10.10.07

Preiset die Öffis

Doris Knecht | 10/07 | Kurier-Kolumne

Entschuldigung, falls es Sie schon nervt, aber die Wiener Linien beschäftigen uns noch ein wenig. Denn  nicht alle Leser sind einverstanden mit meiner Durchsagen-Kritik. Einige finden es schön, dass ich wohl keine anderen Sorgen habe (hab ich, aber die sind überwiegend nicht mehrheitsfähig). Andere, zum Beispiel Lorenz S., finden, es gebe wahrhaft Schlimmeres, über das ich mich beschweren sollte, z. B., dass manche Leute  sich  während der Fahrt mit dem Messer die Nägel maniküren. Mei. Ne. Herr. En. Das mach ich gern.
Und: Meine Fehleinschätzung bezüglich des Rauchens in Stationen (es werde nämlich sehr wohl geraucht) zeige, dass ich keine Öffi-Benutzerin sei, und das stimmt,  meistens fahre ich mit dem Rad.
 Allerdings verwehre ich mich schärfstens dagegen, als Hobby-Öffizistin belächelt zu werden, denn es verbindet mich eine lange und (Achtung, ein billiger:) bewegende Geschichte mit den Wiener Linien, und zwar – das sage ich als eine, die in dieser Stadt 13 Mal den Wohnsitz und drei Mal den Arbeitsplatz gewechselt hat, – mit den meisten Wiener Linien. Mit den Wiener Öffis bin ich auf SO, und ich stehe nicht an, Johanna R.’s Forderung nachzukommen, diese auch einmal ausdrücklich zu preisen. Ich kenne tatsächlich keine andere Stadt, die es ihren Bewohnern (auch den behinderten und bekinderten) derart einfach macht, sich öffentlich fortzubewegen.
Außerdem bin ich erfreut über ein Mail der  Geschäftsführung der Wiener Linien, in welchem diese mitteilt,  der Vorfall mit der Hilfeverweigerung im 33er sei geklärt worden: Sowohl mit der Mutter, die ihren  Kinderwagen allein aus der Bim heben musste, als auch mit dem Fahrer. Ja! Kundenservice! Geht doch!
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