Doris Knecht
| 11/07
| Kurier-Kolumne
In der Josefstadt wurden Anrainer eines Platzes vor ein paar Wochen zu einem Info-Rundgang geladen: Es ging um drei kranke Kastanienbäume, die gefällt werden müssen. Ein Experte des Stadtgartenamts kam, ging mit den Anrainern von Baum zu Baum, informierte über Alter und irreparable Schäden der drei Kastanien und sah ob deren Unrettbarkeit selbst so traurig aus, dass man ihn, wie eine Anrainerin berichtete, trösten wollte. Unlängst erhielten die Anrainer einen Brief der Bezirksvorstehung, der sie noch einmal über die leider notwendige Rodung der Bäume informierte.
Mit so einem Vorgehen hätte man sich vielleicht auch in der Johrstraße viel Unfrieden und Aufruhr ersparen können: auch wenn es dort nicht um Bäume geht, die weg müssen, sondern um Punks, die her sollen. Für die seit Jahren in der Mariahilfer Straße ihre Leben verlungernden 30 oder 40 Jugendlichen samt Hunden wurde nach zwei Jahren Verhandlungen endlich das Haus gefunden, nach dem das Projekt „Pankahyttn“ lange gesucht hatte. Das Gebäude, in dem die Punks künftig von mehreren Sozialarbeitern betreut leben und eine Zukunft finden sollen, steht in der Johnstraße 45: Leider erfuhren die Anrainer davon aus der Presse.
Logisch, Anrainer sind – es gibt in der Gegend Schulen und Kindergärten – prinzipiell einmal wenig bis gar nicht begeistert von so einer Nachbarschaft: Dass es Ängste und Bedenken gibt, kann man gut verstehen. Das wäre natürlich der Punkt, an dem Gespräche und Information wichtig wären, denn beim Reden lassen sich Bedenken minimieren, oft sogar ausräumen. Stattdessen: mehr Angst, Panikmache, Verständnislosigkeit, Ablehnung, Protest. Das hätte man besser machen können.