Doris Knecht
| 12/07
| Kurier-Kolumne
Eine Million Österreicher will, so ermittelte OGM, den Jahreswechsel dazu nutzen, mit dem Rauchen aufzuhören: das sind fast 41 % der 2,3 Millionen Raucher .
Interessant ist in diesem Kontext die Nonchalance, mit der etwa das Gesundheitsministerium die Chance, das Volk aus dessen eigenem Willen vom Nikotin zu entwöhnen, Jahr für Jahr wieder vorbeiziehen lässt. Aber gut, wer um alles in der Welt konnte damit rechnen, dass der Mensch auch den kommenden Jahresbeginn als Markierung für die Änderung ruinöser Lebensmuster nutzen wird? Eben.
Nun grundelt Österreich in den meisten internationalen Nichtraucherschutz-Statistiken auf hintersten Plätzen herum: Und das vergangene Jahr wird wieder nicht als Zäsur, unser Land rauchfreier und gesünder zu machen, in die Geschichte der Zweiten Republik eingehen. Aber wenn sich die Regierung schon nicht auf ein Tabakgesetz einigen kann, müsste man doch zumindest den massiven Wunsch so vieler Bürgerinnen und Bürger, sich endlich von der Sucht zu befreien, effizient unterstützen: In dem man jede notwendige Hilfe anbietet und alles unternimmt, dass dieser Million Menschen auch gelingt, was sie sich vorgenommen hat. Denn schlechte Gewohnheiten lassen sich am effektivsten loswerden, wenn die Menschen das selber wollen – das macht teure Kampagnen unnötig.
Zwei Tage vor Silvester findet man auf der Homepage des Ministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend keine Tipps, Anreize und Hilfsangebote zur Rauchentwöhnung (aber einen gut sichtbaren Hinweis auf das Schweinsbraten-Kochbuch der Ministerin). Chance vertan: Aber es gibt sicher bald wieder eine schöne Kampagne.