Doris Knecht
| 12/07
| Kurier-Kolumne
Jetzt geht’s los. Jetzt wird man als professioneller Besserwisser weiblichen Geschlechts schon ständig angerufen: Sie, wir machen da anlässlich der EURO ein Panel/eine Broschüre/eine Aktion/einen Wettbewerb zum Thema „Frauen und Fußball“, könnten Sie?
Also ich könnte Ihnen die Abseitsfalle erklären. Aber ich finde die EURO-bedingte, krampfhafte Verkuppelung von Frauen und Fußball eher lästig: Wegen mir kan man sich das gerne sparen. Viele Frauen tun sich halt einmal schwer damit, eine Leidenschaft zu entwickeln für eine Riesenveranstaltung, bei der ausschließlich Männer mitspielen dürfen, während sich die aktive Partizipation der Frauen im wesentlichen darauf beschränkt, die Getränke zu servieren. Und die Versuche, ein teures Massenbahöö, das hauptsächlich Männer interessiert, zu legitimieren, in dem man zwanghaft Berührungspunkte sucht zwischen Frauen und Fußball, wirken etwas verzweifelt.
Ja, auch viele Frauen interessieren sich für Fußball, gehen ins Stadion und lassen kein wichtiges TV-Match aus. (Ich persönliche kenne keine, aber meine kleine Welt ist wohl nicht repräsentativ.) Und, sicher, es wäre möglich, dass sich die Glut des Enthusiasmus über der EURO entfacht, und Männlein wie Weiblein würden, wie weiland in Deutschland, in einen glücklichen Taumel des Miteinander verfallen: Und ein großes, patriotisches, aber gänzlich unchauvinistisches Zusammengehörigkeitsgefühl würde Österreich einen; herrlich.
Allerdings droht dieser Plan daran zu scheitern, dass die Österreicher nicht so gut Fußball spielen können. So gesehen wäre es eventuell besser, Berührungspunkte zu finden zwischen den österreichischen Fußballern und dem Fußball, aber das will jetzt keiner hören.