13.11.07

Wadln vire richten

Doris Knecht | 11/07 | Kurier-Kolumne

Meine Lieblingsunsinnigkeit der neuen Rechtschreibung: dass man schreiben muss „drei Mal“, aber „13-mal“. Wenn mir das mal einer  erklären könnte: vielleicht jemand vom dem Rat der deutschen Rechtschreibung, der eben in Wien tagte. Ich habe nämlich  ohne solche Spezialfälle schon genug Schwierigkeiten mit der  Sprache, wie mich meine Leser wieder einmal freundlich wissen ließen.
Danke,  dass Sie mich zahlreich auf die Fehlschreibung des Wortes „Wadlnfirerichten“ aufmerksam machten,  Sie haben natürlich, vollkommen Recht, Frau T. Herr F.  und Herr T.: Das Wort beschreibt die Repostionierung der Unterschenkelmuskulatur durch eine Drehung nach vorne  und muss daher, logisch, mit einem v geschrieben werden. Wadlnvirerichten also.
Mit mailigen Paradeisern beworfen (sozusagen) wurde ich auch für die Verwendung der Letternkombination Zett Be: Leser Robert DePunkt rät  Komma künftig auch andere Abkürzungen  auszuschreiben Doppelpunkt. Ist ja schon gut: lieber nicht.
Helmut M.  bittet um Unterlassung der Redewendung „im Gegenteil:“, denn meistens habe das, was danach komme, mit einem Gegenteil gar nichts zu tun. Und darauf ließe sich jetzt mit einer schönen, komplexen „im Gegenteilwendung antworten, aber das wäre irrsinnig billig. Wenngleich ich nicht ganz Herrn M.s Meinung bin; das haut schon manchmal hin.
Johannes D. dagegen monierte einen Quasi-Tippfehler, denn im Zusammenhang mit dem Taschenurinal schrieb ich vom  „Vor-Ort-Stehgreif-Urinieren“. Und das war, obwohl es, richtig buchstabiert, Stegreif heißt, schon so gemeint.
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