Doris Knecht
| 12/07
| Kurier-Kolumne
Jetzt werden also die ORF-Gebühren angepasst; der Konsument will sagen: erhöht. Denn der ORF ist unterfinanziert. Und er hat, wie man dem Programm ansieht, offenbar zu wenig Geld, um „österreichische Qualitätsprogramme herzustellen und seinen öffentlich-rechtlichen Charakter erkennbar zu verstärken“: So formuliert es die Initiative SOS-ORF 2.
Besieht man sich das ORF-1-Programm an einem willkürlich herausgepickten Tag (z.B. gestern), beträgt der österreichische Anteil exakt 4,16 Prozent, nämlich die ZiBs und Brezinas Kinder-Show. Das ist ein bissi wenig. Der Rest: Vor allem amerikanische Second-Hand-Serien-Ware. Umso schwerer begreift man, warum ein Drittel der eingehoben ORF-Gebühren nicht in den ORF fließt, sondern an Bund und Länder.
Wo es für folgendes ausgegeben wird: In der Steiermark u.a. für Kultur- und Sportförderung. In Niederösterreich werden damit Kulturbetriebe unterstützt und Sportstätten mitfinanziert. In Wien ist „das Erträgnis für kulturelle Zwecke, insbesondere für die Altstadterhaltung“ zu verwenden; im Burgenland unter anderem für den Betrieb von Festspielen. In Tirol werden die ORF-Gebühren für Kulturförderung verwendet, zur Unterstützung von Behinderten und, wie auch in Salzburg, von Kriegsopfern. Den Rest investieren die Salzburger in verschiedene Förderungen, u. a. „der Heimatpflege und des Denkmalschutzes“. Und als einziges Bundesland dezidiert in die Kinoförderung.
SOS ORF nennt das „Gebührenschwindel“ und will, dass dieses Drittel an den ORF geht und für österreichische Filme und Produktionen verwendet wird. Auf dass sich das ORF-Programm wieder von denPrivaten unterscheide. Klingt vernünftig.