20.11.07

Riskantes Abenteuer

Doris Knecht | 11/07 | Kurier-Kolumne

Man könnte  sagen, was S. sagt: Warum sollten sie die Radwege von Schnee frei räumen, fährt ja bei dem Wetter eh keiner mit dem Rad.  Oder man kann die Sache genau anders herum sehen: Vielleicht fährt keiner mit dem Rad, weil  man sich nicht darauf verlassen kann, dass alle Radwege und -streifen geräumt sind. Ich radle  bei fast jedem Wetter und stelle fest: Es wird einem  nicht immer leicht gemacht.
Die zentralen Radwege am Ring und an der Zweierlinie: Großteils kein Problem. Dort ist wie auf den Fahrbahnen gestreut und teilweise gesalzen worden, dort kommt man sicher voran. Jedenfalls, solange die Radwege an Gehwege grenzen, die an öffentliche Grundstücke grenzen.
Wenn die Gehsteige neben den Radstreifen vor Gebäuden liegen, sieht die Sache allerdings anders aus. Denn bekanntlich sind Hausbesitzer verpflichtet, die Bürgersteige vor ihren Häusern passierbar zu halten, also schippen sie den Schnee ordentlich vom Gehsteig hinunter auf den Radweg, für den die Vorschrift offensichtlich nicht gilt:  Dort bleibt der Schnee in großen Haufen liegenund macht das Radfahren zu einem riskanten Abenteuer. 100 Meter ist der Radweg schneefrei, plötzlich trifft man auf vereiste Schneehügel und muss jählings ausweichen.
Innerhalb der Bezirke scheint es offensichtlich keine Regelungen zu geben, wie bei Schneefall mit Radwegen zu verfahren ist, weshalb Radwege, die nicht unmittelbar an der Fahrbahn liegen, sondern zwischen Häusern und Parks hindurchführen, meistens einfach nicht geräumt werden: die Gehwege daneben dagegen schon.
Ständig werden die Bürger aufgefordert, aufs Rad umzusteigen:  Gilt das nur bei Schönwetter?
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