Doris Knecht
| 11/07
| Kurier-Kolumne
Erstens. Seit der Kollege H. mir in drastischen Bildern schilderte, was so an meinen Füßen picken bleibt, wenn diese unbesohlt durchs Stadthallenbad schlurfen, betrete ich es nur noch mit Badeschlapfen. Aber auch wenn das Rasieren von Körperhaar in den Damenduschen mittlerweile untersagt wurde, könnten auch Badeschlapfen mit meterdicken Sohlen immer noch nicht verhindern, dass es einem kilometerweise Fremdhaupthaar um die Zehen wickelt. Und leider kleben an den Schlapfensohlen weitere Haare, die ich entweder mit den Fingern (igitt) herunterzupfen oder in meiner Sporttasche nach Hause (igitter) tragen muss. Was tun? Kollege Super-H. wirft sich hoffentlich schon in sein Cape, um das Problem einer Lösung zuzuführen.
Zweitens, und weitab der Niederungen des Stadthallenbades, findet in der Hofburg bald wieder „Luxury, please“ statt, die Messe für Reiche, Reichere und Supermegareiche. Das zerstört mir liebgewonnene Illusionen: dachte ich doch stets, eines der Privilegien des Reich-, Reicher- und Supermegareichseins sei, dass man nicht mehr selber in den Bau-Markt, nie in die Blaue Lagune und ganz bestimmt nicht auf eine Messe gehen muss. Ich dachte immer, Juweliere, Pelzhändler, Maßschuster, Haute-Couturisten, Yacht- und Luxuswagenhändler buckelten in die Villen und Schlösser, um eine auf die jeweilige Reichen-Persönlichkeit abstimmte Produktpalette zu präsentieren.
Aber offenbar ist Reich und Megareich, wie der Erfolg der Vorjahres-Messe beweist, durchaus bereit, schmerzende Füße zu risikieren, um der staunenden Rest-Welt nicht immer nur zu zeigen, was man hat. Sondern auch, was man haben wird und haben könnte. Man lernt nie aus.