Schön, hier zu leben: Mit diesem Motto wirbt das oberösterreichische Leonding. 25.676 Einwohner hat die an Linz grenzende Stadt im östlichen Hausruckviertel. Ein paar von ihnen, vor allem der SPÖ-Bürgermeister, haben sich jetzt darum gekümmert, dass das Leben in Leonding noch äh schöner wird. Sie haben den Leondinger Busenbrunnen errichtet: Eine Steinfigur in Form einer überaus stoisch dreinblickenden Frau mit akkurater Zopffrisur, die mit ihren Händen ihre nackten Brüste hochdrückt, deren bronzenen Warzen je ein dünner Wein-Strahl entspringt. Rot, weiß oder rosé, je nach Anlass und Geschmack.
Apropos Geschmack, denn der Brunnen wird auch dadurch nicht weniger gruselig, dass seine Verfechter anführen, einen ganz gleichen gebe es auch in der italienischen Stadt Treviso: Völlig egal wo er steht, es vereinen sich im Busenbrunnen Sexismus, Alkoholismus und Geschmacklosigkeit in lieblichster Harmonie.
Deshalb regt sich nun Unmut im schönen Leonding. Denn während alle roten Stadträte und der grüne das neue Leondinger Wahrzeichen gschmackig und schön finden, tun das Teile der Leondinger ÖVP gar nicht. In einer Nacht- und Nebelaktion sei der Hl. Michael, der zuvor den Platz der nunmehrigen Nackigen besetzt, demontiert und neben dem Kirchenaufgang abgestellt worden, beklagt die Leondinger VP auf ihrer Homepage: Dabei heißt der Ort doch Michaeli-Platz.
Konsequenterweise sollte Leonding deshalb nun auch den Platz rund um den Brunnen neu benamsen: Vielleicht in Spritzbusen-Platz. Oder in Sommelier-säuge-Platz. Oder in Pippler-Stillecke. Oder in Platz der weinenden Brüste. Schön lebt sich’s in Leonding.