Doris Knecht
| 12/07
| Kurier-Kolumne
Es ist sicher alles Recht. Der Innenminister macht nur seine Arbeit. Der Innenminister will nur verhindern, dass ihm ein Fehler unterläuft, was natürlich am ehesten passiert, wenn man sich nicht strikt an die Gebrauchsanweisung hält. Also vollzieht der Innenminister nach Strich und Komma das Gesetz, genau so wie er es als Gendarm (und er war ja in Tirol Gendarm, nicht in Wien) gelernt hat.
Wenn man alles richtig und genau und, wenn möglich, noch ein bisschen besser macht, macht man auch nichts falsch. Wie ich kürzlich einmal am Radio vorbei ging, hörte ich den Innenminister in einem anderen Gesetzes-Zusammenhang sagen, für Verschärfungen sei er immer zu haben; in seiner Stimme lag ein Lächeln. Der Innenminister macht seine Arbeit gern und er möchte sie so gut wie möglich machen: Er möchte sich nicht von Gefühligkeiten leiten lassen, nicht wanken und nachgeben unter Druck.
Dafür sollte man ihn eigentlich loben (der Kanzler, aktuell für 14 Prozent der Österreicher glaubwürdig, tat das auch), dafür hat er eigentlich ein goldenes Sternchen verdient. Der Innenminister macht alles richtig, und nach Möglichkeit macht er es noch ein bisschen richtiger.
Trotzdem würde man sich wünschen, es wäre ihm zu den Zogajs eine bessere Lösung eingefallen, eine bei der nicht eine Seite ein goldenes Fleiß-Sternchen kriegt, und die andere keine Zukunft. Eine Lösung, die nicht einem wie H.C. Strache Recht gibt, ihn triumphieren und noch ein bisschen auf eine 15-jährige eintreten lässt, die gerade die meisten ihrer Hoffnungen verloren hat.
Es ist alles Recht, was mit den Zogajs geschieht, sicher. Aber es ist trotzdem traurig, dass wir es nicht besser hinbekommen.