Doris Knecht
| 10/07
| Kurier-Kolumne
Geht mir der Kürbisterror auf den Geist. Ü-ber-all Kürbisse. Selbst die Politik (in Person der BZÖ-Bildungssprecherin) strapaziert den Kürbis (hohl, eh klar) als Vergleichsobjekt für die Schulreform (boah! originell). Jetzt ist dann einmal gut.
Es ist ja prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, dass die Menschen Jahreszeiten, Saisonen, kirchliche und heidnische Feste feiernn: Das strukturiert einem schön das Jahr und macht die Kinder froh, weil es praktisch permanent Geschenke gibt. Und wahrscheinlich hatte das eine oder andere Jahresfest auch irgendwann einmal eine Bedeutung abseits totalen Konsumwahns. Aber die zunehmende Exzessivität und Konformität des jeweiligen Zelebrationswahns wird immer unerträglicher und hat mit feiern sowieso nichts mehr zu tun. Außerdem beklagen die Kolleginnen K. und H. zu Recht, dass das TV zu Halloween immer dieselben öden Teenie-Horror-Slasher-Sequels zeigt, die keiner mehr sehen will.
Ich plädiere (ich weiß schon: völlig umsonst) dafür, den Kürbis künftig wieder strikt seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen: von Schweinen und Menschen soll er verzehrt werden, und sonst nichts. Nix aushöhlen, nix schnitzen, nix beleuchten! Nur essen! Der Kollege T. ist zwar der Meinung, dass der Kürbis wie das Bärlauch ein entschieden überbewertetes, ja unnediges Nahrungsmittel sei, ich aber erlaube mir dennoch, die Kürbissuppe zu schätzen, und zwar folgende, frei nach Plachutta/Wagner:
Gehackte Zwiebel in Butter schmelzen, gewürfelten Kürbis anschwitzen, mit Mehl stauben, mit Suppe und Schlagobers aufgießen, eventuell bissl Ingwer dazu raspeln, kochen, salzen, pfeffern, pürieren.
Der Kürbis nervt garantiert keinen mehr.