Doris Knecht
| 12/07
| Kurier-Kolumne
Herzlichen Dank für Ihr Angebot, Herr Sch.: Aber ich möchte ihre „12 Wein-, 6 Likör-, Sekt- und Biergläser mit stilisiertem Golfschlägerdekor“ aus den 60er-Jahren zum Schnäppchenpreis von 3 Euro je Glas nicht kaufen. Ich spiele kein Golf, und den wenigen Bekanntschaften, die ich zu Golfern pflege, fehlt die Innigkeit, die ein derart exquisites Geschenk rechtfertigen würde. Aber ich leite Ihr Angebot gerne an die Leserfamilie weiter.
Apropos Advent: Während ich ihn wie geplant richtig schön finde, hegen andere Menschen andere Gefühle für die Vorweihnachtszeit. Viele davon sind im Verkauf tätig, und wenn die derzeit ab und zu die Geduld verlieren, ist das meistens völlig verständlich. Aber nicht immer.
Leserin M. stieß im Gedränge eines frequentierten innerstädtischen Teehauses an einen Verpackungstisch, vom dem prompt eine Tasse fiel. Niemand hatte es bemerkt, Frau M. trug die beschädigte Tasse dennoch zur Kassa, entschuldigte sich für ihr Missgeschick und musste die kaputte Tasse dann zum halben Preis erwerben. Das ist gewiss rechtens; kundenfreundlich ist es nicht.
Frau P. wiederum kaufte mit einer Dreikind-Familie in einem Textil-Discounter ein, als das 3-jährige Mädchen dringend aufs Klo musste. Frau P. erkundigte sich an der Kassa nach der nächsten Toilette und ging mit dem Mädchen zu der Tür, zu der sie gewiesen wurde. Wo sie von einer Regalbetreuerin rüde beschimpft wurde: Das sei die Personaltoilette. Frau P. erklärte das dringlicher werdende Problem des jammernden Kindes, bekam auch Unterstützung von der Kassiererin, aber die Regalbetreuerin blieb eisern. Man versteht genervtes Verkaufspersonal ja, aber so etwas nicht.