3.10.07

Sagen wir freudig: ja

Doris Knecht | 10/07 | Kurier-Kolumne

Die Woche fängt mit Erfreulichem an: Die ÖVP setzt sich nun offiziell für die eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle ein. Das  ist zwar überfällig und eigentlich (denn eine eingetragene Partnerschaft ist  keine Ehe) nur teilerfreulich. Aber wir wollen jetzt nicht überkritisch sein: Sagen wir freudig JA! zum Entschluss der ÖVP, das Thema Homosexualität nicht mehr ausschließlich ihren „bunten Vögeln“ zu überlassen, die  periodisch und von der Partei ignoriert mit  schockierenden Gleichberechtigungsideen an die Öffentlichkeit treten.
Denn erstens bedeutet das wohl, dass noch in dieser Regieren-nach-Vorschrift-Legislaturperiode endlich auch österreichische gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft rechtlich absichern können. Zwar bleibt die Forderung nach der Öffnung der Ehe  für Homosexuelle – wirklicher gleicher Rechte also – aufrecht. Denn egal ob die Ehe eine moderne oder überholte Institution ist: Gleichgeschlechtlich Liebende haben,  wie der  texanische Sänger, Schriftsteller und gescheiterte Gouverneursanwärter Kinky Friedman meinte, „das Recht, genau so unglücklich zu sein wie wir“.
Zweitens ist die aktuelle Ideologie-Korrektur der ÖVP natürlich pures Kalkül. Das jüngere Wahlvolk macht sich nichts aus Homophobie, ja hält sie großteils für pfui, und sie hindert ÖVP-Politiker  daran, sich auf den schicksten Partys blicken zu lassen: Denn man kann schlecht politisch auf der Diskriminierung Homosexueller beharren, und dann auf dem Life Ball lustig  beim Jungwähler vorstellig werden.  Und auf Jungwählers Stimme wird die ÖVP künftig  heftig angewiesen sein. So ermöglicht eine Einsicht die andere: Besser wie nix; viel besser.
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