30.12.07

Das kam jetzt überraschend

Doris Knecht | 12/07 | Kurier-Kolumne

Eine Million Österreicher will, so ermittelte OGM, den Jahreswechsel dazu nutzen, mit dem Rauchen aufzuhören: das sind fast 41 % der 2,3 Millionen  Raucher .
Interessant ist in diesem Kontext  die Nonchalance, mit der  etwa das Gesundheitsministerium die Chance, das Volk aus dessen eigenem Willen vom Nikotin zu entwöhnen, Jahr für Jahr wieder vorbeiziehen lässt. Aber gut, wer  um alles in der Welt konnte damit rechnen, dass der Mensch auch den kommenden Jahresbeginn als Markierung für die Änderung  ruinöser Lebensmuster nutzen wird? Eben.
Nun grundelt Österreich in den meisten  internationalen Nichtraucherschutz-Statistiken auf hintersten Plätzen herum: Und das vergangene Jahr wird wieder nicht als Zäsur, unser Land  rauchfreier und gesünder zu machen, in die Geschichte der Zweiten Republik eingehen. Aber wenn sich die Regierung schon  nicht auf ein Tabakgesetz einigen kann, müsste man doch zumindest den massiven Wunsch so vieler Bürgerinnen und Bürger, sich endlich von der Sucht zu befreien, effizient unterstützen: In dem man jede notwendige Hilfe anbietet und alles unternimmt, dass dieser Million Menschen auch gelingt, was sie sich vorgenommen hat. Denn  schlechte Gewohnheiten lassen sich am effektivsten loswerden, wenn die Menschen das selber wollen – das macht teure Kampagnen unnötig.
 Zwei Tage vor Silvester findet man auf der Homepage des Ministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend keine Tipps, Anreize und Hilfsangebote zur Rauchentwöhnung (aber einen gut sichtbaren  Hinweis auf das Schweinsbraten-Kochbuch der Ministerin). Chance vertan: Aber  es gibt sicher bald  wieder eine schöne Kampagne.
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