. Herr. En. Das mach ich gern.
Und: Meine Fehleinschätzung bezüglich des Rauchens in Stationen (es werde nämlich sehr wohl geraucht) zeige, dass ich keine Öffi-Benutzerin sei, und das stimmt,  meistens fahre ich mit dem Rad.
 Allerdings verwehre ich mich schärfstens dagegen, als Hobby-Öffizistin belächelt zu werden, denn es verbindet mich eine lange und (Achtung, ein billiger:) bewegende Geschichte mit den Wiener Linien, und zwar – das sage ich als eine, die in dieser Stadt 13 Mal den Wohnsitz und drei Mal den Arbeitsplatz gewechselt hat, – mit den meisten Wiener Linien. Mit den Wiener Öffis bin ich auf SO, und ich stehe nicht an, Johanna R.’s Forderung nachzukommen, diese auch einmal ausdrücklich zu preisen. Ich kenne tatsächlich keine andere Stadt, die es ihren Bewohnern (auch den behinderten und bekinderten) derart einfach macht, sich öffentlich fortzubewegen.
Außerdem bin ich erfreut über ein Mail der  Geschäftsführung der Wiener Linien, in welchem diese mitteilt,  der Vorfall mit der Hilfeverweigerung im 33er sei geklärt worden: Sowohl mit der Mutter, die ihren  Kinderwagen allein aus der Bim heben musste, als auch mit dem Fahrer. Ja! Kundenservice! Geht doch!
09.10.07

Lieber über Literatur

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Gut ist: Dass es momentan wieder eine Phalanx junger und jüngerer Schriftsteller gibt, die nicht nur in ihren Schreibateliers dichten. Sondern auch einmal etwas riskieren, etwa indem sie, wie etwa Arno Geiger kürzlich hier, nicht explizit (deswegen aber nicht weniger) literarische Texte zum sozialen Alltag veröffentlichen. Oder auch, indem sie sich tüchtig beschweren, wobei es besonders schön ist, wenn es dabei nicht nur um die eigene Künstlerbefindlichkeit geht. Wenngleich auch das in Ordnung ist: Und die aktuelle Autoren-Wehrhaftigkeit gegen exzessive Kritiken ist ja nicht nur häufig gerechtfertigt, sondern für den Leser ziemlich unterhaltsam. Abends gerät man zur Zeit leicht in Gespräche über heimische Literatur, die manchmal in angeregtes Gebrüll ausarten, weil man sich über der Lektüre eine Meinung gebildet hat und diese nun zu verteidigten wünscht: Schlecht? Nein. Man will ja nicht immer nur über Politik diskutieren oder – was allerdings extrem legitim ist – über den ORF und sein Programm. (Soweit überhaupt vorhanden, was derzeit nicht selbstverständlich ist: siehe TV-Media, letzten Mittwoch, ORF 2, 23:00 Uhr: „Das detaillierte Programm stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.“) Stattdessen Debatten über das aktuelle literarische Programm heimischer Schriftsteller, und manchmal darüber, ob das, was einer da macht, überhaupt Literatur ist, und wenn ja, warum. Mitunter streiten die jungen Schriftsteller, die man, auch nicht schlecht, keineswegs nur in Literaturhäusern antrifft, auch selber mit. Heute abend wird übrigens in Frankfurt der diesjährige Deutsche Buchpreis verliehen: Zwei Österreicher sind auf der Shortlist. Man wird sehen.
07.10.07

Gott spielen

| Comments (0) | 10/07 | Kurier-Kolumne

Zahlreiche Reaktionen langten auf die Abschiebe-Kolumne ein. Auszüge: „Es ist eine absolut inhumanitäre Praxis, die hier in unserem wirklich reichen Land ausgeübt wird!“ schreibt Christine Sch. „Wo bleibt die Ethik der ÖVP?“ fragt Hermann K.  „Unsere höchsten Landesvertreter“ seien, meint Maria K., „zu feig, ein Machtwort zu sprechen!“
Günter G. findet „vor allem die plötzliche Überraschung“ von Kanzler und Präsident befremdlich. Rudolf D. meint, die hätten „von den Sorgen des kleinen Mannes, der aufgrund der beschriebenen Umstände seine Heimat aufgeben musste, KEINE Ahnung“.  Gertrud S. mailt: „In diesem Fall stehe ich ganz auf Ihrer  Seite“, Sven H.: „Ich freue mich, dass zumindest der KURIER dieses menschenverachtende Verhalten des BM Platter aufzeigt.“
Gustav K. dagegen ist „froh, dass Liese Prokop einen guten Nachfolger in Innenminister Platter gefunden hat“. Johannes H. meint,  mit Asyl-Ausnahmen, „haben Sie morgen den ganzen Kosovo vor der Tür stehen.“ Und Ludwig W.  findet, Platter habe „nicht anderes getan, als bestehendes Recht zur Geltung zu bringen“.
  Zwei Fragen  dazu: Gibt es Menschen die weniger Glück verdienen als andere? Und: Wer hat  das moralische Recht, diese Menschen auszuwählen? Denn genau das geschieht hier: Minister und Parlamentarier, denen ein wohlwollendes Schicksal ein Leben zugeteilt hat, das es ihnen ermöglicht, abends  in schönen, warmen, intakten  Wohnungen ihren in guten Schulen ausgebildeten Kindern ein anständiges Essen vorzusetzen, zerstören aktiv das kleine, hart erarbeitete Glück nicht so gesegneter Menschen. Im Prinzip spielen sie  Gott: Die Gesetze, auf deren Basis sie das tun, gehören  geändert.
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