Doris Knecht
| 11/07
| Kurier-Kolumne
| Kurier-Kolumne
Bis zum Minoritenplatz kann ich die Vorarlberg lachen hören: Denn die Polizisten im Ländle dürfen vorläufig nicht mehr mit dem Fahrrad auf Streife gehen, und zwar warum: Weil in Wien ein Polizist vom Rad gefallen ist. Man hofft ja, der Beamte hat sich nicht weh getan, aber: ha ha ha.
Bloß sollen jetzt die Vorarlberger Fahrradpolizisten in Wien eine Radfahrprüfung abzulegen. Und das sehen die Xiberger Sturköpfe natürlich nicht ein, jo ka bizzile: 700 Kilometer soll die ganze Truppe in den Wasserkopf (so wird, wenn es die Umstände erfordern, Wien ganz im Westen gern geheißen) fahren, um dort Prüfern etwas vorzuführen, das sie, wie das Bezirkspolizeikommando Bregenz die VN sehr irritiert wissen ließ, bereits seit der Kindheit beherrschen? Na. Nur well d´Wianar ned radla künnan: sichar net.
Aber hier irrt der Vorarlberger. Die Wiener Polizisten können, bis auf den einen, nämlich sehr wohl Rad fahren: Wie das Gewerkschaftsmagazin „Polizei aktuell“ in seiner Septemberausgabe berichtete, konnten die beiden „durchtrainierten und routinierten Bezirksinspektoren T. und Sch. im Zuge ihrer Fahrradstreife“ eine Vergewaltigung im Stuwerviertel verhindern. Der Mann versuchte zwar zu flüchten, „konnte jedoch aufgrund der Schnelligkeit der Fahrradstreife sofort angehalten werden“. Bravo; und zwar im Ernst jetzt, und das zeigt: Fahrradstreife gut.
Die Frage ist jetzt aber, wie es im Ländle weitergeht, weil: keine Prüfung, keine Streife. Vorschlag zur Güte: Das Innenministerium schickt ihren Prüfer nach Vorarlberg und lässt die Ländle-Radpolizisten in ihrer natürlichen Umgebung zeigen, was sie können. Die Xiberger behielten ihren Stolz. Und weniger umständlich wäre es auch.