7.10.07

Gott spielen

Doris Knecht | 10/07 | Kurier-Kolumne

Zahlreiche Reaktionen langten auf die Abschiebe-Kolumne ein. Auszüge: „Es ist eine absolut inhumanitäre Praxis, die hier in unserem wirklich reichen Land ausgeübt wird!“ schreibt Christine Sch. „Wo bleibt die Ethik der ÖVP?“ fragt Hermann K.  „Unsere höchsten Landesvertreter“ seien, meint Maria K., „zu feig, ein Machtwort zu sprechen!“
Günter G. findet „vor allem die plötzliche Überraschung“ von Kanzler und Präsident befremdlich. Rudolf D. meint, die hätten „von den Sorgen des kleinen Mannes, der aufgrund der beschriebenen Umstände seine Heimat aufgeben musste, KEINE Ahnung“.  Gertrud S. mailt: „In diesem Fall stehe ich ganz auf Ihrer  Seite“, Sven H.: „Ich freue mich, dass zumindest der KURIER dieses menschenverachtende Verhalten des BM Platter aufzeigt.“
Gustav K. dagegen ist „froh, dass Liese Prokop einen guten Nachfolger in Innenminister Platter gefunden hat“. Johannes H. meint,  mit Asyl-Ausnahmen, „haben Sie morgen den ganzen Kosovo vor der Tür stehen.“ Und Ludwig W.  findet, Platter habe „nicht anderes getan, als bestehendes Recht zur Geltung zu bringen“.
  Zwei Fragen  dazu: Gibt es Menschen die weniger Glück verdienen als andere? Und: Wer hat  das moralische Recht, diese Menschen auszuwählen? Denn genau das geschieht hier: Minister und Parlamentarier, denen ein wohlwollendes Schicksal ein Leben zugeteilt hat, das es ihnen ermöglicht, abends  in schönen, warmen, intakten  Wohnungen ihren in guten Schulen ausgebildeten Kindern ein anständiges Essen vorzusetzen, zerstören aktiv das kleine, hart erarbeitete Glück nicht so gesegneter Menschen. Im Prinzip spielen sie  Gott: Die Gesetze, auf deren Basis sie das tun, gehören  geändert.
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