Doris Knecht
| 10/07
| Kurier-Kolumne
Die Woche fängt mit Erfreulichem an: Die ÖVP setzt sich nun offiziell für die eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle ein. Das ist zwar überfällig und eigentlich (denn eine eingetragene Partnerschaft ist keine Ehe) nur teilerfreulich. Aber wir wollen jetzt nicht überkritisch sein: Sagen wir freudig JA! zum Entschluss der ÖVP, das Thema Homosexualität nicht mehr ausschließlich ihren „bunten Vögeln“ zu überlassen, die periodisch und von der Partei ignoriert mit schockierenden Gleichberechtigungsideen an die Öffentlichkeit treten.
Denn erstens bedeutet das wohl, dass noch in dieser Regieren-nach-Vorschrift-Legislaturperiode endlich auch österreichische gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft rechtlich absichern können. Zwar bleibt die Forderung nach der Öffnung der Ehe für Homosexuelle – wirklicher gleicher Rechte also – aufrecht. Denn egal ob die Ehe eine moderne oder überholte Institution ist: Gleichgeschlechtlich Liebende haben, wie der texanische Sänger, Schriftsteller und gescheiterte Gouverneursanwärter Kinky Friedman meinte, „das Recht, genau so unglücklich zu sein wie wir“.
Zweitens ist die aktuelle Ideologie-Korrektur der ÖVP natürlich pures Kalkül. Das jüngere Wahlvolk macht sich nichts aus Homophobie, ja hält sie großteils für pfui, und sie hindert ÖVP-Politiker daran, sich auf den schicksten Partys blicken zu lassen: Denn man kann schlecht politisch auf der Diskriminierung Homosexueller beharren, und dann auf dem Life Ball lustig beim Jungwähler vorstellig werden. Und auf Jungwählers Stimme wird die ÖVP künftig heftig angewiesen sein. So ermöglicht eine Einsicht die andere: Besser wie nix; viel besser.